Wirtschaft

Porsche-Aktie: Absatzkrise in China – Porsche verkauft deutlich weniger Fahrzeuge

Porsche spürt die anhaltende Marktschwäche in China deutlich: Der Absatz ging 2025 um rund ein Viertel auf 41.900 Fahrzeuge zurück. Insgesamt lieferte das Unternehmen 279.400 Sport- und Geländewagen aus – so wenige wie seit 2020 nicht mehr. Den Anlegern gefällt das nicht, die Porsche-Aktie steht vor dem Wochenende unter Druck.
16.01.2026 15:28
Lesezeit: 2 min
Porsche-Aktie: Absatzkrise in China – Porsche verkauft deutlich weniger Fahrzeuge
Porsche verkauft 2025 weltweit 10 Prozent weniger Fahrzeuge. Besonders in China sinkt der Absatz dramatisch auf 41.900 Autos. Der Macan bleibt das beliebteste Modell (Foto: dpa). Foto: Jan Woitas

Porsche-Aktie unter Druck: Herausfordernde Marktbedingungen und harter Wettbewerb

Die Porsche-Aktie hat am Freitag zeitweise mehr als ein Prozent eingebüßt, damit lag der MDAX-Wert aber noch etwas besser als die anderen deutschen Autobauer.

In China handelt es sich um den vierten Absatzrückgang in Folge. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte Porsche noch fast 95.700 Sport- und Geländewagen in der Volksrepublik verkauft. Als wesentliche Gründe für den erneuten Rückgang nannte Porsche die herausfordernden Marktbedingungen und einen harten Wettbewerb, vor allem bei E-Modellen. Der frühere Porsche-Chef Oliver Blume hatte im vergangenen Jahr mehrfach betont, dass der Markt für Luxusprodukte in der Volksrepublik förmlich zusammengebrochen sei.

Mit Wachstum rechnete Blume kurz vor seinem Abtritt nicht. Einer der Gründe dafür ist die Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, bei denen das Geld wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt. Seit Anfang Januar ist Michael Leiters neuer Porsche-Chef, Blume konzentriert sich auf die Führung der Konzernmutter Volkswagen .

Minus in fast allen Weltregionen

Aber auch in den anderen Weltregionen läuft es für Porsche nicht rund: Nach China am deutlichsten verloren hat der Konzern im Heimatmarkt Deutschland (minus 16 Prozent) und im Rest Europas (minus 13 Prozent). In den Übersee- und Wachstumsmärkten - dazu gehören zum Beispiel Afrika, Lateinamerika, Australien, Japan und Südkorea - verbuchen die Schwaben ebenfalls ein leichtes Minus. Immerhin: In der größten Vertriebsregion Nordamerika liegen die Zahlen mit gut 86.200 Auslieferungen auf Vorjahresniveau.

Im Vergleich zu 2024 verkaufte Porsche ein Zehntel weniger Sport- und Geländewagen. Fast die Hälfte des Rückgangs geht auf die Schwäche in China zurück. Bereits 2024 war der Gesamtabsatz um drei Prozent auf rund 310.700 gesunken.

"Nach mehreren Rekordjahren liegen wir mit den Auslieferungen in 2025 unter dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung entspricht unseren Erwartungen", sagte Vertriebsvorstand Matthias Becker. Dieser Trend sei neben der schwächeren Nachfrage nach exklusiven Produkten in China unter anderem auch auf Angebotslücken bei bestimmten Modellen zurückzuführen.

Macan ist Spitzenreiter

Der Kompakt-SUV Macan war im vergangenen Jahr das bestverkaufte Modell. Die VW-Tochter lieferte davon gut 84.300 Stück aus - ein Plus von zwei Prozent. Mehr als die Hälfte entfiel auf die vollelektrische Variante. Der Sportwagenklassiker 911 legte leicht auf fast 51.600 Fahrzeuge zu. Das sei ein Auslieferungsrekord, hieß es.

Bei allen anderen Modellen ging es 2025 bergab - unter anderem beim Modell 718, beim Panamera und dem vollelektrischen Taycan. Einen Verkaufsknick von 21 Prozent gab es beim bislang auslieferungsstärksten Modell, dem SUV Cayenne. 22,2 Prozent der verkauften Porsche-Fahrzeuge waren reine Stromer.

Becker: Planen Volumen "realistisch"

Mit Blick auf das laufende Jahr gab sich Becker zurückhaltend: Angesichts des Produktionsauslaufs von 718 und Verbrenner-Macan plane man das Volumen "realistisch". Die Modelle laufen unter anderem wegen Cybersicherheitsregeln aus. Direkte Nachfolger gibt es nicht. Ein E-Modell von Cayman und Boxster ist in der Entwicklung, verzögert sich aber. Auf ein neues Verbrenner-Modell im Macan-Segment dürften Porsche-Fans noch länger warten müssen. Porsche hatte 2025 sukzessive angekündigt, entgegen ursprünglicher Pläne wieder stärker auf Verbrenner zu setzen und E-Modelle zu verschieben.

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