Finanzen

Ausgaben für Verteidigung: Höchster Anstieg staatlicher Investitionen seit 2000

Die staatlichen Investitionen in Deutschland steigen 2025 so stark wie seit 25 Jahren nicht. Vor allem in einem Bereich fließt mehr Geld. Trotzdem gibt es im EU-Vergleich Nachholbedarf.
29.06.2026 14:41
Aktualisiert: 30.06.2026 14:33
Lesezeit: 2 min
Ausgaben für Verteidigung: Höchster Anstieg staatlicher Investitionen seit 2000
Grund für den deutlichen Anstieg 2025 war die starke Zunahme staatlicher Ausrüstungsinvestitionen für die Bundeswehr, die fast um die Hälfte wuchsen. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Ausgaben für Verteidigung: Höchster Anstieg staatlicher Investitionen seit 2000

Mit mehr Ausgaben für Verteidigung sind die Investitionen des deutschen Staates so stark gestiegen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Die Bruttoinvestitionen beliefen sich 2025 auf 147,5 Milliarden Euro. Das sind 12,3 Prozent oder 16,2 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Das war der höchste Anstieg der staatlichen Investitionen seit dem Jahr 2000." 1999 hatte es wegen statistischer Effekte bei der Bahnreform und der Ausgründung von Töchtern der Deutschen Bahn einen noch etwas höheren Zuwachs gegeben (plus 14 Prozent).

Grund für den deutlichen Anstieg 2025 war die starke Zunahme staatlicher Ausrüstungsinvestitionen, die fast um die Hälfte wuchsen (plus 47,7 Prozent). Das sei auch auf Mehrausgaben für Waffensysteme und sonstige Beschaffungen der Bundeswehr zurückzuführen, schrieben die Statistiker.

Die zusätzlichen Kreditmöglichkeiten für Verteidigung und Investitionen durch die Sondervermögen zeigten Wirkung, sagte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung. "Die Modernisierung des Landes kommt voran."

Staat als wichtiger Auftraggeber

Die staatlichen Bruttoanlageinvestitionen machten 2025 knapp ein Sechstel (16,3 Prozent) der gesamten Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland von 907,8 Milliarden Euro aus. Am größten war der staatliche Beitrag bei den Bauinvestitionen mit gut 17 Prozent, so die Statistiker.

Allerdings entwickelten sich die Bauinvestitionen des Staates mit plus 2 Prozent gegenüber 2024 deutlich schwächer als in den Vorjahren, als es Anstiege um die zehn Prozent gegeben hatte. "Der Bundeshaushalt für 2025 wurde erst im September des Jahres verabschiedet und Bauprojekte brauchen einen gewissen Planungsvorlauf", schrieb Dullien. Die staatlichen Investitionen in sonstige Anlagen - vor allem Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Software - wuchsen 2025 um 5,2 Prozent, etwas weniger als im Vorjahr.

Die Bundesregierung müsse darauf achten, dass die zusätzliche Verschuldung aus den Milliarden-Sondervermögen wirklich in neue Investitionen fließe, sagte Dullien. "Hier gibt es durchaus Handlungsbedarf." Schätzungen deuten darauf hin, dass ein beträchtlicher Anteil der Mittel für andere Zwecke verwendet wurde - wie die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie, die Mütterrente oder die Senkung der Körperschaftsteuer.

Deutschland unter EU-Schnitt

Trotz der deutlich gestiegenen Investitionen schneidet Deutschland schlechter ab als im EU-Schnitt. Der Anteil der Bruttoinvestitionen des Staates an der Wirtschaftsleistung lag 2025 bei 3,3 Prozent - im Mittel der EU waren es 3,9 Prozent. In den Niederlanden (3,5 Prozent), Italien (3,8 Prozent), Österreich (3,9 Prozent), Frankreich (4,5 Prozent) und Polen (5,4 Prozent) lag die Quote über der in Deutschland. Estland stand mit einem Anteil von 7,6 Prozent an der Spitze der 27 EU-Mitgliedstaaten.

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