Wirtschaft

Stahlindustrie vorm Aus: Maxhütte-Rohrwerk in Bayern schliesst

Das endgültige Aus der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg erschüttert die Region. Rund 300 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze, nachdem auch der letzte Versuch einer Rettung scheiterte. Das traditionsreiche Werk steht seit mehr als 150 Jahren für Stahlindustrie und wirtschaftliche Stärke in der Oberpfalz.
24.09.2025 15:48
Aktualisiert: 25.09.2025 07:33
Lesezeit: 2 min
Stahlindustrie vorm Aus: Maxhütte-Rohrwerk in Bayern schliesst
Das Foto vom 24.07.2000 zeigt einen Mitarbeiter der Maxhütte in seinem Schutzanzug beim Hochofenabstich im oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg. (Foto: dpa) Foto: Stefan_Kiefer

Ende einer Ära: Rohrwerk Maxhütte in Sulzbach schließt endgültig

Monatelang suchte die Verwaltung nach Investoren, doch die Insolvenz ließ keine Rettung zu. Insolvenzverwalter Jochen Zaremba erklärte, dass die Besitzverhältnisse das größte Hindernis bildeten. Grundstücke und Anlagen lagen nicht in der insolventen Gesellschaft, sondern beim Eigentümer. Da dessen Preisvorstellungen weit über den Angeboten potenzieller Käufer lagen, scheiterten alle Verhandlungen.

Die Belegschaft erhielt ihre Freistellung. Mit dem Betriebsrat laufen Gespräche über einen Sozialplan, anschließend folgen Kündigungen. Damit gehen für viele Familien in Sulzbach-Rosenberg sichere Arbeitsplätze verloren. Die Region muss sich nun neu orientieren.

Historische Bedeutung der Maxhütte

Die Maxhütte durchlief in ihrer Geschichte mehrfach schwere Krisen. Schon 2002 führte eine langwierige Insolvenz zur Stilllegung. Damals wurde das Werk ausgegliedert, saniert und unter neuer Führung weitergeführt.

Doch die Probleme kehrten zurück. 2022 startete ein weiteres Insolvenzverfahren, bei dem immerhin ein Investor einsprang. Trotzdem folgte 2024 eine erneute Insolvenz, die nun zum endgültigen Aus führte. Für die Menschen in Sulzbach-Rosenberg bedeutet das einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen und Perspektiven.

Symbol für die deutsche Stahlindustrie

Über viele Jahrzehnte galt die Maxhütte als eines der bekanntesten Stahlwerke in Deutschland. Tausende Beschäftigte arbeiteten dort, und die Region identifizierte sich stark mit der Stahlindustrie. Das Werk prägte nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das soziale Leben.

Die bayerische Staatsregierung versuchte, mit etwa 250 Millionen Euro den Fortbestand zu sichern. Teilweise stieg der Staat sogar als Miteigentümer ein. Doch selbst diese massiven Hilfen konnten die wiederkehrende Insolvenz nicht aufhalten. Die Maxhütte zeigt damit exemplarisch, wie schwer die deutsche Stahlindustrie unter globalem Wettbewerbsdruck leidet.

Bitteres Ende für Sulzbach-Rosenberg

Die endgültige Schließung bedeutet das Ende einer langen Tradition. Mehr als 150 Jahre lang prägte die Maxhütte die Region. Heute bleibt eine Lücke, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell schwer zu füllen ist.

Sulzbach-Rosenberg steht nun vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Arbeitsplätze in der Stahlindustrie gelten nicht mehr als sicher, und viele Familien müssen neue Wege finden. Die Insolvenz der Maxhütte verdeutlicht, wie stark Globalisierung und Standortverlagerungen ganze Regionen verändern können.

Aiwanger bittet um Unterstützung

Die Bundesregierung könnte die Schließung des traditionsreichen Maxhütte-Rohrwerks in Sulzbach-Rosenberg aus Sicht von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert (Freie Wähler) noch abwenden. Die Produkte des Unternehmens seien für die deutsche Industrie von erheblicher Bedeutung, schrieb er in einem Brief an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Darin appellierte er an die CDU-Politikerin, eine Unterstützung durch die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau prüfen zu lassen.

Das Maxhütte-Rohrwerk ist laut Aiwanger einer der letzten beiden inländischen Produzenten für nahtlose Rundrohre für Erdgas- und Geothermiebohrungen sowie für Wasserstoff. „Das Unternehmen sieht vielversprechende Möglichkeiten zur Erschließung neuer Geschäftsfelder insbesondere im Rüstungsbereich sowie im erweiterten Automotive-Segment“, schrieb er in dem Brief. Die Schließung würde aus Aiwangers Sicht zu einer kritischen Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten führen.

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