Finanzen

PayPal-Aktie sackt ab: Anleger von PayPal-Quartalszahlen geschockt – was jetzt droht

Die PayPal-Aktie erlebt einen dramatischen Absturz nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem überraschenden Chefwechsel. Die Anleger reagieren nervös, der PayPal-Aktienkurs fällt auf ein neues Tief. Kommt auf den NASDAQ-Wert noch weiteres Ungemach zu?
03.02.2026 13:51
Lesezeit: 2 min
PayPal-Aktie sackt ab: Anleger von PayPal-Quartalszahlen geschockt – was jetzt droht
Prykhodov Foto: Prykhodov

PayPal-Aktie sackt ab: Quartalszahlen schocken Anleger

Die PayPal-Aktie steht nach der Veröffentlichung der aktuellen Geschäftszahlen massiv unter Druck. Der Zahlungsdienstleister hat seine Bücher für das vierte Quartal und das Gesamtjahr geöffnet – doch die Reaktion am Markt fällt eindeutig aus: Die Investoren strafen die PayPal-Aktie ab, der Aktienkurs bricht im Börsenhandel am Dienstag zweistellig ein. Etwa zwei Stunden vor Handelsstart an den US-Börsen rutscht die PayPal-Aktie aktuell im XETRA-Handel über 16,5 Prozent ab auf 37,42 Euro – ein weiterer Rückschlag für den angeschlagenen NASDAQ-Wert.

PayPal-Quartalszahlen: Umsatzplus bleibt unter den Erwartungen

Die jüngsten PayPal-Zahlen zeigen ein gemischtes Bild: Im vierten Quartal meldete PayPal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,23 US-Dollar. Analysten hatten jedoch mit 1,29 US-Dollar gerechnet. Auch beim Umsatz blieb das Unternehmen hinter den Erwartungen zurück: Mit 8,68 Milliarden US-Dollar lag der Quartalsumsatz rund 90 Millionen unter den Prognosen.

Zwar stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 8,33 Milliarden auf 8,7 Milliarden US-Dollar, doch für Anleger zählt vor allem, dass das Wachstum nicht ausreichte. Genau deshalb geriet die PayPal-Aktie nach den Quartalszahlen direkt stark unter Druck. Die sogenannten Transaction Margin Dollars stiegen um drei Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar. Bereinigt um Zinsen lag das Plus bei vier Prozent und 3,7 Milliarden Dollar – dennoch überzeugte das den Markt nicht.

PayPal-Aktienkurs fällt auf neues 5-Jahres-Tief

Der Abwärtstrend der PayPal-Aktie verschärft sich weiter. Mit dem Rücksetzer auf 37 Euro im Tagestief das gestern erreichte 5-Jahres-Tief weiter ausgebaut. Seit dem 29.10.2025 hat der NASDAQ-Wert rund 30 Prozent an Wert verloren.

Auch technisch bleibt die Lage angespannt: Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt aktuell ein Minus von annähernd 23,5 Prozent. Die PayPal-Aktie befindet sich kurzfristig, mittelfristig und langfristig in klaren Abwärtstrends. Erst ein Überschreiten des 20-Tage-Durchschnitts bei 47,95 könnte eine Stabilisierung einleiten. Damit bleibt der PayPal-Aktienkurs in einem düsteren Umfeld gefangen – trotz solider Zahlungsvolumina.

Schwäche bei Transaktionen belastet PayPal-Zahlen

Ein weiteres Problem in den aktuellen PayPal-Zahlen ist die nachlassende Aktivität der Nutzer. Die Gesamtzahl der Zahlungsvorgänge stieg im Quartal nur um zwei Prozent. Auf Jahressicht sank sie sogar um vier Prozent. Besonders kritisch sehen Anleger die Transaktionen pro aktivem Konto: Diese gingen um fünf Prozent auf 57,7 zurück. Die Zahl aktiver Accounts stieg nur leicht auf 439 Millionen.

Zwar legte das Zahlungsvolumen (TPV) um neun Prozent auf 475 Milliarden US-Dollar zu und erreichte im Gesamtjahr 1,79 Billionen Dollar – doch der Markt wertet dies nicht als Gamechanger.

