Wirtschaft

OECD warnt: Nahostkonflikt bremst Konjunktur in Deutschland

Laut OECD-Prognose geraten Konsum und Investitionen durch den Nahostkonflikt weltweit ins Stocken. Was passiert, wenn der Konflikt noch länger andauert?
03.06.2026 10:31
Lesezeit: 2 min
OECD warnt: Nahostkonflikt bremst Konjunktur in Deutschland
Am Montag hatte Trump ein Ende der Kämpfe im Libanon angekündigt. Heute sollen die politischen Gespräche zwischen Vertretern Israels und des Libanons in der US-Hauptstadt Washington fortgesetzt werden. (Foto: dpa) Foto: Mohammed Zaatari

OECD warnt: Nahostkonflikt bremst Konjunktur in Deutschland

Steigende Energiepreise wegen des Krieges im Nahen Osten gefährden nach aktueller Prognose der OECD den Aufschwung in Deutschland. Das Wachstum wird demnach in diesem Jahr nur um 0,7 Prozent zulegen und damit um 0,1 Prozentpunkte weniger, als noch im vorherigen Wirtschaftsausblick Ende März prognostiziert, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris mit. Für 2027 wird nur noch mit einem Wachstum um 1,1 Prozent gerechnet, 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März. Höhere Energiepreise dürften auch die Inflation weiter steigen lassen.

Eine längere Dauer oder eine weitere Eskalation des Nahostkonflikts würden zu weiter steigenden Energiepreisen und einer höheren Inflation führen, was Konsum und Investitionen belaste, warnte die OECD. Auch eine weitere Eskalation der handelspolitischen Spannungen würde das Wirtschaftswachstum belasten, da die deutsche Industrie stark in globale Lieferketten eingebunden ist.

Weltweites Wachstum schwächt sich ab

Das weltweite Wachstum schwächt sich von 3,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 2,8 Prozent im laufenden Jahr ab, bevor es sich 2027 wieder auf 3,1 Prozent erholt, prognostizierte die OECD. Je länger allerdings der Konflikt im Nahen Osten andauere, desto höher würden die wirtschaftlichen und sozialen Kosten. Sollte der Konflikt bis weit ins Jahr 2027 hinein andauern, dürfte sich das weltweite Wachstum deutlich verlangsamen – auf nur noch 2,1 Prozent im laufenden Jahr und 1,8 Prozent in 2027.

Für die USA sagt die OECD für das laufende Jahr ein Wachstum von rund zwei Prozent voraus, das sich 2027 auf 1,8 Prozent abschwächt. Während der Energieschock und die erhöhte Unsicherheit aufgrund des sich zuspitzenden Konflikts im Nahen Osten voraussichtlich das Wachstum des privaten Konsums dämpfen werden, wird das zugrunde liegende Wachstum weiterhin durch starke Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz gestützt.

Im Euroraum erwartet die OECD für das laufende Jahr ein Wachstum von 0,8 Prozent, das 2027 wieder auf 1,2 Prozent ansteigt, da sich die Binnennachfrage und das Handelswachstum beleben. In China wird sich das Wachstum nach Prognose der OECD 2026 auf 4,5 Prozent und 2027 auf 4,3 Prozent verlangsamen. Chinas hoher Energieverbrauch und seine Abhängigkeit von Importen machten das Land anfällig für globale Ölpreissteigerungen, doch eine zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien und reichhaltige Reserven milderten diese Auswirkungen ab.

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