Technologie

Inferno auf der Startrampe: Bezos-Schwerlastrakete brennt völlig nieder

Ein gigantischer Feuerball hat den US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral erleuchtet: Die unbemannte Schwerlastrakete „New Glenn“ des Raumfahrtunternehmens Blue Origin ist bei einem Routinetest kurz vor ihrem vierten Start explodiert. Während Amazon-Gründer Jeff Bezos sich nach der Katastrophe bereits kämpferisch zeigt und den Wiederaufbau ankündigt, rätseln Experten noch über die Ursache der schweren Explosion. Menschen kamen laut ersten Angaben nicht zu Schaden.
29.05.2026 09:32
Lesezeit: 1 min
Inferno auf der Startrampe: Bezos-Schwerlastrakete brennt völlig nieder
Blue Origins Schwerlastrakete New Glenn explodierte bei einem Routinetest in Cape Canaveral. Was die Ursache war und wie Bezos reagiert, erfahren Sie hier (Foto: dpa). Foto: Jennifer Briggs

Ursachenforschung läuft nach "Unregelmäßigkeit"

Die leistungsstarke Schwerlastrakete New Glenn des Raumfahrtunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos ist vor einem geplanten Start explodiert. Bei einem Routinetest der unbemannten Rakete auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida war auf einem Livestream eine große Explosion samt riesigem Feuerball zu sehen.

Bei dem Test habe es eine "Unregelmäßigkeit" gegeben, teilte Blue Origin auf der Plattform X mit. "Es werden keine Mitarbeiter vermisst. Sobald wir mehr wissen, werden wir die Informationen weitergeben." Milliardär Bezos schrieb auf X, die Untersuchungen zur Ursache des Unglücks liefen bereits. "Sehr harter Tag, aber wir werden wieder aufbauen, was auch immer wieder aufgebaut werden muss, und wir werden wieder fliegen. Es lohnt sich", schrieb er.

Bei Test sollten Triebwerke zünden, aber Rakete nicht starten

Bei dem Test vor dem geplanten vierten Start der New Glenn sollten die Triebwerke gezündet werden, die Rakete aber am Boden bleiben. Der Start war Medienberichten zufolge ursprünglich frühestens in der kommenden Woche geplant gewesen. Die Rakete sollte 48 Satelliten für das Satelliten-Internetsystem von Amazon ins All bringen.

Mit der New Glenn will Blue Origin dem Unternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk Konkurrenz machen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert. Die Explosion ist dabei ein großer Rückschlag. "Äußerst bedauerlich", kommentierte Konkurrent Musk auf der Plattform X ein Video der Explosion. "Raketen sind schwierig."

Nasa unterstützt Untersuchung

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa werde eine Untersuchung des Vorfalls unterstützen und dann über mögliche Auswirkungen auf eigene Programme informieren, schrieb Nasa-Chef Jared Isaacman bei X. Die Nasa arbeitet bei ihrem Mond-Programm mit BlueOrigin zusammen.

Die New Glenn-Rakete - benannt nach John Glenn (1921-2016), dem ersten Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff umkreiste - hatte es beim Erstflug im Januar 2025 direkt ins All geschafft. Beim zweiten Flug rund zehn Monate später hatte die Rakete zwei Mars-Orbiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa ins All gebracht. Auch der dritte Start im April hatte geklappt, allerdings war danach ein Satellit in eine falsche Umlaufbahn abgesetzt worden.

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