Finanzen

BASF-Aktie: Zahlen enttäuschen Anleger

BASF startet schwach ins Jahr und spürt sinkende Preise sowie Währungsdruck im globalen Chemiegeschäft. Gleichzeitig überdecken Sondereffekte und ein stabiler Cashflow die operative Schwäche nur teilweise.
30.04.2026 10:43
Aktualisiert: 30.04.2026 10:43
Lesezeit: 3 min
BASF-Aktie: Zahlen enttäuschen Anleger
BASF-Aktie: Viel Rauch um Nichts? Ein Schornstein mit der Aufschrift "BASF" steht auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF. (Foto: dpa) Foto: Uwe Anspach

BASF spürt Druck im ersten Quartal

Der Chemiekonzern BASF hat auch im ersten Quartal den Wettbewerbsdruck deutlich zu spüren bekommen. Umsatz und operatives Ergebnis gingen zurück. Dennoch lag der Konzern über den Erwartungen der Analysten. "In diesem anspruchsvollen Marktumfeld hat BASF Widerstandsfähigkeit bewiesen", sagte Finanzvorstand Dirk Elvermann am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte der Vorstand um Unternehmenschef Markus Kamieth trotz des Iran-Kriegs. Die Aktie gab kurz nach dem Handelsstart nach.

Umsatz sinkt trotz Mengenzuwachs

Im ersten Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich um drei Prozent auf 16 Milliarden Euro, wie der im Dax notierte Konzern am Donnerstag vor seiner Hauptversammlung mitteilte. Zwar legten die verkauften Mengen insbesondere im China-Geschäft zu. Doch niedrigere Verkaufspreise sowie negative Währungseffekte, vor allem aus dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi, belasteten das Geschäft deutlich.

Ergebnis unter Druck, aber über Erwartungen

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen verringerte sich im Berichtszeitraum um knapp sechs Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. "Ohne währungsbedingte Belastungen von mehr als 100 Millionen Euro hätte das Ebitda vor Sondereinflüssen das Niveau des Vorjahresquartals erreicht", sagte Finanzvorstand Elvermann in der Telefonkonferenz mit Analysten.

Sondereffekte treiben Gewinn

Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um knapp 15 Prozent auf 927 Millionen Euro. Nach Angaben des Finanzchefs hängt dies vor allem mit einer Zahlung des Bundes aus Staatsgarantien für frühere Russlandaktivitäten der Tochter Wintershall DEA in Höhe von 800 Millionen Euro zusammen. Zudem veräußerte BASF Anteile an seiner Beteiligung am britischen Ölkonzern Harbour Energy. Derzeit hält das Unternehmen noch rund 30 Prozent an dem britischen Unternehmen.

Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund des geplanten Verkaufs der Fahrzeug- und Reparaturlacke an den Investor Carlyle angepasst.

Jahresprognose bestätigt trotz Unsicherheiten

Für das Gesamtjahr peilt BASF beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen weiterhin 6,2 Milliarden bis 7,0 Milliarden Euro an. Damit könnte das Ergebnis um bis zu sechs Prozent steigen, aber auch in gleicher Größenordnung sinken. Im Jahr 2025 fiel der operative Gewinn um 9,5 Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro.

Cashflow volatil, aber verbessert

Der freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) soll im laufenden Jahr zwischen 1,5 Milliarden und 2,3 Milliarden Euro liegen, nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Im ersten Quartal verbesserte sich die Kennziffer zwar gegenüber dem Vorjahr, dennoch flossen in diesem Zeitraum noch Finanzmittel von fast 1,4 Milliarden Euro ab. BASF begründete den negativen Free Cashflow mit der Saisonalität des Agrargeschäfts.

Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd

Auch an den Annahmen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hält der Konzern fest, warnt jedoch davor, dass diese zu optimistisch sein könnten. So könnte der Ölpreis wegen Einschränkungen bei Förderung und Export infolge des Nahost-Konflikts steigen. Bislang kalkuliert BASF mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 65 Dollar je Barrel. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent lag zuletzt bei über 125 Dollar je Barrel.

BASF leidet wie die gesamte Branche unter einer anhaltenden Nachfrageschwäche und sinkenden Preisen. Zusätzlich belastet die US-Zollpolitik. Der Konzern setzt daher verstärkt auf Sparprogramme und will diese weiter ausbauen. Bis Ende 2026 sollen die jährlichen Kosteneinsparungen bei 2,3 Milliarden Euro liegen.

Sparen, Umbau und Ludwigshafen im Fokus

Besonders der Stammsitz in Ludwigshafen soll wettbewerbsfähiger werden. In der BASF SE, die den größten Teil des Geschäfts im Stammwerk bündelt, lag der Verlust vor Zinsen und Steuern bei mehr als einer Milliarde Euro. Das Werk kämpft mit hohen Energiepreisen und geringer Auslastung. Vorstandschef Kamieth kündigte zuletzt keine weiteren größeren Schließungen an. Der bereits angekündigte Mitarbeiterabbau soll sich jedoch 2026 und im Jahr darauf fortsetzen.

Im Stammwerk arbeiten etwa 33.000 Menschen, also rund ein Drittel der weltweiten Belegschaft. Zudem einigten sich Management und Arbeitnehmerseite auf eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt.

China-Standort und neue Konzernstruktur

Auch der neue Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang, der mit Investitionen von 8,7 Milliarden Euro jüngst in Betrieb ging, bleibt zunächst belastet. Im ersten Betriebsjahr erwartet das Unternehmen einen leicht negativen Ergebnisbeitrag.

Parallel dazu treibt BASF den Umbau seines Portfolios voran. Der Konzern will sich von einem breit aufgestellten, stark vernetzten Chemiekonzern hin zu einer Struktur mit einem Kerngeschäft aus vier Sparten und mehreren eigenständigen Einheiten entwickeln.

Zum Kerngeschäft zählen künftig die Bereiche Chemicals mit Basischemikalien und Zwischenprodukten, Materials mit modernen Werkstoffen und Vorprodukten, Industrial Solutions mit Harzen, Additiven und Elektronikmaterialien sowie Nutrition & Care mit Produkten für Lebensmittel- und Futtermittel sowie Inhaltsstoffen für Pharma-, Kosmetik- und Reinigungsprodukte.

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