Wirtschaft

Neues Werk für NATO-Kampfjet: Rheinmetall startet Produktion in NRW

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat in Weeze (Nordrhein-Westfalen) eine hochmoderne Fertigungsanlage für Bauteile des Tarnkappenbombers F-35 fertiggestellt. Die Investitionssumme für das Werk beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro.
01.07.2025 13:17
Lesezeit: 2 min
Neues Werk für NATO-Kampfjet: Rheinmetall startet Produktion in NRW
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender des Rüstungskonzerns Rheinmetall, spricht im Werk der Rheinmetall Aviation Service GmbH in Weeze (Foto: dpa). Foto: Oliver Berg

Wie Konzernchef Armin Papperger bei der Eröffnung vor Ort mitteilte, soll die Produktion "in wenigen Tagen – vielleicht schon morgen" starten. Die neue Anlage wird zentrale Komponenten für das modernste Kampfflugzeug der NATO liefern und markiert einen wichtigen Schritt in Rheinmetalls Rolle als Zulieferer im internationalen Verteidigungsmarkt.

Rheinmetall ist als Zulieferer des US-Konzerns Northrop Grumman tätig, der die aus etwa 300.000 Einzelteilen bestehenden Rumpfmittelteile in den USA bislang selbst produziert. Die F-35 gilt als der modernste Kampfjet der Welt, Deutschland hat 35 davon bestellt. Sie sollen veraltete Tornado-Flugzeuge ersetzen.

Das Kerngeschäft von Rheinmetall besteht derzeit aus Artillerie, Panzern, Munition und Flugabwehr-Geschützen. Deutschlands größter Rüstungskonzern, der als Folge des Ukraine-Krieges stark wächst, verbreitert sein Portfolio und setzt auch stärker auf Drohnen, Satelliten und Luftfahrt generell - die Zusammenarbeit mit Northrop Grumman und dem F-35-Generalunternehmer Lockheed Martin ist hierbei ein wichtiger Schritt.

Produktion wird schrittweise hochgefahren

Pro Jahr sollen in Weeze im Normalbetrieb 30 Rumpfmittelteile gebaut werden, mit einer zusätzlichen Schicht könnten es mehr werden. "Bis zu 36 dieser Herzstücke für den vielseitigsten und den leistungsfähigsten Kampfjet der Welt wollen wir hier in Weeze jährlich produzieren", sagte Rheinmetall-Chef Papperger und zeigte sich zuversichtlich, dass auch Deutschland noch nachbestellen werde.

Der Bau des zwei Tonnen schweren Mittelteils ist eine komplizierte Sache, nach einer Reihe von technischen Vorarbeiten und unterschiedlichen Produktionsschritten wird das erste Rumpfmittelteil planmäßig im Herbst 2026 ausgeliefert. Es geht in die USA, wo das Kampfflugzeug mit allen anderen Bauteilen montiert wird und für das Radar unauffindbar werden soll.

Bislang arbeiten 200 Menschen an dem Standort in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Weeze, im Herbst 2026 sollen es mehr als 400 sein. Rheinmetall hat eine Art Rahmenvertrag über 400 F-35-Rumpfmittelteile, die in einem Zeitraum von 17 bis 20 Jahren gebaut werden sollen. Die Produktion wird schrittweise hochgefahren.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst kam als Gast zu der Bauabschluss-Feier. "Das transatlantische Bündnis ist in diesen Tagen nicht immer ganz einfach", sagte der CDU-Politiker. Aber die Kooperation von Rheinmetall mit den US-Rüstungskonzernen sei der beste Beweis dafür, dass die transatlantische Verbindung funktioniert und sie weiter eng und vertrauensvoll ist.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Zufall mit System: Die entscheidende Rolle von RNGs im Gaming

Viel mehr als Würfel-Glück: Erfahre, wie Zufallsgeneratoren von Slot-Klassikern bis hin zu KI-Welten für Fairness, Immersion und echten...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Dokumentenanalyse mit KI: Was Unternehmen jetzt beachten sollten
08.06.2026

KI revolutioniert die Dokumentenanalyse und stellt Unternehmen, Verwaltungen und Beschäftigte vor eine neue Arbeitsteilung. Welche Rolle...

DWN
Panorama
Panorama Fußball-WM 2026 in USA, Kanada und Mexiko: UN-Experten warnen vor gefährlichen Hitzewellen
08.06.2026

Millionen Fans freuen sich auf die größte Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten. Doch die klimatischen Bedingungen in Teilen...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg zeigt neue Gefahr aus Russland
08.06.2026

Putin wirkt geschwächt, doch genau das könnte Europa gefährlich werden. In Russland wächst der Druck auf den Kreml, ukrainische Drohnen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fehlendes Wagniskapital: Warum deutschen Biotech-Firmen das Geld ausgeht
08.06.2026

Neue Therapien, Impfstoffe und Hightech-Lösungen entstehen oft in deutschen Laboren. Doch zwischen Forschungserfolg und wirtschaftlichem...

DWN
Finanzen
Finanzen Energieaktien: Diese drei Titel könnten zehn Jahre lang kassieren
08.06.2026

Öl wird teurer, Gas bleibt politisch, und plötzlich wirken alte Energiekonzerne wieder erstaunlich modern. Chevron, Enbridge und...

DWN
Finanzen
Finanzen Halbleiter-Aktien im Stresstest: Kommt jetzt die große Trendwende?
08.06.2026

Nach Monaten rasanter Kursgewinne geraten Halbleiter-Aktien plötzlich weltweit unter Druck. Doch zum Start in die neue Handelswoche zeigen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Sentix-Index steigt erneut: Eurozone sendet Lebenszeichen
08.06.2026

Die Wirtschaft im Euroraum sendet vorsichtige Signale der Erholung. Ein viel beachteter Konjunkturindikator verbessert sich bereits zum...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie unter Druck: Auftragseingänge brechen überraschend ein
08.06.2026

Die deutsche Industrie bekommt die Folgen geopolitischer Spannungen zunehmend zu spüren. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung trüben...