Panorama

Zehn Gramm zu wenig kosten Bäcker 15.000 Euro

Zehn Gramm zu wenig können teuer werden: Ein Kunde beschwert sich über ein halbes Brot und setzt eine kostspielige Kette in Gang. Nun muss ein Bäckermeister für 15.000 Euro nachrüsten – und seine Kunden müssen sich an neue Preise gewöhnen.
26.08.2026 07:18
Lesezeit: 2 min
Zehn Gramm zu wenig kosten Bäcker 15.000 Euro
Zehn Gramm zu wenig: Nach einer Kundenbeschwerde muss ein Bäckermeister seine Filialen für rund 15.000 Euro mit neuer Technik ausstatten. (Bild: ChatGPT)

15.000 Euro für Präzisionswaagen

Zehn Gramm zu wenig Brot - das hat den Bäckermeister Matthias Breitner aus dem oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm am Ende rund 15.000 Euro gekostet. Nicht etwa wegen einer Strafe - sondern für neue Präzisionstechnik. Zuerst hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Ein Kunde hatte ein halbes Brot gekauft - für 2,40 Euro, den halben Preis eines ganzen Laibs. So wurde es in dem Familienbetrieb seit mehr als 60 Jahren gehandhabt, wie Breitner erklärt.

Zu Hause wog der Kunde nach. "Er kam in den Laden, hat sich furchtbar aufgeregt: Er will für sein Geld die richtige Menge haben." Das Verkaufspersonal wusste sich nicht mehr zu helfen und holte ihn als Chef dazu.

Kunde droht erbost mit Konsequenzen

Er habe die Sache nicht so ernst genommen und dem Kunden gesagt: "Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man." Heute sagt Breitner: "Das war mein Fehler. Ich hätte ihm einfach ein Brot schenken sollen." Dann wäre die Sache wahrscheinlich erledigt gewesen. Doch der Kunde verließ den Laden erbost mit den Worten: "Das wird Konsequenzen haben." Zudem sei später noch eine anonyme E-Mail mit der Beschwerde eingegangen.

Das war im September vergangenen Jahres. Wochen später stand das Eichamt vor der Tür. Es habe ihm untersagt, weiterhin halbe Brote zu verkaufen - wenn sie nicht mit einer geeichten Präzisionswaage gewogen würden und der Preis nach dem angegebenen Kilopreis exakt berechnet werde. So schreibt es die Fertigpackungsverordnung seit einigen Jahren vor. "Die Vorschrift gab es schon länger - ich wusste das gar nicht", sagt Breitner.

Mittlerweile hat er seine sechs Filialen in Pfaffenhofen und Umgebung umgestellt. Er rüstete alle neun Kassen mit Präzisionswaagen und neuer Technik aus. Mit Arbeitszeit, Software für die Verbindung der Waagen mit den Kassen sowie der Schulung der Mitarbeitenden kostete dies laut dem Bäckermeister summa summarum 15.000 Euro.

Macht die neue Regelung die Kunden glücklich?

Nun allerdings seien die Kunden auch nicht immer glücklich. Denn jetzt wird alles gewogen. Der ganze Laib koste damit mal 4,78 Euro und mal 4,83 Euro, sagt Breitner. "Die Kasse quillt jetzt über mit Ein- und Zwei-Cent-Stücken." Denn die meisten zahlen bar. Manche hätten schon gefragt, ob sie nicht doch den pauschalen Preis zahlen dürften - doch darauf lässt Breitner sich nach dem Ärger nicht mehr ein.

Ist wenigstens der Kunde zufrieden, der sich beschwert hatte? Der, so sagt Breitner, sei nicht mehr aufgetaucht.

Eine andere Bäckerei im Ort hatte die Sache anders gelöst. Sie verkaufte zeitweise nur noch ganze Brote. Inzwischen gibt es auch dort neue Waagen.

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