Finanzen

Siemens Healthineers-Aktie: Stark belastet durch Euro und US-Zölle

Die Siemens Healthineers-Aktie startet schwächer ins neue Geschäftsjahr. Euro und US-Zölle belasten Umsatz und Ergebnis spürbar.
05.02.2026 12:26
Aktualisiert: 05.02.2026 12:26
Lesezeit: 3 min

Starker Euro und Zölle belasten Siemens Healthineers

Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers ist schwächer in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der starke Euro sowie die US-Zölle drückten auf das erste Geschäftsquartal (bis Ende Dezember). Die Ergebnisse fielen jedoch nicht so stark aus wie erwartet. Robust zeigte sich weiterhin der Auftragseingang. Gut entwickelten sich das Kerngeschäft mit der Bildgebung und die neue Sparte Precision Therapy, die den US-Krebsspezialisten Varian umfasst. Dagegen bleibt der Bereich Labordiagnostik wegen der anhaltenden Probleme in China schwach. An seiner Jahresprognose hält das Management um Konzernchef Bernd Montag fest.

Die im Dax notierte Aktie startete am Donnerstag zunächst mit Kursgewinnen, verlor diese jedoch schon nach kurzer Zeit wieder. Zuletzt notierte sie rund 1,2 Prozent im Minus.

Analysten: Zahlen durchwachsen, Kerngeschäft stark

Ein Aktienhändler bezeichnete die Zahlen angesichts der Rückgänge als durchwachsen. Im Kerngeschäft auf vergleichbarer Basis sei das erste Quartal stark gewesen, schrieb hingegen David Adlington von JPMorgan in einer ersten Einschätzung. Der Diagnostikbereich bremse weiterhin. Positiv hob der Experte die Book-To-Bill-Ratio hervor, die das Verhältnis von Auftragseingang zu den in Rechnung gestellten Umsätzen abbildet.

Umsatz und Ergebnis im Detail

Der Konzernumsatz sank im vergangenen Quartal um 1,5 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Morgen in Erlangen mitteilte. Auf vergleichbarer Basis, also währungs- und portfoliobereinigt, erzielte Healthineers ein Plus von 3,8 Prozent, was unter den Erwartungen der Analysten lag. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank ebenfalls um 1,5 Prozent auf 809 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel um 3,4 Prozent auf 0,49 Euro. Hier hatten Marktexperten einen größeren Rückgang erwartet.

Währungseffekte belasteten das Ergebnis je Aktie mit rund vier Cent. Den Gegenwind durch Zölle bezifferte Finanzvorstand Jochen Schmitz in einer Telefonkonferenz mit sechs Cent.

Kerngeschäft und Präzisionstherapie: Lichtblicke

Montag sprach von "einem sehr guten Start" im Kerngeschäft. Der Bereich Präzisionstherapie konnte seine Profitabilität deutlich steigern, Treiber war dabei Varian. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) bei der Bildgebung wurde hingegen durch Währungseffekte und Zölle um zwei Prozentpunkte belastet. Sie verschlechterte sich jedoch nur leicht um 0,3 Prozentpunkte und blieb mit 21,6 Prozent Spitzenreiter im Konzern.

Labordiagnostik bleibt Problemfall

Die Labordiagnostik bleibt der schwächste Bereich bei Healthineers. Hier belasten zusätzlich das anhaltend schwierige Chinageschäft sowie strukturelle Umwälzungen. Das Land ist im Zuge seiner Antikorruptionskampagne zu einer zentralen, volumenbasierten Beschaffung übergegangen. Zudem sind die Erstattungsbeträge gesunken. Umsatz und Profitabilität fielen deutlich zurück, die bereinigte operative Marge betrug 2,1 Prozent und war die schwächste im Konzern.

Healthineers zählt die Labordiagnostik nicht mehr zum Kerngeschäft. Die Sparte, die keine Synergien zum restlichen Unternehmen bietet, soll in den kommenden Jahren eigenständig agieren. Eine mögliche Trennung danach bleibt offen.

Jahresprognose 2025/26

Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 soll der vergleichbare Umsatz weiterhin um fünf bis sechs Prozent wachsen. Mit Ausnahme des Labordiagnostik-Geschäfts, für das zunächst Stagnation erwartet wird, sollen alle Bereiche zulegen. Finanzvorstand Schmitz geht für das zweite Quartal von einer Umsatzentwicklung unterhalb der Jahresprognose aus. Bei der Labordiagnostik dürfte das Minus noch stärker ausfallen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie prognostiziert Healthineers weiterhin bei 2,20 bis 2,40 Euro. Im Vorjahr lag es bei 2,39 Euro.

Entkonsolidierung durch Siemens: Vorbereitung läuft

Unterdessen schreiten die Vorbereitungen für die Entkonsolidierung durch die Muttergesellschaft Siemens laut Montag voran. Healthineers bereite sich auf eine entsprechende Refinanzierung vor, die durch die Abspaltung entstehen könnte.

Siemens hatte Mitte November angekündigt, sich von seiner Medizintechniktochter zu trennen. In einem ersten Schritt sollen 30 Prozent des ebenfalls im Dax notierten Unternehmens vorzugsweise in Form einer Abspaltung an die Siemens-Aktionäre weitergereicht werden. Investoren hatten diesen Schritt schon länger gefordert, da das Geschäft von Healthineers keine Synergien zu Siemens aufweist und viel Kapital bindet.

Die Entkonsolidierung wird jedoch Zeit brauchen: Die Details müssen noch ausgearbeitet werden, und die Aktionäre beider Unternehmen müssen zustimmen. Siemens hielt zuletzt noch rund 67 Prozent an den Erlangern.

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