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Mazda CX-5 im Test: Evolution statt Revolution

Mazda erfindet den CX-5 nicht neu, sondern entwickelt ihn gezielt weiter. Die dritte Generation bietet mehr Platz, bessere Geräuschdämmung, modernere Technik und einen neuen 2,5-Liter-Benziner. Im Test zeigt sich, warum der Japaner trotz vergleichsweise konservativer Technik zu den angenehmsten SUV seiner Klasse gehört.
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14.10.2026 11:39
Lesezeit: 6 min
Mazda CX-5 im Test: Evolution statt Revolution
Der Mazda CX-5 zeigt im Test, dass er viel verbessert hat, ohne den Charakter zu verlieren. (Bild: Marko Čopi)

Mazda CX-5 im Test: Mehr Platz, neuer Motor, alte Stärken

Mazda wollte bei der dritten Generation seines meistverkauften Modells das Rad nicht neu erfinden. Der neue CX-5 bietet mehr Platz, ein moderneres digitales Erlebnis, eine bessere Geräuschdämmung und einen neuen 2,5-Liter-Benzinmotor, bleibt dabei aber der Philosophie treu, dank der er seit fast einem Jahrzehnt zu den fahrerisch überzeugendsten SUV der Mittelklasse gehört.

Mazda gehört zu den wenigen Automarken, die erfolgreiche Modelle nicht allein wegen aktueller Trends verändern. Der neue CX-5 ist auf den ersten Blick sofort wiederzuerkennen, obwohl ein genauerer Blick eine nahezu vollständig neue Karosserie offenbart. Die Designer haben die grundlegenden Proportionen und die Kodo-Philosophie beibehalten, das Auto zugleich aber verlängert, verbreitert und etwas erhöht. Das Ergebnis ist nicht nur ein selbstbewussterer Auftritt, sondern vor allem ein geräumigerer Innenraum.

Die größten Veränderungen fallen an der Front mit schmaleren LED-Scheinwerfern, einem breiteren Kühlergrill und stärker ausgeprägten Kotflügeln auf. Das Heck wirkt aufgeräumter, horizontale Linien lassen das Auto optisch breiter erscheinen. Auch diesmal ist Mazda nicht dem Trend zu übermäßig scharfen Linien oder futuristischen Details gefolgt. Der CX-5 wirkt zurückhaltend und elegant, weshalb sein Design wahrscheinlich auch in zehn Jahren noch frisch aussehen wird.

Der neue Motor bleibt Mazdas Philosophie treu

Während die meisten Wettbewerber auf kleine Turbobenziner setzen, bleibt Mazda einem großen Hubraum treu. Der neue 2,5-Liter-Vierzylinder-Saugmotor e-Skyactiv G leistet lediglich 103 Kilowatt beziehungsweise 141 PS und arbeitet mit einem 24-Volt-Mildhybridsystem zusammen. Auf dem Papier wirkt diese Zahl heute nicht besonders beeindruckend, vor allem im Vergleich zu Wettbewerbern mit Turbolader. Mazda setzt jedoch auch diesmal auf eine andere Philosophie.

Der Motor entfaltet seine Leistung vollkommen linear. Es gibt keinen ausgeprägten Drehmomentschub bei niedrigen Drehzahlen, sondern eine gleichmäßige und kultivierte Beschleunigung, die dem Fahrer eine sehr genaue Dosierung der Leistung ermöglicht. Dieser Charakter verlangt einen etwas anderen Fahrstil. Wer mehr Lebendigkeit will, muss den Motor höher drehen. Dafür belohnt er mit einem kultivierten Klang und einem angenehmen Gefühl von Leichtigkeit.

Ein wichtiger Bestandteil des Antriebs bleibt die Sechsgang-Automatik. Während die meisten Wettbewerber sieben-, acht- oder sogar zehnstufige Getriebe verwenden, hält Mazda an sechs Gängen fest. Auf dem Papier wirkt das veraltet, in der Praxis schaltet das Getriebe jedoch weich, logisch und ohne unnötiges Suchen nach dem passenden Gang. Genau diese Gelassenheit passt sehr gut zum Charakter des Autos.

Einer der fahraktivsten SUV seiner Klasse

Mazda entwickelt seine Fahrzeuge seit Jahren nach der Philosophie Jinba Ittai, die eine möglichst enge Verbindung zwischen Fahrer und Auto beschreibt. Der neue CX-5 bewahrt dieses Gefühl trotz seiner größeren Außenabmessungen.

Die Lenkung bleibt präzise, die Reaktionen wirken natürlich, und das Fahrwerk verbindet Komfort und Fahrdynamik sehr gelungen. In Kurven fühlt sich der CX-5 leichter an, als man es von einem SUV erwarten würde. Auch bei schneller Fahrt bleibt er ruhig und berechenbar. Das System G-Vectoring Control Plus verbessert mit leichten Eingriffen in Drehmoment und Bremsen zusätzlich die Stabilität, obwohl der Fahrer seine Arbeit kaum bemerkt.

