Unternehmen

Datensammeln ohne Richtung: Warum der falsche Analyst Ihrem Unternehmen schadet

Viele Unternehmen sammeln Daten – doch ohne den richtigen Analysten bleiben sie blind. Wer falsche Experten einsetzt, riskiert Fehlentscheidungen und Stillstand.
31.05.2025 10:57
Lesezeit: 2 min
Datensammeln ohne Richtung: Warum der falsche Analyst Ihrem Unternehmen schadet
Wer kopflos Daten sammelt, vergeudet Zeit, Geld und riskiert evtl sogar die Zunkunft des Unternehmens. Analysten können helfen. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Gollnow

Welche Daten sammeln, ist die Frage der Fragen

Der Austausch von Erfahrungen und ein konstruktiver Blick auf interne Geschäftsprozesse sind eine bewährte Strategie für jede Organisation, die vorhandene Ressourcen optimal nutzen und langfristig wettbewerbsfähig bleiben will. Doch die zunehmende Komplexität moderner Geschäftsmodelle verlangt nach differenzierten Analyseperspektiven. Wer nach dem passenden Spezialisten sucht, sollte die Unterschiede und Potenziale verschiedener Rollen im Analysebereich genau verstehen.

Die Entwicklung analytischer Rollen

Mit der wachsenden Bedeutung von Daten und datenbezogenen Projekten hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein breites Spektrum an Analystenprofilen und Kompetenzfeldern herausgebildet. So überschneiden sich zwar Aufgaben von Datenanalysten und Business-Prozess-Analysten in gewissen Bereichen – dennoch tragen beide unterschiedliche Verantwortlichkeiten und lösen verschiedene Probleme. Beide Rollen können als feste Funktionen im Unternehmen existieren oder projektbezogen extern eingebunden werden.

Mantvydas Kairys, Manager für Infrastruktur-Lösungen bei Blue Bridge, berichtet aus der Praxis: „In Gesprächen mit Kunden müssen wir immer wieder erklären, wo die Unterschiede zwischen den Rollen liegen. Oft zeigt sich schon früh, dass der Beitrag eines Business-Prozess-Analysten gefragt ist – insbesondere, wenn es darum geht, die Unternehmenslogik zu verstehen, Prozesse in verschiedenen Abteilungen zu erfassen und mit der Unternehmensvision abzugleichen. Unsere Rolle als Technologiepartner ist es, geeignete technische Lösungen zur Datenanalyse und -visualisierung bereitzustellen – diese Verantwortung liegt bei den Datenanalysten.“

Ähnliche Werkzeuge – unterschiedliche Kompetenzen

Die Fähigkeiten beider Spezialistengruppen überschneiden sich teilweise, etwa in Bezug auf Statistikkenntnisse und Datenanalyse-Methoden. Doch der Anwendungskontext unterscheidet sich stark: Datenanalysten beherrschen in der Regel Programmiersprachen wie Python, während Business-Prozess-Analysten ein tiefes Verständnis von Geschäftsprozessen mitbringen müssen.

Der zentrale Unterschied zeigt sich im Arbeitsalltag: Business-Prozess-Analysten agieren als Vermittler zwischen Fachabteilungen und Technik – sie koordinieren, moderieren und übersetzen Geschäftsbedarfe in technische Anforderungen. Datenanalysten hingegen arbeiten überwiegend direkt mit den Daten: Sie analysieren, strukturieren und modellieren, um Trends zu identifizieren, Prognosen zu erstellen und Problemursachen aufzudecken.

Ein Ziel, zwei Wege: Unternehmensleistung steigern

Während der Datenanalyst datengestützte Erkenntnisse liefert, leitet der Business-Prozess-Analyst daraus konkrete Handlungsstrategien ab. Diese Rollenverteilung kann bei Auftraggebern zu Missverständnissen führen, erklärt Kairys: „Wenn ein Produktionsunternehmen etwa sagt, es möchte ein Fehlerüberwachungssystem auf Basis mehrerer Datensätze modellieren, ist klar: Das ist ein Fall für den Datenanalysten. Wenn hingegen nach Wegen zur Steigerung der Produktionseffizienz gefragt wird, ist ein tieferes Verständnis der Geschäftslogik notwendig – hier ist der Business-Prozess-Analyst gefragt.“

Die Aufgabe des Datenanalysten ist es, tragfähige und belastbare Datenpraktiken zu etablieren. Der Umfang solcher Zusammenarbeit variiert stark – von wenigen Berichten bis zu langfristigen Partnerschaften mit Hunderten von Analysen.

