Teuerung gewinnt im Frühjahr massiv an Fahrt
Das Bauen in Deutschland entwickelt sich immer mehr zum finanziellen Kraftakt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lagen die Preise für den Neubau konventioneller Wohngebäude im Mai um stolze 5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit hat sich die Preisspirale noch einmal deutlich schneller gedreht als zu Jahresbeginn: Im Februar hatte das Plus im Jahresvergleich noch bei moderateren 3,3 Prozent gelegen.
Iran-Krieg treibt Preise
Die Baupreise, die bereits mit dem russischen Überfall auf die Ukraine stark angezogen haben, sind mit dem Iran-Krieg weiter gestiegen. Er verteuert Baumaterialien wie Bitumen, Stahl und Dämmstoffe und treibt die Energiekosten nach oben - Baufirmen reichen gestiegene Preise an Kunden weiter. Hohe Kosten sind einer der Hauptgründe für den stockenden Neubau und Wohnungsmangel in Deutschland, in der Folge stehen die Mieten gerade in Städten unter Druck.
Nicht nur der Neubau, auch Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden sind laut Statistik deutlich kostspieliger geworden. Hier stiegen die Preise im Mai um 5,6 Prozent zum Vorjahresmonat. Die Neubaupreise für Bürogebäude kletterten zudem um 5,2 Prozent und im Straßenbau um 6,2 Prozent.
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hat jüngst eine Reihe von Maßnahmen vorgelegt, um die Baukosten zu senken. Sie setzt auf mehr Digitalisierung, schnellere Prozesse und vereinfachte Förderprogramme. Zudem ist nach ihren Worten der Gesetzesentwurf zum Gebäudetyp E fertig, der mit einfacheren und billigeren Standards die Kosten im Wohnungsbau senken soll.
