Wirtschaft

Automobilindustrie will nicht mehr in Deutschland investieren: Autozulieferer legen Investitionen auf Eis

Laut einer Umfrage des Verbands der Automobilindustrie (VDA) wollen mehr als drei Viertel der Zulieferer (76 Prozent) ursprünglich in Deutschland geplante Investitionen aufschieben, ins Ausland verlagern oder sogar ganz streichen.
22.05.2025 07:43
Lesezeit: 1 min

Angesichts der schwachen Konjunktur und weltweiter Unsicherheiten treten deutsche Autozulieferer auf die Investitionsbremse. Laut einer Umfrage des Verbands der Automobilindustrie (VDA) wollen mehr als drei Viertel der Zulieferer (76 Prozent) ursprünglich in Deutschland geplante Investitionen aufschieben, ins Ausland verlagern oder sogar ganz streichen.

Studie: Autozulieferer legen Investitionen auf Eis

Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Umfragen im Februar 2025 und Oktober 2024 sei der Wert zum zweiten Mal in Folge angestiegen, wie der VDA anlässlich seines heute beginnenden Mittelstandtages in Berlin mitteilte.

Während bei der Umfrage im Februar noch 14 Prozent der Unternehmen geplante Investitionen ganz streichen wollten, sind es in der aktuellen Befragung bereits 20 Prozent. Eine Verlagerung ins Ausland planen dagegen nur noch 24 Prozent – im Februar waren es noch 29 Prozent gewesen.

VDA-Präsidentin sieht Politik gefordert

„Diese Zahlen sind alarmierend“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller laut Mitteilung. Als Grund für die Zurückhaltung verwies sie auf den sich verschärfenden internationalen Wettbewerb, geopolitische Unsicherheiten, die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und schlechte Standortbedingungen in Deutschland. Entsprechend hoch sei nun der politische Handlungsdruck.

Als Grund für die Investitionsbremse nannten die Unternehmen selbst vor allem die schwachen Absatzerwartungen in Europa - 58 Prozent gaben dies als Hauptfaktor an. 16 Prozent verwiesen auf hohe Produktionskosten in Deutschland, 15 Prozent auf schwierige Finanzierungsbedingungen. 69 Prozent der Befragten berichteten von einer Zurückhaltung ihrer Hausbanken bei der Kreditvergabe.

Für die Studie wurden bis Mitte Mai 136 Unternehmen des automobilen Mittelstandes befragt – vor allem Zulieferer sowie Hersteller von Anhängern, Aufbauten und Bussen. 42 Prozent von ihnen bewerteten die aktuelle Lage als schlecht. Eine Verbesserung in den kommenden zwölf Monaten erwarten 31 Prozent, während 26 Prozent von einer weiteren Verschlechterung ausgehen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik USA verschärfen Ton gegenüber Teheran: Diplomatie unter maximalem Druck
26.03.2026

Washington droht dem Iran mit einer massiven Ausweitung der Militärschläge, falls die Führung in Teheran nicht einlenkt....

DWN
Politik
Politik EU und Ungarn: Spionageverdacht erschüttert Vertrauen in Europa
26.03.2026

Misstrauen breitet sich in der Europäischen Union aus und trifft einen ihrer eigenen Mitgliedstaaten. Der Verdacht, dass Ungarn...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt in Gefahr: Investoren warnen vor Eskalation im Iran-Konflikt
25.03.2026

Die Märkte geraten ins Wanken, während geopolitische Spannungen eskalieren. Investoren befürchten nach den Drohungen eines eskalierenden...

DWN
Politik
Politik Russlands Ölexport unter Beschuss: Energiekrieg erreicht neue Stufe
25.03.2026

Explosionen in russischen Ostseehäfen lassen den Ölfluss abrupt versiegen. Die Angriffe treffen Moskaus Energieinfrastruktur empfindlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarif-Durchbruch in der Chemie: Mehr Geld und Jobgarantie für 585.000 Beschäftigte
25.03.2026

Lohnplus trotz Krise: Die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche erhalten künftig deutlich mehr Geld. Nach...

DWN
Politik
Politik Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
25.03.2026

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens...

DWN
Politik
Politik Digitale Gewalt: Was die Regierung jetzt plant
25.03.2026

Deepfakes, Überwachung, intime Bilder – digitale Gewalt nimmt zu, und der politische Druck wächst. Die Bundesregierung arbeitet an...

DWN
Politik
Politik Recht auf Reparatur: So sparen Sie künftig Geld bei Handy, Waschmaschine & Co.
25.03.2026

Schluss mit der Wegwerf-Kultur: Das neue „Recht auf Reparatur“ soll die Lebensdauer von Haushaltsgeräten und Smartphones deutlich...