„Daten sind lebendig und in jeder Organisation einzigartig“, sagt Kairys. „Oft zeigt sich, dass Rohdaten und Berichtsergebnisse nicht übereinstimmen. Dann ist es besonders wichtig, Datenqualität zu prüfen und die Analyseprozesse kritisch zu hinterfragen. Mit klar definierten Anforderungen kann der Datenanalyst helfen, subjektive Verzerrungen zu eliminieren – und damit eine objektive, belastbare Entscheidungsgrundlage schaffen.“

So können beispielsweise Plan-Ist-Abgleiche durchgeführt, saisonale Schwankungen berücksichtigt und auf externe Einflussfaktoren wie Wetterdaten reagiert werden. Aber: Einheitslösungen bringen selten echten Mehrwert – jedes Projekt erfordert eine individuelle Herangehensweise.

Analysekompetenz gezielt einsetzen

Die Auswahl des richtigen Analyseprofils setzt ein klares Verständnis für die unternehmensspezifischen Anforderungen und eine langfristige strategische Vision voraus. Sowohl Datenanalysten als auch Business-Prozess-Analysten können den Unternehmenserfolg maßgeblich steigern – vorausgesetzt, sie werden passend in Prozesse integriert.

Wer den passenden Spezialisten auswählt, stellt sicher, dass die vorhandenen Daten nicht nur gelesen, sondern richtig verstanden und wirtschaftlich genutzt werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Anleihe zeigt, wie teuer Musks KI-Traum wirklich ist
25.06.2026

Elon Musk verkauft Anlegern eine Anleihe über 25 Milliarden Dollar und damit mehr als nur SpaceX. Hinter dem Deal steckt der Versuch,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Tesla drückt aufs Gas: 1.000 neue Jobs für das Werk in Grünheide
25.06.2026

Der US-Elektroautobauer Tesla lässt die Absatzkrise hinter sich und rüstet sich für die steigende Nachfrage. Mit erheblichem personellem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schluss mit leeren Versprechen: Bahn-Chefin schraubt die Erwartungen herunter
25.06.2026

Verlässlichkeit statt leerer Versprechungen: Die Deutsche Bahn verabschiedet sich von der geplanten Verdopplung der Fahrgastzahlen. Eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzverhandlung im Kanzleramt: Länder erhöhen Druck auf Merz
25.06.2026

Angesichts leerer Kassen fordern Kommunen und Bundesländer vehement finanzielle Entlastung vom Bund. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz...

DWN
Technologie
Technologie Anthropic gegen Alibaba: KI-Firma wirft Chinesen Kopier-Attacke vor
25.06.2026

Die KI-Firma Anthropic gilt als schärfster Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI. Jetzt könnten ihre Vorwürfe in Richtung China für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handelsstreit abgewendet: EU-Staaten besiegeln Zoll-Abkommen mit den USA
25.06.2026

Kurz vor dem 4. Juli machen die EU-Mitgliedstaaten den Weg für den US-Deal frei. Damit soll ein drohender Handelskrieg endgültig...

DWN
Politik
Politik AfD-Parteiverbot: NGO-Gutachten sieht gute Chancen für ein AfD-Verbotsantrag
25.06.2026

Eine Gruppe von Experten der NGO „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ (GFF) hat das Grundsatzprogramm der AfD, ihre Wahlprogramme und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Saab-Aktie zeigt Europas neue Abhängigkeit von Kriegsgerät
25.06.2026

Saab baut Waffen, Tarnsysteme und Flugabwehr für ein Europa, das Russland längst wieder als Hauptbedrohung sieht. Der Geschäftsbereich...