Wirtschaft

Arbeitslosigkeit im Juli: Fast drei Millionen Menschen betroffen

Die Sommerpause belastet den deutschen Arbeitsmarkt – und das deutlich stärker als üblich. Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Juli auf 2,979 Millionen. Besonders betroffen sind junge Menschen, Auszubildende und strukturschwache Regionen. Die Trendwende ist frühestens im Herbst in Sicht – doch auch die bietet nur begrenzte Hoffnung.
31.07.2025 11:13
Lesezeit: 1 min

Zahl der Arbeitslosen steigt im Juli auf fast drei Millionen

Die Arbeitslosigkeit nimmt im Juli saisonbedingt zu. Die Marke von drei Millionen dürfte jedoch erst im August überschritten werden.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli im Vergleich zum Vormonat um 65.000 auf 2,979 Millionen Menschen gestiegen. Das sind 171.000 mehr als im Juli 2024, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote legte gegenüber dem Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent zu.

Große Unterschiede zwischen Nord und Süd

Die Quote ist in den Stadtstaaten Bremen (11,8 Prozent) und Berlin (10,3) weiterhin am höchsten, in den südlichen Bundesländern Bayern (4,0) und Baden-Württemberg weiter am niedrigsten. Für ihre Statistik griff die Bundesagentur auf Daten zurück, die bis zum 14. Juli erhoben wurden.

Drei-Millionen-Grenze zuletzt 2015 überschritten

Ein Anstieg über drei Millionen, wie zuletzt im Februar 2015, wird von Arbeitsmarktexperten im August erwartet. Danach besteht zumindest die Aussicht auf Besserung. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hatte zuletzt ungeachtet zahlreicher Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft Hoffnung auf Erholung im Herbst geweckt.

"Die Arbeitslosigkeit ist aufgrund der beginnenden Sommerpause gestiegen. Die Unternehmen sind weiter zurückhaltend bei der Meldung neuer Stellen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt kaum noch zu", sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles.

Zahl der offenen Stellen sinkt weiter

Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen gab die Bundesagentur mit 628.000 an. Das sind 75.000 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt erhielten im Juli 991.000 Menschen Arbeitslosengeld. 3,877 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter waren berechtigt, Bürgergeld zu beziehen. Darunter auch Menschen, die zwar arbeiten, deren Einkommen aber nicht reicht.

Ausbildungsmarkt bleibt angespannt

Auf dem Ausbildungsmarkt haben sich seit Oktober vergangenen Jahres 414.000 junge Leute bei den Arbeitsagenturen um eine Ausbildungsstelle bemüht, 12.000 mehr als im Jahr zuvor. 140.000 von ihnen waren im Juli noch unversorgt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze lag im Juli bei 466.000 und damit um 26.000 unter dem Vorjahr. 182.000 unbesetzte Lehrstellen waren im Juli noch zu vermitteln.

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