Politik

Wadephul warnt: Europas Einheit steht auf dem Prüfstand

In turbulenten Zeiten fordert Außenminister Johann Wadephul Geschlossenheit von den Europäern. Vor Reisen zu EU- und Nato-Partnern in Lettland und Schweden warnte der CDU-Politiker, dass Spaltungen genau das Ziel seien, auf das geopolitische Gegner wie Russland oder unberechenbare Entscheidungen aus Washington abzielen.
26.01.2026 11:44
Lesezeit: 1 min
Wadephul warnt: Europas Einheit steht auf dem Prüfstand
Außenminister Wadephul fordert vor Reisen nach Nordeuropa europäische Geschlossenheit gegen geopolitische Gegner wie Russland und unberechenbare US-Politik (Foto: dpa). Foto: Bernd von Jutrczenka

Geopolitischen Umbrüchen mir Geschlossenheit begegnen

"In dieser Phase geopolitischer Umbrüche müssen wir Europäer selbstbewusst und geschlossen auftreten und handeln", forderte der CDU-Politiker vor seinem Besuch bei den EU- und Nato-Partnern Lettland und Schweden. Entscheidend sei, "dass wir uns nicht spalten lassen - denn genau darauf zielen jene, die ein Interesse am Zerfall unseres Verteidigungsbündnisses und der Europäischen Union haben".

Trump hatte im Grönland-Konflikt erst vergangene Woche für etwas Entspannung gesorgt, als er erklärte, nun doch keine gewaltsame Lösung anzustreben. Am Wochenende brüskierte er aber erneut Nato-Partner - diesmal mit abfälligen Kommentaren über deren Einsatz in Afghanistan.

Sicherheit unabhängig von den USA

Wadephul betonte: "Das transatlantische Bündnis bleibt für unsere Sicherheit unverzichtbar." Aber man könne und werde sich weder darauf ausruhen, "noch werden wir darin nachlassen, als Europäer unsere eigene Sicherheit künftig stärker selbst in die Hand zu nehmen". Wichtige Debatten im transatlantischen Bündnis dürften zudem nicht dazu führen, "dass unser zentrales Interesse, nämlich die Freiheit und Sicherheit der Ukraine als souveräner Staat, aus dem Fokus gerät". Darauf setze Russlands Präsident Wladimir Putin.

Wadephul: Im Ostseeraum entscheidet sich Sicherheit in Europa

Im Ostseeraum seien einige der engsten EU- und Nato-Partner hybriden Bedrohungen Russlands ausgesetzt, erinnerte Wadephul. "Dort entscheidet sich auch, ob wir durch Zusammenhalt und Stärke dauerhaft für Freiheit, Sicherheit und Wohlstand in Europa sorgen können."

Unter hybriden Bedrohungen wird eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln verstanden, mit der die öffentliche Meinung beeinflusst werden kann. Moskau zugeschriebene staatlich gelenkte Cyberattacken und die Zerstörung von Unterseekabeln zählen ebenfalls dazu. Zudem versucht Russland, mit Hilfe von oft maroden Öltankern - der "Schattenflotte" - Sanktionen zu umgehen.

Rede bei Botschafterkonferenz - Gespräche in Stockholm

In der lettischen Hauptstadt hält Wadephul eine Rede als Ehrengast der lettischen Botschafterkonferenz. Außerdem ist ein Gespräch mit seiner Kollegin Baiba Braze vorgesehen. Am Nachmittag will sich Wadephul in der schwedischen Hauptstadt Stockholm mit seiner Amtskollegin Maria Stenergard treffen. Schweden war erst im März 2024 nach rund 200 Jahren der militärischen Blockfreiheit der Nato beigetreten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie iFLYTEK AINOTE Air 2 bringt KI-gestützte Notizen in ein noch kompakteres E-Ink-Tablet

Für viele Menschen sind die besten Produktivitätstools diejenigen, die nicht versuchen, den gesamten Arbeitstag zu übernehmen. Sie...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Brauchen wir das wirklich? Oder gibt es bessere Alternativen?
05.07.2026

Die Reform der staatlich geförderten privaten Altersfürsorge ist beschlossen – das Altersvorsorgedepot kommt ab 2027. Dann wird das...

DWN
Technologie
Technologie Cybersicherheit braucht weniger Angst und mehr Wissen
05.07.2026

Es ist an der Zeit, dass wir aufhören, Cybersicherheit als Weltuntergang zu verkaufen. Wir sollten sie stattdessen als Teil der...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererhöhung: Steuer auf Spirituosen soll Anfang 2027 steigen
05.07.2026

Hochprozentige alkoholische Getränke sollen zum 1. Januar 2027 höher besteuert werden. Welche Mehreinnahmen im Zuge der Steuererhöhung...

DWN
Immobilien
Immobilien Deutscher Mietmarkt: Warum sich das Vermieten für Private nicht mehr lohnt
05.07.2026

Die Wohnungskrise in Deutschland verschärft sich. Doch während in Talkshows meist über rücksichtslose Immobilienkonzerne debattiert...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niob: Brasiliens Monopol über den nächsten Batterie-Rohstoff
05.07.2026

Der historische SpaceX-Börsengang hat auch den Rohstoff Niob ins Rampenlicht der Märkte gerückt. In Brasilien lagern knapp 90 Prozent...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elon Musks ehemaliger Mitbewohner: „Wir wussten, dass der Mars das Ziel war“
04.07.2026

Vor 25 Jahren hat er Elon Musk davon abgeraten, ein Raketenunternehmen zu gründen. Heute bezeichnet er den SpaceX-Gründer als den...

DWN
Politik
Politik Vor den US-Kongresswahlen ist Trump so unbeliebt wie nie zuvor – doch er hat einen Trumpf im Ärmel
04.07.2026

Donald Trump geht mit schlechten Umfragewerten in die US-Kongresswahl, mittlerweile ist er unbeliebter als Vorgänger Joe Biden. Doch kurz...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mexiko: Dank niedriger Löhne sind sie wettbewerbsfähig
04.07.2026

Im vergangenen Jahr wurden dort 4,09 Millionen Fahrzeuge produziert, womit das Land weltweit den siebten Platz einnimmt. Die Branche...