Politik

AfD baut Vorsprung aus: CDU/CSU und SPD historisch niedrig

Die AfD liegt in Umfragen deutlich vor der Union und nähert sich inzwischen der 30-Prozent-Marke. Der Vorsprung zur CDU/CSU ist in einer Erhebung des Instituts YouGov so groß wie noch nie - ein Kipppunkt.
17.06.2026 14:21
Lesezeit: 2 min

AfD festigt in Umfragen Vorsprung vor Union

Die AfD festigt ihren Vorsprung vor der Union in den Meinungsumfragen und baut ihn zum Teil noch weiter aus. In einer Erhebung des Instituts YouGov legt sie um einen Prozentpunkt zu und liegt jetzt mit 29 Prozent neun Punkte vor der CDU/CSU, die im Vergleich zur letzten Umfrage zwei Punkte einbüßt und nur noch auf 20 Prozent kommt. Nach Angaben des Instituts liegen AfD und Union damit historisch weit auseinander.

Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer verliert die Union einen Prozentpunkt und fällt wieder auf 21 Prozent. Die AfD bleibt in der vom Institut Forsa durchgeführten Befragung mit unverändert 27 Prozent weiterhin stärkste Kraft.

Auf Platz drei bleiben die Grünen (14 Prozent bei YouGov, 15 Prozent RTL/ntv-Trendbarometer) vor der SPD mit jeweils 12 und der Linken mit 12 beziehungsweise 11 Prozent. Die FDP kommt in beiden Umfragen auf 5 Prozent, das BSW liegt mit 4 beziehungsweise 3 Prozent weiter unter der Fünf-Prozent-Hürde.

AfD auch bei anderen Instituten auf Platz eins

Auch in Umfragen anderer Institute hatte die AfD zuletzt die Nase klar vorn. In Insa-Umfragen liegt sie schon seit einigen Wochen bei 29 Prozent, die Union stand dort in einer am Wochenende veröffentlichten Erhebung für die «Bild am Sonntag» bei 22 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen sah den Vorsprung am 5. Juni im ZDF-«Politbarometer» deutlich knapper: 27 zu 25 Prozent.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Die nächste Bundestagswahl steht regulär 2029 an.

Zustimmung für Arbeit des Kanzlers weiter niedrig

Die Zustimmung zur Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bleibt in der Forsa-Umfrage auf sehr niedrigem Niveau. Weiterhin sind nur 14 Prozent der Befragten mit seiner bisherigen Arbeit zufrieden, 85 Prozent sind nicht zufrieden damit.

Auch die wirtschaftliche Lage wird negativ bewertet. Nur noch 11 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in den kommenden Jahren verbessern werden - zwei Punkte weniger als in der Vorwoche. 65 Prozent gehen weiterhin von einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse aus.

Die Daten sind nach Angaben der Institute repräsentativ. YouGov befragte zwischen dem 12. und 15. Juni 2.154 Personen, von denen 1.793 ihre Wahlabsicht angaben. Angegeben wird eine statistische Fehlertoleranz von +/- 1,01 Prozentpunkten für einen Anteilswert von 5 Prozent und +/- 2,31 Punkten für einen Anteilswert von 50 Prozent. Forsa befragte im Auftrag von RTL Deutschland vom 9. bis 15. Juni 2.500 Personen und nennt als statistische Fehlertoleranz +/- 2,5 Prozentpunkte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Technologie
Technologie Batteriespeicher boomen: Deutschland baut Kapazität massiv aus
23.10.2026

Der Ausbau von Batteriespeichern nimmt in Deutschland deutlich Fahrt auf. In den ersten neun Monaten des Jahres gingen bereits rund eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Seltene Erden: Europa bricht mit Russland, doch der Plan hat einen Haken
23.10.2026

Europa will sich bei Seltenen Erden aus der Abhängigkeit von Russland befreien. Ein Werk in Estland soll dabei eine Schlüsselrolle...

DWN
Politik
Politik Elektronische Patientenakte: Hausärzte warnen vor Kassen-Zugriff auf Patientenakten
22.10.2026

Werden Patienten mit einem neuen Digitalgesetz besser vor Krankheiten geschützt - oder werden sie neuen Risiken anderer Art ausgesetzt?...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: CoreWeave und Sandisk im Tech-Ausverkauf schwer getroffen
22.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Auslöser die Wall Street in Aufruhr versetzen und was das für die Märkte bedeutet.

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
22.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hier sind die besten und schlechtesten Rentensysteme der Welt
22.10.2026

Deutschlands Rentensystem gerät zunehmend unter Druck, während Dänemark im weltweiten Renten-Ranking auf den zweiten Platz klettert....

DWN
Politik
Politik Steuereinnahmen steigen: Klingbeil sieht trotzdem keinen neuen Spielraum
22.10.2026

Die neue Steuerschätzung bringt dem Bund Milliarden an zusätzlichen Einnahmen. Für Finanzminister Lars Klingbeil bedeutet das trotzdem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rüstungsboom statt Autokrise: Mittelstand drängt in die Wehrtechnik
22.10.2026

Deutschlands Wehretat knackt die 100-Milliarden-Euro-Marke und treibt den industriellen Strukturwandel voran. Weil das klassische...