Finanzen

Teurer Überziehungs-Kredit: Fast 20 Prozent Zinsen

Das Girokonto dauerhaft in den Miesen stehenzulassen, ist keine gute Idee. Eine Auswertung zeigt, dass vor allem bei kleineren Banken der Dispokredit sehr teuer ist. Warum viele Bankkunden für Dispokredite fast 20 Prozent Zinsen zahlen müssen.
21.11.2025 07:34
Lesezeit: 2 min
Teurer Überziehungs-Kredit: Fast 20 Prozent Zinsen
Teurer Dispo: Im Schnitt beträgt der Aufschlag dann 4,26 Prozentpunkte, in der Spitze kommen so Zinssätze von bis zu 19,75 Prozent zustande. (Foto: dpa) Foto: Robert Michael

Teurer Überziehungs-Kredit: Fast 20 Prozent Zinsen

Das Girokonto zu überziehen, bleibt ein sehr teurer Weg, um sich Geld zu leihen. Bereits innerhalb des vereinbarten Dispositionsrahmens verlangen die Geldhäuser im Schnitt 11,31 Prozent Zinsen, wie eine aktuelle Datenanalyse des Vergleichsportals Verivox ergeben hat. Wer die Obergrenze überschreitet, muss nochmals höhere Zinsen zahlen. Im Schnitt beträgt der Aufschlag dann 4,26 Prozentpunkte, in der Spitze kommen so Zinssätze von bis zu 19,75 Prozent zustande.

Grundlage der Analyse ist ein Datensatz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zu 6.800 Girokonto-Modellen von rund 1.100 Banken und Sparkassen. Bei 5.207 Kontomodellen ist eine Überziehung grundsätzlich möglich und mit bestimmten Zinsen ausgewiesen.

Genossenschaftsbanken langen zu

In der Spitze verlangen einzelne Banken schon innerhalb des Disporahmens bis zu 15,31 Prozent Zinsen. Vor allem Volks- und Raiffeisenbanken langen richtig zu: Unter den 20 Banken mit den höchsten Dispo-Zinsen befinden sich zwölf genossenschaftliche Kreditinstitute, sieben Sparkassen und eine überregionale Privatbank, wie Verivox berichtet. Das gleiche Bild ergibt sich, wenn auf die Zinsen für geduldete Überziehungen des Disporahmens geschaut wird.

„Während die Sparzinsen in den letzten Monaten durch die gelockerte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank deutlich gesunken sind, müssen Bankkunden für das Minus auf dem Konto immer noch sehr hohe Zinsen zahlen“, stellt der Verivox-Finanzexperte Oliver Maier fest.

Bei der Auswahl ihres Girokontos sollten Kunden allerdings nicht nur auf niedrige Überziehungszinsen achten. Auch Kosten für Kontoführung, Karten und Bargeldabhebungen seien zu beachten, mahnt Maier. Wer auf dem Girokonto dauerhaft im Minus steht, sollte sich nach Alternativen umsehen. Ein Ratenkredit mit günstigen Konditionen sei mitunter nur halb so teuer wie der Kredit über das Girokonto.

Vergleichsportal der Bafin

Seit Jahresbeginn gibt auch die Bafin den Verbraucherinnen und Verbrauchern auf einer eigenen Website Orientierung im Konten-Dschungel. Mit wenigen Mausklicks können Nutzerinnen und Nutzer Merkmale für ihr Wunschkonto festlegen und bis zu drei Kontomodelle direkt miteinander vergleichen. Um ein Konto zu eröffnen, müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher dann an den jeweiligen Anbieter wenden.

Zusätzlich zu Girokonten führt der Bafin-Kontenvergleich Kontenmodelle für Minderjährige, Auszubildende, Studierende oder Menschen in Rente auf. Zudem sogenannte Basiskonten: Mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie hat in Deutschland seit dem 19. Juni 2016 jeder Bürger Anspruch auf ein Girokonto. Zuvor hatten es beispielsweise Menschen ohne festen Wohnsitz oder Flüchtlinge oft schwer, ein Konto zu eröffnen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

 

DWN
Unternehmen
Unternehmen Xiaomi-Elektroautos: Warum dieser Milliardär Volkswagen und Tesla gefährlich werden könnte
31.10.2026

Er verkaufte Smartphones, wurde Milliardär und stieg schließlich ins Autogeschäft ein. Mit seinem ersten Elektroauto gelang Xiaomi-Chef...

DWN
Panorama
Panorama Kommunale Schulden wachsen deutlich: Deutschlands Städte unter Druck, die KfW warnt
31.10.2026

Die integrierte Verschuldung der deutschen Kommunen ist 2025 deutlich gestiegen. Ende des Jahres entfielen rechnerisch 4.907 Euro Schulden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 70 Jahre Fernsehwerbung: Das beste Marketing, das Deutschland nie vergessen hat
31.10.2026

Ein Fleck auf der Tischdecke, ein Waschmittel und ein Satz, der hängen blieb: 1956 begann die Fernsehwerbung in Deutschland. Seitdem haben...

DWN
Immobilien
Immobilien Heizungstausch finanzieren: So nutzen Eigentümer Förderung, Kredit und Steuerbonus
31.10.2026

Eine neue Heizung kann langfristig Geld sparen, verlangt zunächst aber eine beträchtliche Investition. Eigentümer müssen deshalb...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensbarometer 2026: ETF-Boom hält an, Anteil der Privatanleger stagniert
31.10.2026

ETFs werden in Deutschland immer beliebter, doch der Anteil der Menschen mit Wertpapieren stagniert. Das neue Vermögensbarometer des...

DWN
Finanzen
Finanzen KfW-Gründerkredite: 225 Millionen Euro zugesagt – doch Banken werden strenger
31.10.2026

Die staatliche Förderbank KfW hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gründerkredite zugesagt. Gleichzeitig verschärfen deutsche...

DWN
Immobilien
Immobilien Gebäudetyp E: Weniger Extras sollen den Wohnungsbau günstiger machen
31.10.2026

Weniger Steckdosen, dünnere Decken und niedrigere Baukosten: Der Gebäudetyp E soll den Wohnungsbau in Deutschland erleichtern. Ein neuer...

DWN
Panorama
Panorama Volvo ebenso verdächtig wie BYD: Polnisches Militär verhängt Verbot für Friedhofsparkplätze
31.10.2026

Das Militär führt Einschränkungen für Autofahrer ein, die rund um Allerheiligen den Parkplatz am Osobowicki-Friedhof in Breslau nutzen...