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BMW-Werksleiter Schröder: Wie ein Maschinenbauingenieur erfolgreich durch turbulente Jahre führt

Der Leiter des BMW-Werks in Dingolfing, dem größten in Europa, setzt auf die Qualifikation der Mitarbeiter, was sich in der stetig steigenden Qualität der hergestellten Fahrzeuge widerspiegelt. Ein Porträt über den Maschinenbauingenieur Christoph Schröder und seine erfolgreiche Strategie für turbulente Jahre.
19.07.2026 16:00
Lesezeit: 7 min
BMW-Werksleiter Schröder: Wie ein Maschinenbauingenieur erfolgreich durch turbulente Jahre führt
Christoph Schröder ist Werksleiter in Dingolfing, dem größten BMW-Werk in Europa. (Foto: BMW)

BMW Dingolfing: Der Mann hinter Europas größtem Werk

Stellen Sie sich vor, Sie kümmern sich um 18.000 Menschen. Genau das tut Christoph Schröder, Leiter des BMW-Werks in Dingolfing, das als größtes Werk des bayerischen Automobilherstellers in Europa gilt. Und jeder einzelne Beschäftigte ist ihm wichtig.

Der 60-jährige Manager ist zwar kein Star, gehört aber dennoch zu den wichtigen Menschen, die die Zukunft der Marke BMW mitgestalten. Das ist die Meinung des Wirtschaftsportals Casnik Finance. In Dingolfing entstehen nämlich die prestigeträchtigsten Autos, in den vergangenen Jahren zudem immer stärker elektrifizierte Modelle. Schröder ist Maschinenbauingenieur. Zur Gruppe kam er 1993 als Trainee, was bedeutet, dass er praktisch seine gesamte berufliche Laufbahn im selben Unternehmen verbracht hat. In mehr als drei Jahrzehnten hatte er zahlreiche Führungsfunktionen in Produktion und Logistik inne.

Er arbeitete in München, Landshut, Regensburg, Oxford und Steyr. Dabei war er am Start neuer Produktionsprogramme, an der Einführung moderner Logistiklösungen und an der Optimierung von Produktionsprozessen im weltweiten Werksnetz beteiligt.

Technologisches Zentrum der BMW-Gruppe

Vor seinem Wechsel nach Dingolfing leitete er das Motorenwerk in Steyr. Dort überwachte er einen der anspruchsvollsten Übergänge in der Unternehmensgeschichte: die Vorbereitung der Produktion auf die Ära elektrifizierter Antriebsstränge. Seine Erfahrungen mit der Elektrifizierung brachte er anschließend auch nach Deutschland mit.

Im November 2019 übernahm er die Leitung des Werks Dingolfing. Dort wurden im vergangenen Jahr 280.000 Autos gebaut, also 1.350 pro Tag. Außerdem entstehen dort Karosserieteile, Fahrwerkskomponenten, Elektromotoren, Batteriemodule und weitere zentrale Bauteile für Elektrofahrzeuge.

Dingolfing ist nicht nur wegen des Produktionsumfangs wichtig. Das Werk ist ein technologisches Zentrum der BMW-Gruppe. Dort werden zahlreiche neue Produktionsverfahren entwickelt und eingeführt, die anschließend auch in andere Werke weltweit übertragen werden.

„Unser Vorteil sind Wissen und Erfahrung, und die Beschäftigten sind auch den anspruchsvollsten Aufgaben gewachsen. Die Mitarbeiter sind motiviert und ausgebildet, wir bemühen uns, die Menschen dazu zu ermutigen, gut zu arbeiten. Auch deshalb werden unsere Produkte von Jahr zu Jahr hochwertiger“, sagt der Manager.

Eine der flexibelsten Fabriken der Welt

Das Werk ist ein Synonym für Prestige, denn dort entstehen Modelle der oberen und der Luxusklasse. Wegen der Vielfalt der Produktion gilt es als eine der flexibelsten Automobilfabriken der Welt. Auf derselben Produktionslinie können Modelle mit Benzin-, Diesel-, Plug-in-Hybrid- oder vollelektrischem Antrieb entstehen.

„Auch in einer anspruchsvollen Phase haben wir bewiesen, dass wir uns verändern können. Wir haben das Werk erfolgreich durch turbulente Jahre geführt und blicken optimistisch in die Zukunft. Unsere Produktionsstrukturen ermöglichen uns Flexibilität beim Wechsel von Modellen und verschiedenen Antriebssträngen, eine schnelle Reaktion auf Veränderungen der Nachfrage und die Erfüllung von Kundenwünschen kurz vor Produktionsbeginn. In Dingolfing ist Flexibilität einfach Teil unserer DNA“, sagt Schröder.

So ist das Werk in der Lage, Fahrzeuge mit verschiedenen Antriebssystemen zu bauen, je nach Bedarf einzelner Märkte und Kunden. Eine solche Strategie ermöglicht eine schnelle Anpassung an Veränderungen auf den Weltmärkten, auf denen sich der Anteil elektrischer Fahrzeuge unterschiedlich schnell entwickelt.

Traditionelle Technologien werden nicht aufgegeben

Obwohl Dingolfing zu einem der wichtigsten europäischen Zentren für die Produktion von Elektromotoren und Hochvoltbatterien wird, betont Schröder, dass der Wandel nicht die vollständige Aufgabe traditioneller Technologien bedeutet. BMW investiert deshalb viel in die Modernisierung bestehender Produktionslinien, in ihre Digitalisierung und Automatisierung. Ziel ist nicht der Bau einer völlig neuen Fabrik, sondern die Anpassung bestehender Werke an die Produktion verschiedener Fahrzeugtypen.

Trotz des hohen Robotisierungsgrads betont Schröder, dass die Zukunft der Automobilindustrie nicht nur von Robotern und künstlicher Intelligenz bestimmt wird. Seiner Ansicht nach bleiben qualifizierte Beschäftigte, ihr Wissen und ihre Bereitschaft zu ständigem Lernen der größte Wettbewerbsvorteil. Deshalb investiert BMW viel in die Weiterbildung der Beschäftigten, die für die Arbeit mit Hochvoltsystemen, Batterietechnologie und digitalen Produktionswerkzeugen geschult werden.

Optimistischer Blick nach vorn

Unter Schröders Leitung ist Dingolfing zu einem der wichtigsten europäischen Standorte für die Entwicklung elektrischer Mobilität geworden. Neben der Produktion von Luxusmodellen etabliert sich das Werk immer stärker als Kompetenzzentrum für Elektromotoren, Batteriesysteme und digital vernetzte Produktion.

Im Oktober 2023 feierte das Werk 50 Jahre Fahrzeugproduktion. Der Werkleiter verwies damals auf die Bedeutung der Tradition und zugleich auf den Blick in die Zukunft: „Dieses Jubiläum ist eine Gelegenheit, auf die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte unseres Werks zurückzublicken, zugleich aber auch ein hervorragender Grund, optimistisch nach vorn zu schauen. Dieses Werk wird auch künftig für die BMW-Gruppe, die Region und Tausende Menschen außerordentlich wichtig sein. Als Pioniere bleiben wir niemals stehen.“

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