Finanzen

Neue E-Auto-Förderung 2026 startet: Was Autofahrer zur E-Auto-Prämie jetzt wissen müssen

Mit der neuen E-Auto-Förderung will die Bundesregierung Elektromobilität attraktiver machen. Bis zu 6.000 Euro Zuschuss sind möglich. Doch neben vielen Chancen gibt es auch Kritik an der neuen E-Auto-Förderung – vor allem bei Plug-in-Hybriden und möglichen Mitnahmeeffekten gibt es bei der E-Auto-Prämie möglicherweise noch Nachbesserungsbedarf. Sie haben Fragen dazu? Wir haben Antworten!
19.05.2026 10:28
Aktualisiert: 19.05.2026 10:28
Lesezeit: 4 min

Neue E-Auto-Förderung beginnt: Das müssen Verbraucher wissen

Wer ein neues Elektroauto kauft, kann ab sofort die neue E-Auto-Förderung beantragen. Das entsprechende Portal wurde während einer Pressekonferenz mit Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) freigeschaltet. Das Programm helfe dem Klima, der Industrie und einkommensschwachen Haushalten, die mehr Geld bekämen, sagte Schneider. Und: "Elektroautofahren macht auch verdammt viel Spaß."

Das Antragsverfahren soll digital ablaufen. Nötig ist dafür eine BundID, ein Konto, mit dem man sich online bei Behörden ausweisen kann. Was das genau ist und wer Anspruch auf die E-Auto-Förderung hat, lesen Sie im Folgenden.

Was wird durch die E-Auto-Förderung unterstützt?

Geld gibt es für Kauf oder Leasing eines Neuwagens, der ab dem 1. Januar des laufenden Jahres zugelassen wird. Anträge für die neue E-Auto-Förderung sind also auch rückwirkend möglich. Staatliche Zuschüsse gibt es neben Elektro-Autos auch für bestimmte Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können, sowie für Elektroautos mit sogenannten Reichweitenverlängerern. Das sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen.

E-Auto-Förderung beantragen: So funktioniert die Antragstellung

"Der Online-Antrag führt Schritt für Schritt durch das Verfahren, von den Angaben zum Fahrzeug und Haushalt bis zum Upload der erforderlichen Nachweise", erklärt Mandy Pastohr, die Präsidentin des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das das Verfahren steuert. Zur Unterstützung gebe es eine Hotline und Erklärungen auf der Website.

Voraussetzung für den Antrag auf die Elektroauto-Förderung ist eine BundID. Das ist ein elektronisches Konto, mit dem man sich gegenüber Behörden ausweisen kann wie mit einem Personalausweis im analogen Leben. Einrichten kann man die BundID mit dem elektronischen Personalausweis oder auch mit einem Elster-Zertifikat, das man bei der Steuererklärung nutzt. Im Förderportal müssen Interessierte die aktuellen Einkommensteuerbescheide hochladen. Bei Familien mit Kindern kommt ein aktueller Kindergeldnachweis hinzu, bei Plug-in-Hybriden die EU-Konformitätsbescheinigung.

Wie viel Geld gibt es bei der E-Auto-Förderung?

Die Höhe des staatlichen Zuschusses hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bei bis zu 6.000 Euro liegen.

Die Basisförderung liegt bei 3.000 Euro für reine Elektroautos. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60.000 Euro gibt es 4.000 Euro, für Haushalte mit einem Maximal-Einkommen von 45.000 Euro 5.000 Euro. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt um höchstens 1.000 Euro. Wer Geld erhalten will, muss sein Fahrzeug ab Kauf mindestens drei Jahre behalten.

Wer zu viel verdient, geht allerdings leer aus. Die Fördergrenze liegt bei einem Haushaltseinkommen von 80.000 Euro. Das entspreche ungefähr einem monatlichen Nettoeinkommen von 4.800 Euro bei Ledigen und 5.400 Euro bei Paaren, so das Bundesumweltministerium. Die maximale Fördergrenze liegt bei 90.000 Euro Haushaltseinkommen, falls zwei Kinder vorhanden sind, durch die sich die Grenze um jeweils 5.000 Euro nach oben verschiebt.

Weniger Geld gibt es für sogenannte Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können. Für diese Autos und Fahrzeuge mit einem Reichweitenverlängerer liegt die Basisförderung bei 1.500 Euro. Damit Autos mit diesen Technologien förderfähig sind, dürfen sie nicht mehr als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder müssen eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern haben.

Für wie viele Autos reicht die Elektroauto-Förderung?

