Politik

Eskalation im Golf von Oman: Trump droht Iran mit Zwangszahlungen

Im schwelenden Konflikt um die strategisch wichtige Straße von Hormus verschärft US-Präsident Donald Trump die Gangart gegenüber Teheran weiter. Neben andauernden Luftangriffen fordert die amerikanische Führung nun auch finanzielle Entschädigungen für geschädigte Handelsschiffe. Unterdessen zeigt sich die iranische Führung unnachgiebig gegenüber Vorstößen zu einer Waffenruhe.
24.07.2026 11:38
Lesezeit: 3 min

Was hinter den neuen US-Forderungen und Teherans Absage steckt

Die US-Regierung erhöht den finanziellen und militärischen Druck auf den Iran spürbar. Während die Streitkräfte der Vereinigten Staaten in der 13. Nacht in Folge militärische Ziele im Iran angriffen, kündigte Präsident Trump an, künftige Schadensersatzansprüche für betroffene Frachtschiffe direkt aus eingefrorenen iranischen Vermögenswerten zu begleichen. Die Führung in Teheran bleibt jedoch bei ihrer harten Linie: Nach Medienberichten lehnte sie einen US-Vorschlag für eine erneute Waffenruhe ab, der von Irak vermittelt worden war.

Verhandlungsvertreter aus Teheran machten deutlich, dass der Iran an Übergangslösungen nicht interessiert sei, solange der Status und die Kontrolle über die Meerenge ungeklärt bleiben. Das Regime pocht weiterhin auf die exklusive Hoheit über die für den globalen Energie- und Rohstofftransport entscheidende Seestraße. Die USA begründen ihre nächtlichen Bombardements wiederum damit, die Sicherheit für die internationale Zivilschifffahrt in der Region wiederherstellen zu wollen.

Erneut Explosionen im Iran

Nach Beendigung der jüngsten Angriffswelle am frühen Morgen teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf X mit, es seien erneut Kommandozentralen, Drohnenlager und Küstenüberwachungsanlagen ins Visier genommen worden. Zuvor hatten iranische Medien über Explosionen unter anderem nahe den Städten Ahwaz, Andimeschk und Omidiyeh in der Provinz Chusestan berichtet. Auch aus dem Bereich der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas wurden Explosionen gemeldet. Laut dem Portal "Nur News", das dem Sicherheitsrat der Islamischen Republik nahesteht, war die Flugabwehr auch in der Hauptstadt Teheran im Einsatz.

Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter in der Provinz Chusestan vier Tote nach den US-Angriffen. Am Donnerstagabend hatte das Gesundheitsministerium von insgesamt 55 Toten seit Wiederaufnahme der Kämpfe im Juli gesprochen.

Wie in den vorangegangenen Nächten reagierte der Iran mit Gegenangriffen. So wehrten die Streitkräfte in Kuwait nach eigenen Angaben erneut Raketen und Drohnen aus dem Iran ab. Die Bevölkerung des Emirats wurde aufgerufen, Sicherheits- und Schutzanweisungen zu befolgen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim galten die Attacken einem Militärstützpunkt, der auch von der US-Luftwaffe genutzt wird.

Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Zudem meldete der Iran erneut Angriffe auf Bahrain und Jordanien. Während in Bahrain am Morgen die Sirenen läuteten, wie das Innenministerium in Manama mitteilte, lag für mögliche Angriffe in Jordanien zunächst keine Bestätigung vor.

Kuwait gehört zu den Staaten am Golf, die zuletzt immer wieder Ziel iranischer Gegenangriffe wurden. Die Länder des sogenannten Golfkooperationsrats sowie Jordanien verurteilten am Donnerstag die Attacken, die sich auch gegen die Zivilbevölkerung und nicht militärische Infrastruktur wie Wasserentsalzungsanlagen und Flughäfen richteten. Dem Golfkooperationsrat gehören Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an.

Bericht: Iran lässt Schäden schnell beheben

Die USA und der Verbündete Israel hatten den Iran-Krieg am 28. Februar begonnen. Nach Informationen der US-Zeitung "Wall Street Journal" ist die dabei beschädigte Infrastruktur im Iran jedoch rasch wieder aufgebaut worden - von tief in den Bergen gelegenen Raketenstützpunkten bis hin zu Brücken, Häfen und Produktionsanlagen. Die Zeitung stützt sich dabei auf Angaben israelischer und westlicher Beamter sowie auf Satellitenbilder. Trotz der heftigen Angriffe sei der Iran weiter in der Lage, präzise Treffer gegen Schiffe zu landen und US-Verbündete mit Raketen anzugreifen.

Der zwischenzeitlich von den Konfliktparteien zurückgefahrene Iran-Krieg war Anfang des Monats aufs Neue eskaliert, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Mit seiner Ankündigung auf der Plattform Truth Social, Schäden an Schiffen und Frachtgut würden fortan mit iranischem Geld beglichen, signalisiert der US-Präsident, er werde den Iran zur Rechenschaft ziehen. Allerdings blieb unklar, wie genau er das rechtlich begründen will. Trump sprach von einer "fairen und gerechten Vorgehensweise".

Trump droht Iran nach Huthi-Angriffen

Zuvor hatte er der Führung in Teheran nach Angriffen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz vor Jemens Küste im Falle einer erneuten Attacke mit Vergeltung gedroht. "Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren", hatte Trump auf seiner Plattform geschrieben. Er kündigte "schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst" an.

Die mit dem Iran verbündeten Huthi hatten Angriffe auf zwei saudische Öltanker für sich reklamiert, die eine von ihr ausgerufene "Blockade" im Roten Meer missachtet hätten. Etwa ein halbes Dutzend Schiffe hatte zuvor nach Ausrufung der Blockade durch die Miliz zu Wochenbeginn den Kurs geändert – auch um die Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste zu meiden, die die Miliz mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern angreifen kann. Saudi-Arabien kündigte an, "alle notwendigen Schritte" zum Schutz seiner Schiffe zu unternehmen. In der Nacht zum Donnerstag kam es dann zum Angriff der Huthi.

Während Trump immer wieder neue Drohungen gegen die Führung in Teheran ausspricht, bekommt er aus dem eigenen Parlament zunehmend Gegenwind für seinen Kurs. Das Repräsentantenhaus verabschiedete erneut eine Resolution zu dem Konflikt, in der die Kongresskammer Trump aufforderte, den Militäreinsatz zu beenden. Der Beschluss hat zwar keine unmittelbaren Konsequenzen, zeigt aber, dass der politische Druck auf den Präsidenten steigt – zumal im November die wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress bevorstehen.

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