Uneinheitliche Entwicklung und Überraschungen im Bankensektor
Die US-Banken verzeichneten am Dienstag einen uneinheitlichen Handelsverlauf, nachdem fünf große Geldinstitute ihre mit Spannung erwarteten Quartalszahlen vorgelegt hatten, wobei Goldman Sachs kräftig zulegte und Citigroup Verluste verbuchte.
Unterdessen sorgte eine unerwartet moderat ausgefallene Inflationsrate für Kursgewinne bei Aktien und Anleihen, was die Sorgen vor möglichen Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve dämpfte.
Dies geschah vor dem Hintergrund erneuter Volatilität an den Ölmärkten, nachdem US-Präsident Donald Trump von seinem Vorschlag abgerückt war, eine Gebühr auf Frachten zu erheben, die die Straße von Hormus passieren.
Der Dow Jones Industrial Average stieg um lediglich 0,02 Prozent und schloss bei 52.508,66 Punkten, während der technologielastige Nasdaq Composite den Handel mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 26.107,01 Punkten beendete.
Der S&P 500 legte unterdessen um 0,38 Prozent auf 7.543,88 Punkte zu.
Am Dienstag standen die Banken im Rampenlicht, da gleich fife große Institute ihre Geschäftszahlen vorlegten.
Goldman Sachs war der große Gewinner des Tages und beendete den Handel mit einem Plus von 9,12 Prozent, nachdem die Bank einen Umsatzsprung von 39 Prozent im Quartalsvergleich gemeldet hatte.
JPMorgan Chase legte um 2,54 Prozent zu, nachdem das Institut den höchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte ausgewiesen hatte, während die Aktie der Bank of America um 1,91 Prozent stieg.
Auf der anderen Seite gab Citigroup um 5,28 Prozent nach, nachdem die Rekorderträge im Aktienhandel hinter dem Wachstum der Konkurrenten zurückgeblieben waren, während Wells Fargo trotz besser als erwartet ausgefallener Quartalsergebnisse um 2,65 Prozent nachgab.
Unabhängig davon erlebte IBM einen rabenschwarzen Handelstag, nachdem das Unternehmen enttäuschende Ergebnisse vorgelegt hatte, darunter eine Umsatzprognose von 17,2 Milliarden US-Dollar, die unter den von Analysten erwarteten 17,9 Milliarden US-Dollar lag. Die Aktie brach bis zum Börsenschluss um 25,21 Prozent ein.
Geopolitische Spannungen belasten die Energiemärkte
An den Ölmärkten kam es am Dienstag zu weiterer Volatilität. Die Ölpreise stiegen nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Blockade iranischer Häfen an der Straße von Hormus wieder einzuführen, sowie aufgrund gegenseitiger Angriffe zwischen den beiden Ländern. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich auf bis zu 87 US-Dollar pro Barrel.
Trump rückte jedoch von seinem Vorschlag ab, eine 20-prozentige Gebühr auf Frachten zu erheben, die die strategisch wichtige Wasserstraße passieren, was die Ölpreise auf rund 83 US-Dollar sinken ließ, bevor sie sich zum Handelsschluss wieder auf 85 US-Dollar erholten.
„Auf Grundlage äußerst produktiver Gespräche mit den Staatsführungen im Nahen Osten habe ich beschlossen, die 20-prozentige US-Rückerstattungsgebühr durch Handels- und Investitionsabkommen zu ersetzen, die die verschiedenen Golfstaaten in den Vereinigten Staaten tätigen werden“, erklärte er auf Truth Social.
Hoffnung auf eine Zinspause durch sinkende Teuerungsraten
Daten, die auf den ersten Rückgang der Verbraucherinflation im Juni hindeuteten, trieben die Aktienkurse nach oben.
Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics sank die Inflation im Vergleich zum Mai um 0,4 Prozent, was vor allem auf den stärksten Rückgang der Benzinpreise seit 2022 zurückzuführen war.
Danni Hewson von AJ Bell erklärte, die Inflationsdaten vom Dienstag könnten „dem neuen Fed-Vorsitzenden etwas mehr Atempause verschaffen, bevor er eine Zinsentscheidung treffen muss – insbesondere eine, die sich beim US-Präsidenten als äußerst unbeliebt erweisen könnte“.
„Blickt man genauer auf die jüngsten US-Inflationsdaten, steigen die Preise für viele Grundnahrungsmittel immer noch an. Vor allem Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Milchprodukte trugen dazu bei, was die einfachen Amerikaner hart treffen wird, die sich zuvor vielleicht von Donald Trumps Wahlkampfversprechen, das Leben günstiger zu machen, haben umwerben lassen“, fügte Hewson hinzu.
