Goldpreis aktuell: Edelmetall ist nach starkem Wochenanstieg unter Druck
Der Goldpreis liegt am Dienstag zum Handelsstart der europäischen Börsen rund ein halbes Prozent im Minus bei 4.360 US-Dollar je Feinunze. Das gelbe Edelmetall zeigte sich am Morgen zunächst fester, gab aber seine Gewinne wieder ab und rutschte in die Verlustzone. In Euro notierte das Edelmetall am Dienstag zum Börsenstart bei rund 3.785 Euro je Feinunze.
Die Handelsspanne fiel in den frühen Handelsstunden bereits ungewöhnlich breit aus: Der Goldpreis bewegte sich zwischen etwa 4.360 und 4.435 Dollar. Das unterstreicht die hohe Nervosität am Markt. Trotz des aktuellen Rücksetzers bleibt die kurzfristige Goldpreis-Entwicklung jedoch positiv. Noch am 4. August hatte eine Feinunze bei knapp 4.078 Dollar geschlossen. Innerhalb einer Woche ergibt sich damit ein Anstieg von mehr als sieben Prozent.
US-Arbeitsmarktdaten drückten Renditen und stützten zuletzt den Goldkurs
Ein wichtiger Impuls kam zuletzt vom US-Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft ging im Juli überraschend um 23.000 zurück. Gleichzeitig wurden die Angaben für Mai und Juni zusammengerechnet um 103.000 Stellen nach unten revidiert. In der Folge sank die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zeitweise bis auf 4,60 Prozent. Die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im September verringerte sich laut CME-Daten von 55 auf 42 Prozent.
Niedrigere Renditen stützten den Goldpreis grundsätzlich, weil Gold selbst keine laufenden Zinsen abwirft. Zugleich kann ein weniger restriktiver Zinsausblick den US-Dollar belasten und das in Dollar gehandelte Edelmetall für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten günstiger machen.
Nahostkonflikt und Ölpreis stützen die Nachfrage nach Gold
Zusätzliche Unterstützung erhielt der Goldkurs in den vergangenen Tagen und Wochen durch die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten. Unsicherheit über eine Wiederöffnung der Straße von Hormus ließ den Brent-Ölpreis am Montag um fünf Prozent steigen. Am Dienstagmorgen notierte Brent bei rund 87,72 Dollar je Barrel. Die Risiken für Energieversorgung, Inflation und Weltwirtschaft stärken grundsätzlich die Nachfrage nach Gold als Absicherungsinstrument.
Der Ölpreisanstieg erschwert allerdings die Lage der Federal Reserve: Höhere Energiekosten können die Inflation anheizen und damit neue Zinserhöhungen wahrscheinlicher machen. Genau dieses Spannungsfeld zwischen schwächerem Arbeitsmarkt und hartnäckigem Preisdruck prägt den Goldhandel derzeit.
Goldpreis-Entwicklung: US-Verbraucherpreise dürften Richtung vorgeben
Für den Goldpreis aktuell entscheidend sind die am Mittwoch erwarteten US-Verbraucherpreisdaten für Juli. Volkswirte rechnen mit einer leichten Abschwächung der Jahresinflation von 3,5 auf 3,4 Prozent. Ein niedrigerer Wert könnte die Zinserhöhungserwartungen weiter dämpfen und dem Goldkurs neuen Auftrieb geben. Eine überraschend hohe Inflationsrate dürfte dagegen Renditen und Dollar stärken und Gewinnmitnahmen bei Gold auslösen.
Kurzfristig müssen Anleger daher mit erheblichen Schwankungen rechnen. Die geopolitische Unsicherheit und der schwächere US-Arbeitsmarkt liefern dem Goldpreis Unterstützung. Ob daraus eine nachhaltige Fortsetzung der jüngsten Rally wird, dürfte jedoch maßgeblich von den amerikanischen Inflationsdaten abhängen.
Fazit und Goldpreis-Prognose: Gelbes Edelmetall vor richtungsweisenden Tagen
Der Goldpreis steht vor einer wichtigen Richtungsentscheidung. Der schwächere US-Arbeitsmarkt und nachlassende Erwartungen an eine Zinserhöhung sprechen grundsätzlich für das Edelmetall. Gleichzeitig halten hohe Ölpreise und geopolitische Risiken die Inflationsgefahr aufrecht. Genau das könnte die US-Notenbank zu einer weiterhin straffen Geldpolitik zwingen und den Goldkurs belasten. Die anstehenden US-Verbraucherpreise werden deshalb zum entscheidenden Stimmungstest. Fallen sie niedriger als erwartet aus, könnte die jüngste Erholung weiterlaufen.
Eine negative Überraschung dürfte dagegen neue Gewinnmitnahmen auslösen. Anleger sollten neben dem Goldpreis auch Dollar und Anleiherenditen beobachten. Kurzfristig bleibt der Markt chancenreich, aber außergewöhnlich schwankungsanfällig. Die kommenden Handelstage versprechen daher weiter hohe Spannung.

