Unternehmen

BMW-Gewinn bricht um mehr als ein Drittel ein

Vor allem China belastet die Münchner. Die Zahlen für das zweite Quartal zeigen, warum der Autobauer Tausende Jobs abbauen will. Der neue Chef Milan Nedeljkovic steht vor einer gewaltigen Aufgabe.
30.07.2026 09:54
Aktualisiert: 30.07.2026 09:54
Lesezeit: 2 min
BMW-Gewinn bricht um mehr als ein Drittel ein
BMW verdient im zweiten Quartal deutlich weniger. Vor allem die Schwäche in China belastet den Konzern und zwingt ihn zu harten Einsparungen. (Foto: dpa) Foto: Peter Kneffel

Oje, BMW

BMW brechen die Gewinne weg. Im zweiten Quartal verdiente der Konzern nach Steuern nur noch 1,2 Milliarden Euro – 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Auch der Umsatz ging deutlich zurück – von 34 Milliarden auf 31 Milliarden Euro. Die Zahlen erscheinen nur einen Tag nach Bekanntwerden des Stellenabbauprogramms – und zeigen, wie dringend BMW die geplanten Einsparungen braucht.

Automobilgeschäft: Ergebnis sackt um mehr als 60 Prozent ab

Betrachtet man ausschließlich den Bereich Automobile, fällt der Einbruch noch drastischer aus. In diesem Geschäftsbereich brach das operative Ergebnis (Ebit) um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen Euro ein. Dadurch entstand die ungewöhnliche Situation, dass BMW im abgelaufenen Quartal mit seinen Finanzdienstleistungen mehr verdiente als mit der Herstellung von Autos.

Vor allem das Geschäft in China entwickelte sich für die Münchner schwach. Der weltweit größte Automarkt, der früher regelmäßig für sprudelnde Gewinne sorgte, ist für BMW – wie für die anderen deutschen Hersteller – inzwischen zum Sorgenkind geworden. Denn die Verkäufe brechen dort ein, während sich der Wettbewerb zuletzt immer weiter verschärft hat. Der BMW-Absatz fiel im zweiten Quartal um fast ein Drittel.

Neuer Chef: Schwerer Einstieg für Nedeljkovic

Es ist ein schwieriger Einstand für den neuen BMW-Chef Milan Nedeljkovic, der Mitte Mai vom Produktionsvorstand zum Vorstandsvorsitzenden aufgestiegen ist. In den nicht einmal drei Monaten seiner Amtszeit musste er bereits eine kräftige Gewinnwarnung verkünden. Erst gestern wurde zudem aus Unternehmenskreisen bekannt, dass BMW weltweit 8.000 Stellen abbauen will. Dafür legt der Konzern unter anderem ein Abfindungsprogramm in Deutschland auf.

Jetzt äußert sich auch Nedeljkovic selbst zu den Plänen. "Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rasant zu: Ein harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren prägen. Daher gilt es, schlank und agil zu sein."

Auch Finanzvorstand Walter Mertl verweist auf den verschärften Wettbewerb. "Nach Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr intensivieren und beschleunigen wir unsere Effizienzmaßnahmen und gehen strukturelle Veränderungen gezielt an. Unser Ziel ist weniger Komplexität und eine niedrigere Kostenbasis", sagt er. Bereits im vergangenen Jahr war die Zahl der Mitarbeiter bei BMW gesunken.

Konkurrenz: BMW verliert seinen Vorsprung

Lange war BMW besser als die beiden anderen großen deutschen Autokonzerne Mercedes-Benz und Volkswagen durch die Krise gekommen. Inzwischen holen die Probleme aber auch die Münchner immer stärker ein. Immerhin liegen sie beim Gewinn im zweiten Quartal noch vor dem Stuttgarter Erzrivalen Mercedes, der auf 1,09 Milliarden Euro nach Steuern kam. Volkswagen liegt mit 1,54 Milliarden Euro zwar vorn, ist allerdings auch deutlich größer.

Gewinne: Abwärtstrend setzt sich fort

Trotz allem steckt BMW – wie die anderen deutschen Hersteller – derzeit in einer Abwärtsspirale. Wie steil sie verläuft, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Im gerade abgelaufenen Halbjahr erzielten die Münchner insgesamt 2,9 Milliarden Euro Gewinn. 2025 waren es noch 4,0 Milliarden Euro, 2024 satte 5,7 Milliarden Euro und 2023 sogar 6,6 Milliarden Euro. 2022 lag der Gewinn sogar bei mehr als 13 Milliarden Euro – wegen eines extrem positiven Sondereffekts eignet sich dieser Wert allerdings nur eingeschränkt als Vergleich.

Hoffnung setzt BMW unter anderem auf die Fahrzeuge der Neuen Klasse. Das erste Modell iX3 wurde inzwischen mehr als 50.000-mal gebaut. Die Zahl der Bestellungen insgesamt soll sich sogar bereits der Marke von 100.000 nähern.

Eine schnelle Erholung zeichnet sich nicht ab. Zum einen werden die Belastungen aus der geplanten Restrukturierung im zweiten Halbjahr auf das Ergebnis drücken. Zum anderen ist der weltweite Automarkt derzeit zu herausfordernd, als dass eine schnelle Kehrtwende zu erwarten wäre.

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