Politik

Monopolkommission: Tankrabatt kommt an - Spritpreis steigt

Auch das Ifo-Institut errechnet eine höhere Weitergabe als zu Beginn. Die Monopolkommission sieht allerdings bereits im Vorfeld des Steuerrabatts strukturelle Probleme.
12.05.2026 15:18
Lesezeit: 2 min

Monopolkommission: Tankrabatt kommt an - Spritpreis steigt

Der Tankrabatt kommt einer Analyse der Monopolkommission zufolge inzwischen weitgehend bei den Verbrauchern an. Darauf deute ein Vergleich mit den Preisen in Frankreich und Großbritannien hin, teilt das unabhängige Beratergremium der Bundesregierung mit. In den ersten Tagen sei die Weitergabe allerdings unvollständig gewesen. Auch das Münchner Ifo-Institut sieht eine Weitergabe eher knapp unterhalb des Steuerrabatts von 16,7 Cent pro Liter. Mit den Spritpreisen vom Montag kommt Ifo-Experte Florian Neumeier auf einer Weitergabe von 14 Cent bei Diesel und 15 Cent bei Superbenzin.

Sprit hat sich am Montag im bundesweiten Tagesdurchschnitt leicht verteuert. Der Dieselpreis stieg nach Angaben des ADAC um 0,3 Cent auf 1,987 Euro pro Liter, blieb damit aber den vierten Tag in Folge unter 2 Euro. E10 verteuerte sich um 0,6 Cent auf 1,974 Euro.

Preise vor dem Tankrabatt "systematisch erhöht"

Die Monopolkommission kommt in ihrer Analyse allerdings auch auf kritische Punkte: Die Daten sprächen dafür, "dass die Kraftstoffpreise in Deutschland im Vergleich zu Frankreich und Großbritannien bereits vor dem Tankrabatt teilweise systematisch erhöht waren", heißt es vom Gremium. Das passe zu "fortbestehenden Wettbewerbsproblemen auf der deutschen Großhandelsebene".

Die weitgehende Weitergabe des Tankrabatts an die Verbraucherinnen und Verbraucher stehe dazu nicht im Widerspruch, heißt es: "Der Tankstellenmarkt ist trotz hoher Konzentration noch der wettbewerblichste Teil der Wertschöpfungskette. Die Befunde sprechen dafür, dass der überproportionale Preisanstieg vor allem auf der Großhandelsebene entstanden ist, während der Tankrabatt auf Einzelhandelsebene inzwischen weitgehend weitergegeben wurde."

Insgesamt passe das beobachtete Preismuster zu Märkten mit eingeschränktem Wettbewerb und entspreche dem Rakete-und-Feder-Effekt. "Preise steigen in Krisenzeiten oft schnell, sinken bei Entlastungen aber langsamer."

Drei Gründe gegen Verlängerung des Tankrabatts

Insgesamt sieht die Monopolkommission - wie viele Wirtschaftswissenschaftler - den Tankrabatt kritisch. Gegen eine Verlängerung sprächen vor allem drei Gründe: "die hohen fiskalischen Kosten, die sozial ungleiche Entlastungswirkung und der Umstand, dass eine Steuersenkung strukturelle Wettbewerbsprobleme nicht behebt."

Sowohl Ifo als auch Monopolkommission vergleichen für ihre Analysen die Entwicklung der Spritpreise in Deutschland mit der im Ausland. Beim Ifo ist vor allem Frankreich der Maßstab, bei der Monopolkommission Frankreich und Großbritannien. Zudem gibt es methodische Unterschiede, was etwas unterschiedliche Ergebnisse bewirken kann.

Grundsätzlich schwanken die Spritpreise zuletzt je nach Region und Tankstelle aber auch im Tagesverlauf stark. Einzelne Tankstellen können daher deutlich von den bundesweiten Tagesdurchschnittswerten abweichen.

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