Chefwechsel sorgt für zusätzlichen Druck auf die PayPal-Aktie

Für einen zusätzlichen Schock sorgte die überraschende Personalentscheidung: Am 1. März übernimmt Enrique Lores den CEO-Posten von Alex Chriss. Vorstandsmitglied David Dorman erklärte ungewöhnlich klar: "Das Tempo der Veränderungen und der Umsetzung entsprach nicht den Erwartungen des Vorstands."

Lores kündigte an, "die Umsetzung neuer Innovationen zu beschleunigen und die Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs und Handels zu gestalten". Dennoch bleibt der Markt skeptisch, ob dieser Neustart die PayPal-Aktie schnell stabilisieren kann.

Ausblick enttäuscht: NASDAQ-Wert bleibt unter Druck

Auch der Ausblick fällt ernüchternd aus. Für das erste Quartal stellt PayPal einen Gewinnrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Analysten hatten zuvor mit 1,38 Dollar je Aktie gerechnet.

Für das Gesamtjahr erwartet PayPal lediglich einen leichten Rückgang bis maximal stagnierende Gewinne. Damit bleibt die PayPal-Aktie auch nach den jüngsten PayPal-Quartalszahlen ein Sorgenkind unter den NASDAQ-Werten. Trotz neuer Produkte wie "Pay With Venmo" oder "Buy Now, Pay Later" dominiert aktuell die Unsicherheit: Anleger fragen sich, ob dies bereits der Tiefpunkt für den PayPal-Aktienkurs ist – oder erst der Anfang.

PayPal-Aktie bleibt in der Krise

Die PayPal-Aktie steht nach den enttäuschenden PayPal-Quartalszahlen weiter massiv unter Druck. Zwar konnte der Konzern Umsätze und Zahlungsvolumen steigern, doch Gewinnverfehlung, schwacher Ausblick und sinkende Nutzeraktivität trüben das Bild. Der PayPal-Aktienkurs rutschte auf ein neues 5-Jahres-Tief und bestätigt den langfristigen Abwärtstrend. Der überraschende Chefwechsel zu Enrique Lores soll einen Neustart signalisieren, doch Anleger bleiben skeptisch. Für den NASDAQ-Wert bleibt entscheidend, ob Innovationen wie Venmo und Buy Now Pay Later bald Wachstum liefern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rekrutierung von Führungskräften: Wie Unternehmen Fehlbesetzungen vermeiden
07.03.2026

Fehlbesetzungen im Management entstehen oft weniger aus mangelnder Qualifikation als aus Schwächen im Rekrutierungsprozess und in der...

DWN
Finanzen
Finanzen Angriff auf PayPal, Visa, Mastercard: Digitaler Euro rückt näher
07.03.2026

[Subline] Der digitale Euro soll Europa unabhängiger von US-Zahlungsanbietern machen. In Brüssel wird über den finalen Gesetzestext...

DWN
Politik
Politik Europas Volkswirtschaften unter Reformdruck: Leistungsanreize als Schlüssel zur Stabilität
07.03.2026

Deutschland und andere europäische Volkswirtschaften stehen durch steigende Sozialausgaben, hohe Krankenstände und eine alternde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die Elektroauto-Euphorie ist vorbei: Jetzt kommt die Rechnung
07.03.2026

Abschreibungen in Höhe von rund 50 Milliarden Euro, gestoppte Projekte und eine strategische Kehrtwende zurück zum Verbrennungsmotor: Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Druschba-Stopp erhöht Druck: Adriatische Pipeline als Ausweichroute
07.03.2026

Nach dem Stopp der Druschba-Pipeline rückt Kroatiens Adriatische Ölpipeline als alternative Route für Ungarn und die Slowakei in den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nvidia-Aktie im Fokus: Jensen Huang stellt OpenAI-Investitionen infrage
06.03.2026

Die Nvidia-Aktie steht im Fokus, nachdem Konzernchef Jensen Huang weitere Milliardeninvestitionen in das KI-Unternehmen OpenAI infrage...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU verschärft Aufsicht: Kampf gegen unfaire Praktiken im Agrarhandel
06.03.2026

Die EU verschärft ihre Regeln gegen unfaire Handelspraktiken in der Agrar- und Lebensmittelkette und stärkt die Zusammenarbeit der...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Hebamme statt Sterbebegleiter: Wie der Berliner VC-Fonds seed + speed Ventures europäische KI-Start-ups groß macht 
06.03.2026

Neun von zehn Start-ups liefern Durchschnitt – doch das eine Start-up kann alles verändern. Der Berliner VC-Fonds seed + speed Ventures...