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Schaeffler-Aktie bricht ein: Schwache E-Auto-Aussichten schocken Anleger

Die Schaeffler-Aktie gerät nach gekappten Mittelfristzielen massiv unter Druck. Der Auto- und Industriezulieferer rechnet wegen der schwachen Autokonjunktur und enttäuschender Aufträge im E-Auto-Geschäft bis 2028 mit weniger Umsatz als bisher geplant.
31.07.2026 13:35
Lesezeit: 2 min
Schaeffler-Aktie bricht ein: Schwache E-Auto-Aussichten schocken Anleger
Schaeffler Aktie im Sinkflug: Der Kurs bricht um 16 Prozent ein. Erfahren Sie, warum die schwache Elektromobilität die Ziele für 2028 gefährdet (Foto: dpa). Foto: Pia Bayer

Schaeffler-Aktie fällt zweistellig

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler streicht wegen der schlechten Lage in der Autoindustrie seine mittelfristigen Geschäftsziele zusammen. Vor allem der durch den Vitesco-Zukauf verstärkte Bereich rund um Elektroautos macht Probleme und wächst bis 2028 nicht so stark, wie Vorstandschef Klaus Rosenfeld es eingeplant hatte. Auch mit dem Erreichen der operativen Gewinnschwelle in der Sparte wird es bis dahin wohl nichts werden. Die im MDax notierte Schaeffler-Aktie fiel am Freitag rasant.

Der Kurs sackte zuletzt um 16 Prozent auf 6,83 Euro ab, zwischenzeitlich wurde der Handel sogar unterbrochen. Zuvor war die Bilanz des Titels seit Jahresbeginn fast ausgeglichen. Das Papier hat in diesem Jahr ohnehin starke Schwankungen hinter sich. Zunächst ging es mit der Fantasie um Chancen im Zukunftsfeld humanoider Roboter steil bis auf fast 12 Euro nach oben. Dann fiel die Jahresprognose mau aus und setzte der Aktie zu. Bis Anfang Juni erholte sie sich wieder fast bis an das Jahreshoch, bevor erneut ein Abwärtstrend einsetzte.

Analysten sehen enttäuschte Erwartungen

Analystin Vanessa Jeffriess von der US-Investmentbank Jefferies schrieb, der Konzern liege mit seiner Umsatzprognose für 2028 nun auf Augenhöhe mit ihren eigenen Schätzungen. Allerdings sei sie vorsichtiger als das Gros der Experten gewesen. Beim operativen Ergebnis habe sie sogar weniger auf dem Zettel als Schaeffler jetzt anpeile.

Der Schnitt der Analysten dürfte aber enttäuscht werden, insbesondere da das Erreichen der Gewinnzone in der Sparte Elektromobilität zentral für die Anleger sei. Vor rund zwei Wochen hatte sich UBS-Experte Juan Perez-Carrascosa bereits skeptisch gezeigt. Die Ziele für 2028 seien ambitioniert.

Schaeffler senkt Umsatzziel für 2028

Die Auftragslage ist für Schaeffler schwächer als gedacht. Im Jahr 2028 dürfte nur noch ein Konzernumsatz von 24 bis 26 Milliarden Euro erzielt werden, teilte der MDax-Konzern überraschend am Freitag in Herzogenaurach mit. Bisher hatte Chef Rosenfeld eine Steigerung auf 27 bis 29 Milliarden Euro im Sinn. Vergangenes Jahr hatte Schaeffler einen Erlös von 23,5 Milliarden Euro erzielt.

E-Auto-Sparte bleibt hinter Erwartungen zurück

Vor allem in der Sparte mit Teilen für Elektroautos sind die Aufträge nicht üppig genug, um die bisherigen Planungen aufrechtzuerhalten. Die operative Gewinnschwelle wird in dem Bereich wohl ebenfalls nicht wie geplant erreicht. Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern dürfte in dem Geschäft stattdessen zwischen minus 4 und 0 Prozent liegen.

Konzernmarge bleibt im Zielkorridor

Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern auf Konzernebene erwartet das Management 2028 weiter zwischen 6,0 und 8,0 Prozent. Mit dem niedriger eingeplanten Umsatz dürfte damit aber nun deutlich weniger Gewinn erzielt werden als zunächst in Aussicht gestellt. Beim bereinigten freien Mittelzufluss soll es in zwei Jahren bei den anvisierten 400 bis 600 Millionen Euro bleiben.

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