In Ministeriumskreisen hieß es, seit Jahresbeginn seien potenziell 50.000 Fahrzeuge förderfähig. Weiter hieß es mit Blick auf die Frage, wann der Topf leer sei, das Ministerium gehe davon aus, dass Mittel für die nächsten zwei Jahre gesichert seien. Die Mittel in Höhe von drei Milliarden Euro reichen nach Schätzungen des Ministeriums für 800.000 Fahrzeuge.

Warum setzt die Bundesregierung auf die neue E-Auto-Förderung?

"Wir tun mit diesem Förderprogramm etwas für die Umwelt, für die Autoindustrie und für die Haushalte, die sich sonst kein Elektroauto leisten könnten", sagt Umweltminister Schneider. Das begründet er auch mit den Auswirkungen des Iran-Kriegs. "Denn die aktuelle fossile Krise ist längst nicht vorbei und könnte jederzeit wiederkommen. Elektromobilität ist unsere Chance, unabhängig zu werden von teurem Diesel und Benzin."

Experten warnen allerdings vor Mitnahmeeffekten, also davor, dass die Förderung nicht oder nur teilweise bei Kunden ankommt, weil die Autohersteller sie einstreichen. Zudem ist umstritten, ob und in welchem Umfang Plug-in-Hybride der Umwelt nutzen: Zwar können die Autos kürzere Strecken auch rein elektrisch fahren. Ist die Batterie aber leer, verbrauchen sie wegen des zusätzlichen Gewichts mehr Sprit und stoßen dann auch mehr CO2 aus. Zudem entsteht bei ihrer Produktion mehr CO2 als bei einem Verbrenner.

Einen Schub sieht das Umweltministerium durch die neue Förderung so oder so. Zwischen Januar und April 2026 seien rund 224.000 reine E-Autos neu zugelassen worden. Das sei mit 23,6 Prozent fast jeder vierte Neuwagen und ein Rekord. Nach dem abrupten Stopp des sogenannten Umweltbonus Ende 2023 war der Absatz von Elektroautos eingebrochen. Die Bundesregierung hatte die Streichung der milliardenschweren Förderung mit Sparzwängen begründet.

Was sagen die Hersteller zur neuen E-Auto-Förderung?

Aus Sicht des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ist die neue E-Auto-Förderung ein grundsätzlich positiver Schritt, sie könne aber nur ein Baustein sein. "Denn für den nachhaltigen Hochlauf der Elektromobilität bleiben entscheidend: eine gute Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur, günstiger Ladestrom sowie darüber hinaus bessere internationale Standortbedingungen für die Unternehmen", betonte VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Sie verwies darauf, dass die Regeln des neuen Förderprogramms zunächst bis Mitte 2027 gelten. Das eröffne die Chance, wo nötig, nachzusteuern. "Für die Zukunft ist entscheidend: Es sollte zwingend berücksichtigt werden, dass auch Gebrauchtwagen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der E-Mobilität und zum Erreichen der Klimaziele leisten können", sagte Müller. Daher sollte das Förderprogramm im Jahr 2027 auch Gebrauchtwagen beinhalten.

Zudem sollte die Koalition beim Programm 2027 das Kaufdatum zum maßgeblichen Stichtag für die Förderung machen. Denn Verbraucherinnen und Verbraucher bräuchten bereits beim Kauf des Autos – und nicht etwa erst bei dessen Zulassung – Gewissheit darüber, ob sie die Förderung erhalten.

Neue Förderung soll E-Mobilität wieder ankurbeln

Die neue E-Auto-Förderung soll den schwächelnden Absatz von Elektroautos in Deutschland wieder beleben und mehr Haushalte zum Umstieg auf Elektromobilität bewegen. Vor allem Familien und Menschen mit geringerem Einkommen könnten von den Zuschüssen profitieren. Gleichzeitig bleibt umstritten, ob die Förderung tatsächlich bei den Käufern ankommt oder teilweise von den Herstellern abgeschöpft wird. Auch die Unterstützung von Plug-in-Hybriden sorgt weiter für Diskussionen.

Klar ist jedoch: Die Bundesregierung setzt weiterhin stark auf Elektromobilität als wichtigen Baustein für Klimaschutz und geringere Abhängigkeit von fossilen Energien. Ob die Milliardenhilfen den gewünschten Effekt erzielen, dürfte sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Tipp: Haben Sie noch weitere Fragen, dann schauen Sie sich auch die FAQ-Seite der Bundesregierung zur "Förderung E-Auto 2026" an.

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