Goldpreis aktuell: Gold fällt zum Wochenstart auf Siebenwochentief
Der Goldpreis startet mit deutlichem Abgabedruck in die neue Handelswoche. Am Montagmorgen rutschte der Goldpreis auf den tiefsten Stand seit sieben Wochen ab. Bei rund 4.530 US-Dollar je Feinunze tendiert der Goldpreis aktuell eine Stunde vor Börseneröffnung in Frankfurt spürbar unter den Niveaus der Vorwoche - gegenüber dem Schlusskurs von Freitag ist das ein Minus von annähernd 0,2 Prozent.
Belastet wird das Edelmetall vor allem durch steigende US-Renditen, einen festeren Dollar und neue Inflationssorgen infolge hoher Energiepreise. In Euro zeigte sich der Goldpreis mit rund 3.909 Euro je Feinunze etwas stabiler, was auch mit der Entwicklung am Devisenmarkt zusammenhängt.
Goldpreis unter Druck: Renditen und Dollar bremsen den Goldkursentwicklung
Damit bleibt die Goldpreis-Entwicklung im kurzfristigen Wochenvergleich klar negativ. Bereits am Freitag hatten Marktberichte den Goldpreis auf dem niedrigsten Stand seit mehr als einer Woche gesehen. Schon dort wurde deutlich, dass Anleger derzeit weniger auf den klassischen Krisenschutz Gold setzen, sondern stärker auf das Zins- und Inflationsumfeld schauen.
Der wichtigste Belastungsfaktor sind die gestiegenen Anleiherenditen in den USA. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen klettert am Montag im asiatischen Handel zeitweise auf 4,631 Prozent, während die 30-jährigen Renditen ein Einjahreshoch erreichen. Für den Goldpreis ist das ein Gegenwind: Steigende Renditen erhöhen die Opportunitätskosten, weil Gold selbst keine laufenden Zinsen abwirft. Hinzu kommt ein festerer US-Dollar. Die US-Währung profitiert von der riskanteren Marktstimmung und dem Anstieg der Ölpreise. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums und dämpft so oft die Nachfrage. Genau diese Kombination aus höheren Renditen, höherem Dollar und teurer Energie drückt derzeit auf den Goldpreis.
Inflation rückt wieder in den Vordergrund
Für zusätzliche Nervosität sorgt die jüngste US-Inflation. Nach Daten des Bureau of Labor Statistics stieg der amerikanische Verbraucherpreisindex im April um 0,6 Prozent zum Vormonat und um 3,8 Prozent zum Vorjahr. Die Erzeugerpreise legten im April sogar um 1,4 Prozent zum Vormonat zu; auf Jahressicht betrug das Plus 6,0 Prozent. Das nährt die Sorge, dass die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs länger beibehalten muss.
Diese Perspektive ist für den Goldpreis heikel. Zwar gilt Gold traditionell als Absicherung gegen Inflation. Wenn Inflationsdruck jedoch zugleich die Erwartung höherer Zinsen verstärkt, überwiegt kurzfristig oft der negative Effekt auf den Goldkurs. Genau dieses Muster ist derzeit zu beobachten.
Trotz der aktuellen Schwäche bleibt das längerfristige Umfeld für Gold nicht völlig negativ. Reuters berichtete am 18. Mai zudem, dass große Häuser wie JPMorgan und ANZ ihre kurzfristigen Erwartungen zwar gesenkt haben, den mittelfristigen Ausblick aber nicht grundsätzlich aufgeben. Das spricht dafür, dass der Markt aktuell vor allem eine Neubewertung der Zins- und Inflationsperspektive verarbeitet.
Ausblick für den Goldpreis
Kurzfristig bleibt der Goldpreis anfällig. Solange Ölpreise hoch bleiben, der Dollar fest tendiert und die US-Renditen nahe ihrer Jahreshochs notieren, dürfte sich der Goldpreis aktuell schwer tun, rasch nach oben zu drehen. Marktteilnehmer werden in den kommenden Tagen vor allem auf das Protokoll der Fed-Sitzung und neue Konjunkturdaten schauen. Sie dürften entscheiden, ob der Goldpreis aktuell nur eine scharfe Korrektur erlebt oder ob sich die Schwäche zunächst weiter fortsetzt.