4,69 Meter

lang ist der Mazda CX-5

583 Liter

beträgt das Grundvolumen des Kofferraums

7 Liter

betrug der durchschnittliche Benzinverbrauch

Auch bei der Geräuschdämmung gibt es einen deutlichen Fortschritt. Bei Autobahngeschwindigkeit dringen spürbar weniger Wind- und Abrollgeräusche in den Innenraum als beim Vorgänger, wodurch der CX-5 bei höheren Geschwindigkeiten angenehmer wird.

Im Innenraum macht der CX-5 den größten Sprung

Der größte Entwicklungssprung steckt im Innenraum. Die vorherige Generation fiel gegen Ende ihres Lebenszyklus vor allem bei der Digitalisierung hinter die Konkurrenz zurück. Die neue Generation nimmt diesen Bereich deutlich ernster.

Der zentrale Bildschirm ist deutlich größer, die Grafik moderner, und die Benutzeroberfläche reagiert schneller und ist übersichtlicher. Trotzdem hat sich Mazda nicht dem Trend zur vollständigen Digitalisierung unterworfen. Die wichtigsten Funktionen bleiben logisch angeordnet, und die Sitzposition des Fahrers gehört weiterhin zu den besten in dieser Klasse.

Was ist der Unterschied zwischen einem 24- und einem 48-Volt-System?

Bei Mildhybriden ist meist von einer 48-Volt-Elektroarchitektur die Rede. Der Mazda CX-5 verwendet dagegen ein 24-Volt-System. Wir haben uns angesehen, worin der Unterschied besteht.

Wie Mazda schreibt, nutzt der CX-5 das 24-Volt-Mildhybridsystem Mazda M Hybrid, das sich von den inzwischen immer häufigeren 48-Volt-Systemen vor allem durch seinen Zweck unterscheidet. Leistungsfähigere 48-Volt-Systeme können den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen spürbarer unterstützen und längere Fahrphasen mit ausgeschaltetem Motor ermöglichen. Das 24-Volt-System ist dagegen in erster Linie darauf ausgelegt, Effizienz und Laufkultur zu verbessern.

Es besteht aus einem Startergenerator und einer kleinen Lithium-Ionen-Batterie, die beim Bremsen Energie speichert und diese anschließend für einen schnelleren und nahezu unmerklichen Betrieb des Start-Stopp-Systems sowie zur Entlastung des Benzinmotors beim Anfahren und bei geringer Last nutzt.

Der Fahrer bemerkt die Arbeit des Systems kaum, da es die Räder nicht selbstständig antreibt und die Leistung nicht spürbar erhöht. Mazda hat sich auch deshalb für diese Lösung entschieden, da der 2,5-Liter-Saugmotor wegen seiner gleichmäßigen Leistungsentfaltung keine ausgeprägte elektrische Unterstützung benötigt, wie sie kleinere Turbobenziner verlangen. Ziel des 24-Volt-Systems ist deshalb nicht mehr Leistung, sondern ein geringerer Kraftstoffverbrauch, niedrigere Emissionen und ein kultivierter arbeitender Antrieb.

Auch die Verarbeitungsqualität überzeugt. Weiche Materialien, präzise Schalter und eine durchdachte Ergonomie vermitteln den Eindruck eines höherklassigen Autos. Die Ausführung Homura verstärkt diesen Eindruck mit Lederausstattung, Sportsitzen und dunklen Designelementen zusätzlich.

Mehr Platz für europäische Familien

Von den größeren Außenabmessungen profitieren vor allem die Passagiere auf der Rückbank. Es gibt mehr Knie- und Kopffreiheit, und weiter öffnende Türen erleichtern den Einstieg. Der Kofferraum bleibt einer der praktischeren in dieser Klasse und erfüllt problemlos die Anforderungen einer vierköpfigen Familie.

Auch sonst bleibt der CX-5 ein ausgesprochen praktisches Auto. Die Übersichtlichkeit ist gut, die Sitzposition natürlich, und alle wichtigen Elemente befinden sich dort, wo der Fahrer sie erwartet. Genau dieses Gefühl der Vertrautheit bleibt eine der größten Stärken des Mazda.

Er will nicht der digitalste, sondern der angenehmste sein

Der neue CX-5 versucht nicht, mit der Zahl der Bildschirme, Lichtanimationen oder digitalen Funktionen zu konkurrieren. Seine größte Stärke bleibt das stimmige Gesamtpaket. Motor, Getriebe, Fahrwerk, Lenkung und Ergonomie arbeiten harmonisch zusammen. Dadurch vermittelt das Auto bereits nach wenigen Kilometern das Gefühl, als würde der Fahrer es seit Jahren kennen.

Genau darin liegt das Wesen der neuen Generation. Mazda hat keine Revolution vorbereitet, sondern eine durchdachte Evolution eines bereits bisher erfolgreichen Modells. In einer Zeit, in der viele SUV zunehmend zu digitalen Plattformen auf vier Rädern werden, bleibt der CX-5 ein Auto, bei dem das Fahrerlebnis weiterhin im Mittelpunkt der Entwicklung steht.

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