Goldpreis macht Finnlands Rohstofffund strategisch interessant
Das finnische Bergbauunternehmen Endomines hat im Osten Finnlands nahe der russischen Grenze ein neues Goldvorkommen entdeckt. Die Bergbauarbeiten in dem Gebiet Ukkolanvaara sollen nach aktueller Planung bis 2030 beginnen. Der Fund fällt in eine Phase, in der der hohe Goldpreis Explorationsprojekte in Europa wieder stärker in den Fokus rückt. Das berichten unsere Kollegen von Verslo žinios.
Endomines ist ein finnisches Bergbau- und Explorationsunternehmen. Nach eigenen Angaben produziert das Unternehmen Gold für die Schmuck- und Elektronikindustrie und konzentriert seine Aktivitäten in Finnland auf die Karelische Goldlinie in der Region Ilomantsi. Das Gebiet liegt rund 500 Kilometer nordöstlich von Helsinki und gilt als 40 Kilometer langer goldführender Abschnitt des Ilomantsi-Grünsteingürtels. Endomines kontrolliert dort umfangreiche Explorationsrechte.
Die ersten Ergebnisse aus dem neuen Gebiet Ukkolanvaara wurden 2025 veröffentlicht. Im Herbst 2025 und im Winter 2026 führte Endomines weitere Probebohrungen durch. Auf dieser Grundlage identifizierte das Unternehmen vier neue goldführende Zielgebiete. Die Bohrungen südlich der Lagerstätte Ukko zeigten nach Unternehmensangaben, dass das mineralisierte System deutlich größer sein könnte als zunächst angenommen.
Goldpreis erhöht Druck auf Europas Rohstoffpolitik
Eine der neu entdeckten Goldzonen liegt fast sechs Kilometer von der bereits bekannten Lagerstätte entfernt. Drei weitere Zonen befinden sich zwischen zuvor identifizierten Bereichen. Endomines sieht darin einen Hinweis auf ein großes und möglicherweise zusammenhängendes goldmineralisiertes System. Vorstandschef Kari Vyhtinen sagte, die jüngsten Bohrungen hätten weitere starke Goldabschnitte nahe der ursprünglichen Fundstelle Ukko geliefert. Die Ergebnisse bestätigten die Kontinuität der Goldmineralisierung im nördlichen Teil von Ukko und vergrößerten das Potenzial der Lagerstätte deutlich.
Jani Rautio, technischer Direktor von Endomines und Aktionär des Unternehmens, verweist auf eine für Finnland besondere geologische Struktur. Das Gold tritt dort zusammen mit Eisenformationen auf. Vergleichbare Lagerstättentypen sind aus Australien und Kanada bekannt. In Finnland wurde ein Fund dieser Art laut dem Unternehmen in dieser Form erstmals nachgewiesen.
2026 wurden in Ukkolanvaara bislang 52 Bohrlöcher mit einer Gesamtlänge von 11.517 Metern fertiggestellt. Die Bohrarbeiten laufen weiter. Für 47 Bohrlöcher stehen die Analyseergebnisse noch aus. Endomines hat Ukkolanvaara inzwischen zum wichtigsten Explorationsziel des Unternehmens gemacht. Der Großteil der Bohrungen, geophysikalischen Untersuchungen und geologischen Kartierungen des Jahres 2026 konzentriert sich auf dieses Gebiet. Nach Unternehmensangaben wurden sichtbare Goldkörner in 34 von 52 Bohrlöchern beobachtet. Die stärkste Mineralisierung fand Endomines innerhalb eng gefalteter Eisenformationen. Dort ersetzt Pyrrhotit Magnetitbänder. Die umgebende Veränderungszone enthält unter anderem Chlorit, Karbonate, Granat, Grunerit und Eisensulfide.
Goldpreis stärkt Endomines und den Standort Finnland
Nach Abschluss der Planungsarbeiten und der Umweltverträglichkeitsprüfung soll der Bergbau an dem Standort bis 2030 beginnen. Für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet Endomines die erste Ressourcenschätzung für die Lagerstätte Ukko. Weitere Ergebnisse will das Unternehmen im Sommer 2026 veröffentlichen, da die Bohrungen weiterlaufen und zahlreiche Laborresultate noch fehlen. "Wir glauben, dass wir in Ukkolanvaara erneut eine sehr bedeutende Entdeckung gemacht haben", sagte Vorstandschef Kari Vyhtinen. Zugleich verwies er auf neue aussichtsreiche Goldbereiche weiter südlich. Diese Zonen könnten das Gesamtpotenzial von Ukko vervielfachen.
Endomines profitiert zugleich vom hohen Goldpreis. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz des Konzerns um 77,2 Prozent auf 18,5 Millionen Euro. Das EBITDA erreichte 8,8 Millionen Euro und entsprach 47,5 Prozent des Umsatzes. Die Goldproduktion legte um 9,8 Prozent auf 4.955 Unzen oder 154,1 Kilogramm zu. Der durchschnittliche Goldpreis lag im Berichtszeitraum bei 4.879 Dollar je Unze. Umgerechnet entspricht das rund 4.189 Euro je Unze. Endomines bezeichnete diesen Wert als Rekordhoch.
Für Deutschland ist der Fund vor allem rohstoffpolitisch relevant, da Gold neben Schmuck auch in der Elektronik eingesetzt wird. Eine größere europäische Goldproduktion könnte langfristig die Rohstoffbasis innerhalb Europas verbreitern. Für Investoren zeigt der Fall Endomines zudem, wie stark Explorationsprojekte vom Goldpreis, geopolitischer Unsicherheit und der Suche nach verlässlichen Lieferketten profitieren können.

