Politik

Verteidigungsminister Pistorius: Gemeinsame Grönland-Mission der Nato auf gutem Weg

Eine mögliche Grönland-Mission der Nato gewinnt erneut an Dynamik. Gespräche laufen, militärische Interessen sind klar benannt, doch politische Details bleiben offen. Entscheidend ist nun, ob aus Planungen ein gemeinsamer Einsatz wird.
27.01.2026 13:18
Aktualisiert: 27.01.2026 13:18
Lesezeit: 2 min
Verteidigungsminister Pistorius: Gemeinsame Grönland-Mission der Nato auf gutem Weg
Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung, spricht auf der Konferenz der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK): Nato-Mission in Grönland auf gutem Weg (Foto: dpa). Foto: Bernd von Jutrczenka

Pistorius: Gemeinsame Grönland-Mission der Nato auf gutem Weg

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass eine mögliche Grönland-Mission der Nato zustande kommen könnte – womöglich auch gemeinsam mit den USA. "Die Gespräche laufen meines Wissens gut, auf militärischer Ebene zunächst", antwortete er auf die Frage, ob er Hinweise auf eine US-Beteiligung sehe, bei einer Konferenz der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Berlin. Die geplante Grönland-Mission sei dabei ein zentrales Thema innerhalb des Bündnisses.

Innerhalb der Nato sei man auf einem guten Weg, dass der vorgeschlagene Überwachungseinsatz "Arctic Sentry" tatsächlich zu einer "gemeinsamen Operation" werde und damit die Grönland-Mission konkretisiere. Sicher sei das zwar nicht, weil die Gespräche noch laufen würden, sagte der SPD-Politiker weiter. "Aber eigentlich sind wir jetzt wieder in einem Punkt, an dem wir schon vor einem halben oder vor einem Jahr waren." Damit rücke eine Nato-Mission auf Grönland erneut näher.

Geplanter Einsatz soll Nato-Präsenz in der Arktis ausbauen

Den möglichen Überwachungseinsatz mit dem Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) hatten mehrere Nato-Staaten bereits vor der Wende im Konflikt mit den USA um Grönland ins Gespräch gebracht. Der Überwachungseinsatz Arctic Sentry solle im Rahmen der Grönland-Mission für eine stärkere Präsenz des Bündnisses in der Region sorgen. Ob dieser Einsatz Teil der Vereinbarung ist, die laut US-Präsident Donald Trump am vergangenen Mittwoch während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte entstanden war, bleibt unklar.

Die Arktis habe als Verbindung zwischen Europa und Amerika eine "hohe militärische Bedeutung", so Pistorius. "Das wissen unsere amerikanischen Alliierten und auch der amerikanische Präsident." Er sei erleichtert, dass US-Präsident Trump von Drohungen gegenüber Grönland Abstand genommen habe – und man sich nun einig sei, die Insel "als Teil der Arktis gemeinsam zu schützen", sagte er. Die geplante Nato-Mission auf Grönland könne dabei ein wichtiger Baustein sein und die Grönland-Mission langfristig absichern.

Grönland-Mission bleibt sicherheitspolitischer Prüfstein

Die Diskussion um die Grönland-Mission zeigt, wie stark sich geopolitische Interessen in der Arktis verschoben haben. Für die Nato ist Grönland längst mehr als ein Randthema, sondern ein strategischer Knotenpunkt zwischen Europa und Amerika. Der Überwachungseinsatz Arctic Sentry könnte dabei als Türöffner für eine dauerhafte Nato-Präsenz dienen. Gleichzeitig machen die vorsichtigen Aussagen deutlich, dass politische Abstimmungen Zeit brauchen. Ob aus den laufenden Gesprächen tatsächlich eine gemeinsame Nato-Mission auf Grönland entsteht, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Grönland-Mission wird die sicherheitspolitische Debatte im Bündnis weiter prägen.

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