Politik

Sanktionen wegen Drohne in Leipzig: Moskau weist Vorwürfe zurück

Russland weist die Strafmaßnahmen Deutschlands im Zuge der nicht gezündeten Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Halle/Leipzig als unbegründet zurück. Jetzt gibt es Drohungen aus Moskau.
02.09.2026 10:02
Lesezeit: 2 min
Sanktionen wegen Drohne in Leipzig: Moskau weist Vorwürfe zurück
Der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew wirft den deutschen Behörden vor, den Angriff auf dem Flughafen erfunden zu haben. (Foto: dpa) Foto: Ekaterina Shtukina

Medwedew: Deutschland verdient direkte Angriffe

Der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, droht Deutschland wegen der Sanktionen nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Halle/Leipzig mit Bestrafung. "Sie verdienen einen direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik", schrieb der für seine scharfen Äußerungen bekannte Kremlpolitiker bei Telegram. Gemeint seien Rüstungsbetriebe, die für die Ukraine arbeiten - und "durchaus auch einige andere Orte in Berlin".

Medwedew warf den deutschen Behörden vor, den Angriff auf dem Flughafen erfunden zu haben. Beweise gebe es nicht, betonte der russische Ex-Präsident. Medwedew beschimpfte die "derzeitige deutsche Führung" als "neonazistisch" und "extrem russophob". Russland sieht den Fall um die nicht detonierte Drohne als eine "Provokation", die den Interessen der Ukraine diene.

Bundesregierung macht Moskau für Drohne verantwortlich

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatten am Vortag Russland für den Drohnenvorfall verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen angekündigt. Wadephul sagte, dass etwa das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden soll. Zudem werde der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt.

Daraufhin hat Moskau Gegensanktionen angekündigt, deren Ausmaß bisher nicht bekannt ist. Als denkbar gilt eine Schließung des Goethe-Instituts und des Generalkonsulats in St. Petersburg. Schon in der Vergangenheit hatten beide Seiten im Zuge von Sanktionen wechselseitig Konsulate geschlossen.

Russland warnt Kiew vor Terrorismus

Der frühere Kremlchef drohte auch mit Vergeltung, sollte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Drohung wahr machen und Flughäfen in Russland ins Visier nehmen. Medwedew gab zu bedenken, dass die europäischen Staatschefs - als Geldgeber der Regierung in der Ukraine - immer wieder mit dem Zug nach Kiew und in andere Städte reisten. Russland hatte zuletzt auch Bahnanlagen in der Ukraine attackiert.

Es handle sich um "Drohungen eines wahnsinnigen Clowns gegenüber der Zivilluftfahrt am russischen Himmel", sagte Medwedew mit Blick auf Selenskyjs Äußerungen. Kremlchef Wladimir Putin warnte die Ukraine vor "staatlichem Terrorismus".

Medwedew warf den europäischen Staatschefs vor, Kiews "Terror" gegen Ziele im russischen Hinterland zu finanzieren. Die Ukraine nutzt die westliche Militärhilfe zum Bau von Drohnen und Marschflugkörpern, mit denen sie Russland Ziele angreift - als Teil des Abwehrkampfes gegen Moskaus Angriffskrieg.

Selenskyj hatte am Vorabend mit der "faktischen" Schließung des russischen Luftraums durch ukrainische Drohnenattacken gedroht. Er warnte alle Fluggesellschaften vor Gefahren über Russland.

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