Wirtschaft

Inflation steigt nach Ende des Tankrabatts auf 2,8 Prozent

Der Tankrabatt ist ausgelaufen, der Iran-Krieg hält an: Für Verbraucher in Deutschland sind das schlechte Vorzeichen. Im Juli zog die Teuerungsrate wieder deutlich an. Vor allem die höheren Spritpreise treiben die Inflation nach oben.
30.07.2026 14:24
Aktualisiert: 30.07.2026 14:24
Lesezeit: 2 min
Inflation steigt nach Ende des Tankrabatts auf 2,8 Prozent
Ein Frau hält auf einem Wochenmarkt ein geöffnetes Portemonnaie (Foto: dpa). Foto: Sebastian Kahnert

Spritpreise treiben Teuerung wieder an

Im Mai und im Juni hatte die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter den Preisauftrieb gedämpft. Die Inflationsrate sank bis auf 2,3 Prozent im Juni. Noch im April hatte der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs die Teuerungsrate mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024 getrieben.

Iran-Krieg lastet auf Energiemärkten

Der Tankrabatt ist Ende Juni ausgelaufen. Zugleich lastet der nach wie vor nicht beendete Iran-Krieg auf den Energiemärkten, zwischenzeitlich lag der Ölpreis erneut über der Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter), ging dann aber wieder zurück. Weil viele Erzeuger höhere Energiekosten nach und nach auf ihre Preise aufschlagen, könnten etwa Nahrungsmittel in den kommenden Monaten teurer werden.

Im Juli lagen die Energiepreise in Deutschland nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker um 8,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Mai waren es 3,4 Prozent. An den Zapfsäulen sind Preise über zwei Euro für den Liter Sprit wieder die Regel. Höhere Großhandelspreise für Gas kommen zumeist mit Verzögerung bei privaten Haushalten an.

Lebensmittelpreise unterdurchschnittlich gestiegen

Für Lebensmittel mussten die Menschen hierzulande im zu Ende gehenden Monat den Angaben zufolge wie in den beiden Vormonaten 0,4 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat.

Dienstleistungen, zu denen Restaurantbesuche und Reisen zählen, verteuerten sich im Juli um 2,9 Prozent (Mai und Juni 3,1 Prozent).

Insgesamt zogen die Verbraucherpreise von Juni auf Juli des laufenden Jahres auf Basis der vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes um 0,8 Prozent an.

Folgen des Energiepreisschocks nicht ausgestanden

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft der Menschen: Sie können sich dann für einen Euro weniger leisten. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der Binnenkonjunktur ist. Nachhaltig sinken wird die Inflation in Deutschland nach Einschätzung von Ökonomen erst, wenn der kriegsbedingte Energiepreisanstieg nach der Jahreswende aus dem Vorjahresvergleich herausfällt.

In den nächsten Monaten könnte es mit der Teuerung weiter nach oben gehen. "Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen", sagte jüngst die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde.

Mit höheren Zinsen gegen die Inflation

Volkswirte erwarten, dass die EZB im September die Leitzinsen im Euroraum zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben wird. Mit höheren Zinsen kann die Notenbank die Inflation dämpfen, weil dann Kredite teurer werden und die Nachfrage gebremst wird. Die EZB strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an. Bei dieser Marke sieht sie ihr oberstes Ziel erfüllt: für stabile Preise und einen stabilen Euro zu sorgen.

Nach jüngster Einschätzung der Bundesbank dürfte die für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Inflationsrate (HVPI) in Deutschland in den kommenden Monaten über die Drei-Prozent-Marke steigen. Im Juli waren es 2,8 Prozent.

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