Imperial Brands-Aktie: Reemtsma-Werk in Langenhagen vor dem Aus – 600 Stellen betroffen
Der Tabakkonzern Imperial Brands (ISIN: GB0004544929) plant nach einer gescheiterten Käufersuche die Stilllegung seines Reemtsma-Werks in Langenhagen. Die Produktion an dem Standort nahe Hannover soll laut Unternehmensangaben bis 2027 beendet werden. Von dieser Entscheidung sind derzeit rund 600 Beschäftigte betroffen. Für die Imperial Brands-Aktie rückt damit die Restrukturierung stärker in den Fokus.
Trotz umfangreicher und konstruktiver Gespräche mit einem potenziellen Käufer habe sich letztlich keine tragfähige Lösung für die Zukunft des Standorts ergeben, erklärte das Unternehmen. Vor diesem Hintergrund habe sich Imperial Brands dazu entschlossen, die Produktion in Langenhagen schrittweise bis ins Jahr 2027 einzustellen. Auch für Anleger der Imperial Brands-Aktie ist diese Entwicklung von Bedeutung.
Suche nach Käufer seit Oktober
Das Unternehmen hatte den Schritt zuvor auf einer Mitarbeiterversammlung in Langenhagen bekannt gegeben. "Wir haben in den vergangenen Monaten alle realistischen Optionen intensiv geprüft, um den Fortbestand des Standorts zu sichern", erklärte der für die Lieferkette zuständige Manager Sami Naffakh laut Mitteilung. "Dass diese Gespräche nun leider erfolglos geblieben sind, ist für uns alle sehr enttäuschend." Die Entwicklung könnte sich ebenfalls auf die Wahrnehmung der Imperial Brands-Aktie auswirken.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert das Vorgehen deutlich. Nach Angaben der NGG sei sie zu keinem Zeitpunkt in Gespräche eingebunden worden, so Finn Petersen, Vorsitzender des NGG-Landesbezirks Nord. "Bis heute wissen wir nicht einmal, wer die Kaufinteressenten waren." Die Beschäftigten seien über Monate im Ungewissen geblieben, während ihnen wiederholt Hoffnung gemacht worden sei. Auch dies sorgt für Diskussionen rund um die Imperial Brands-Aktie.
Der Mutterkonzern von Reemtsma hatte bereits im Oktober mitgeteilt, eine Schließung des Standorts zu prüfen. Damals hieß es, das Werk solle entweder verkauft oder geschlossen werden. Als Gründe nannte das Unternehmen hohe Produktionskosten sowie eine zu geringe Auslastung. Besonders stark betroffen sei Langenhagen. Ursache seien sinkende Produktionsmengen im klassischen Tabaksegment, was ebenfalls Einfluss auf die Imperial Brands-Aktie haben kann.
Bedeutung des letzten Standorts in Deutschland
Die NGG hatte bereits damals Widerstand gegen die Pläne angekündigt. Als letztes Reemtsma-Werk in Deutschland habe der Standort eine besondere Bedeutung, hieß es. Nach damaligen Angaben der Gewerkschaft plante Reemtsma, die Produktion ins Ausland zu verlagern. Diese strategische Neuausrichtung steht auch im Zusammenhang mit der Entwicklung der Imperial Brands-Aktie.
Das Werk in Langenhagen wurde 1971 in Betrieb genommen. Neben klassischen Fabrikzigaretten und Feinschnitttabak werden dort derzeit auch sogenannte Tabaksticks für Tabakerhitzer hergestellt.
Auswirkungen auf Branche und Imperial Brands-Aktie
Die geplante Schließung des Reemtsma-Werks in Langenhagen markiert einen tiefgreifenden Einschnitt für Beschäftigte, Region und Konzern. Während Imperial Brands wirtschaftliche Zwänge wie hohe Kosten und sinkende Nachfrage betont, bleibt die Kritik der Gewerkschaft deutlich. Für die Imperial Brands-Aktie könnte die Maßnahme kurzfristig als Effizienzsteigerung gewertet werden, langfristig wirft sie jedoch Fragen zur strategischen Ausrichtung auf. Der Strukturwandel im Tabaksektor schreitet sichtbar voran und zwingt Unternehmen zu einschneidenden Entscheidungen. Ob diese Schritte die Wettbewerbsfähigkeit sichern oder neue Risiken schaffen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
