Finanzen

Goldpreis aktuell: US-Inflation, Dollar und Renditen bremsen den Goldkurs

Nach einer starken Vorwoche verliert Gold wieder an Schwung. Ausgerechnet die jüngsten US-Konjunkturdaten sorgen für Gegenwind und schüren Zweifel an baldigen Zinssenkungen der Fed. Für Investoren stellt sich damit erneut die Frage: Ist die Rally beim Goldpreis vorerst beendet?
13.05.2026 10:36
Lesezeit: 2 min
Goldpreis aktuell: US-Inflation, Dollar und Renditen bremsen den Goldkurs
Steigende Renditen und ein fester Dollar drücken den Goldpreis aktuell. (Foto: ChatGPT)

Goldpreis aktuell: Das Edelmetall verliert nach heißem Inflationssignal

Der Goldpreis gibt am Mittwoch leicht nach. Belastet wird der Markt vor allem von überraschend kräftigen US-Inflationsdaten, steigenden Anleiherenditen und einem festeren US-Dollar, während geopolitische Risiken im Hintergrund zwar stützen, den Abwärtsdruck derzeit aber nicht vollständig ausgleichen.

Der Goldpreis notierte am Mittwochmorgen kurz nach Handelsstart an der Frankfurter Börse knapp über der Marke von 4.700 US-Dollar je Feinunze. Gegenüber dem Vortag steht der Goldkurs damit im frühen Handel leicht im Minus, nachdem er sich zuvor bis in die Nähe eines Dreiwochenhochs vorgearbeitet hatte. Für Anleger ist das ein Signal, dass der Goldpreis aktuell wieder stärker von Zins- und Währungsfaktoren bestimmt wird als von der klassischen Suche nach dem sicheren Hafen.

Im weiteren Handelsverlauf am Mittwoch weitet der Goldpreis aktuell seine Verluste aus.

US-Inflation dämpft Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen

Der wichtigste Auslöser für die jüngste Schwäche ist die neue US-Inflationszahl. Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics stieg der Verbraucherpreisindex im April gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent; auf Jahressicht kletterte die Teuerung auf 3,8 Prozent. Besonders stark trugen die Energiepreise zum Anstieg bei, die im Monatsvergleich um 3,8 Prozent und im Jahresvergleich um 17,9 Prozent zulegten. Genau diese Entwicklung hat die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank deutlich gedämpft. (bls.gov)

Damit verschiebt sich das makroökonomische Umfeld zulasten von Gold. Reuters zufolge sehen die Märkte inzwischen kaum noch Chancen auf eine Fed-Zinssenkung in diesem Jahr; stattdessen wird für Dezember wieder eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung eingepreist. Parallel dazu hielt sich der Dollarindex am Mittwoch bei 98,335 Punkten nahe einem Wochenhoch, während die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen auf rund 3,996 Prozent und die Rendite zehnjähriger Papiere auf etwa 4,469 Prozent stieg. Das ist für Gold problematisch: Ein stärkerer Dollar verteuert das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums, höhere Renditen mindern zugleich die Attraktivität einer unverzinsten Anlage wie Gold.

Nahost-Spannungen verhindern stärkeren Rückschlag beim Goldpreis

Ganz ohne Unterstützung bleibt der Goldpreis allerdings nicht. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, und Reuters berichtet, dass Hoffnungen auf eine tragfähige Beruhigung zuletzt wieder gesunken sind. Solche Unsicherheiten sprechen grundsätzlich weiter für das Edelmetall. Das erklärt auch, warum der Goldpreis trotz des aktuellen Rücksetzers im Wochenkontext nicht eingebrochen ist: In der vergangenen Woche hatte der Goldpreis noch einen Wochenanstieg von 2,3 Prozent auf 4.719,68 US-Dollar je Unze verbucht. Die laufende Bewegung wirkt daher eher wie eine Korrektur nach oben aufgebauter Risikoprämien als wie ein grundsätzlicher Stimmungsbruch.

Ausblick: Was den Goldpreis als Nächstes bewegt

Kurzfristig richtet sich der Blick nun auf die nächsten US-Konjunktur- und Inflationssignale, insbesondere auf die anstehenden Erzeugerpreise, sowie auf das für Donnerstag und Freitag angesetzte Treffen von Donald Trump und Xi Jinping in Peking. Für Marktbeobachter bleibt damit entscheidend, ob sich der Zinsdruck weiter erhöht oder ob geopolitische Risiken erneut stärker in den Vordergrund rücken. Solange der Dollar fest bleibt und die Renditen steigen, dürfte der Goldpreis aktuell anfällig für weitere Rücksetzer bleiben. Hält die geopolitische Unsicherheit dagegen an oder nimmt sie wieder zu, könnte das Edelmetall rasch neue Unterstützung finden.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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