Finanzen

Dieselpreis im November: Oktober deutlich billiger – doch Diesel bleibt teurer als E10

Der Dieselpreis hat sich im Oktober nach den Rekordwerten des Septembers zwar spürbar entspannt. Laut der am 2. November veröffentlichten ADAC-Monatsbilanz kostete ein Liter Diesel im Durchschnitt aber weiterhin 2,261 Euro. Aktuelle Marktdaten zeigen: Die Differenz zum Benzinpreis bleibt für Pendler und Unternehmen ein erheblicher Kostenfaktor.
02.11.2026 15:13
Lesezeit: 7 min
Dieselpreis im November: Oktober deutlich billiger – doch Diesel bleibt teurer als E10
Der Dieselpreis ist trotz Tankrabatt hoch. (Bild: dpa)

Dieselpreis aktuell günstiger als im Oktober – doch teurer als E10

Die am heutigen Montag aktualisierte ADAC-Auswertung der Kraftstoffpreise dokumentiert einen deutlichen Rückgang gegenüber September: Im Oktober kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Monatsmittel 2,261 Euro. Das waren 12,5 Cent weniger als im September, als 2,386 Euro erreicht worden waren.

Super E10 vergünstigte sich demnach im selben Zeitraum um 15,2 Cent auf durchschnittlich 2,114 Euro. Autofahrer mussten damit im Oktober für Diesel im Schnitt 14,7 Cent je Liter mehr zahlen als für E10. Das ist bemerkenswert, weil Dieselkraftstoff gegenüber Benzin bei der Energiesteuer grundsätzlich begünstigt ist. Der Abstand zwischen den Kraftstoffsorten sagt allerdings für sich genommen nichts über die Gewinne einzelner Mineralölunternehmen aus.

Neue Marktwerte zum November: Abstand von 21 Cent

Für den Morgen des 2. November meldet der Kraftstoffdatenanbieter Tankerkönig in seinem aktuellen Marktbriefing vorläufige bundesweite Werte von 2,239 Euro je Liter Diesel und 2,029 Euro für Super E10. Daraus ergibt sich ein Abstand von 21 Cent je Liter. Der Datenstand stammt von 05:01 Uhr; es handelt sich ausdrücklich nicht um einen abschließenden Tagesdurchschnitt oder einen verbindlichen Preis für jede Tankstelle.

Im Wochenzeitraum vom 26. Oktober bis zum frühen 2. November weist derselbe Datenanbieter für Diesel einen Rückgang um 1,8 Cent aus, für E10 um vier Cent. Die Zahlen belegen somit keine allgemeine Preisexplosion zum Monatsbeginn. Sie zeigen vielmehr, dass Diesel selbst bei leicht sinkenden Preisen deutlich teurer bleiben kann als Benzin.

Die Daten von Tankerkönig und die ADAC-Monatswerte verwenden unterschiedliche Erhebungszeiträume. Sie dürfen deshalb nicht als direkt aufeinanderfolgende Tagespreise interpretiert werden. Der Monatsvergleich zeigt eine Entspannung im Oktober, die jüngste Momentaufnahme den nach wie vor hohen Aufschlag auf Dieselkraftstoff.

Warum Diesel trotz Tankrabatt vergleichsweise teuer bleibt

Eine Ursache liegt nach Einschätzung des ADAC bei den internationalen Märkten für Diesel und Heizöl. In seiner Kraftstoffpreis-Meldung vom 28. Oktober verwies der Automobilclub auf angespannte Dieselmärkte und den mit Beginn der kälteren Jahreszeit steigenden Heizölbedarf. Zudem notierte Rohöl der Sorte Brent damals bei rund 114 US-Dollar je Barrel.

Der ADAC beobachtete am 28. Oktober im Vergleich zur Vorwoche einen Dieselpreisanstieg um 3,4 Cent bei gleichzeitig um 2,6 Cent sinkendem E10-Preis. Die damaligen bundesweiten Wochenwerte lagen bei 2,289 Euro für Diesel und 2,084 Euro für E10. Solche gegenläufigen Veränderungen machen deutlich, dass sich der Preis an der Zapfsäule nicht allein anhand des Rohölpreises erklären lässt. Entscheidend sind unter anderem Beschaffung, Raffinerieprodukte, Nachfrage, Wechselkurse und Steuern.

Der Tankrabatt gilt nur bis Jahresende

Die Bundesregierung hat die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für drei Monate abgesenkt. Laut den Erläuterungen des Bundesfinanzministeriums zur Energiesteuersenkung gilt die Maßnahme vom 1. Oktober bis einschließlich 31. Dezember 2026. Zusammen mit dem Umsatzsteuereffekt entspricht die rechnerische Entlastung etwa 17 Cent pro Liter. Als Ziel nennt das Ministerium niedrigere Kosten für Verbraucher und Unternehmen, insbesondere in Handwerk und Logistik.

Der ADAC sieht in der Steuersenkung einen wesentlichen Grund für den durchschnittlichen Preisrückgang im Oktober. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass der gesamte rechnerische Steuervorteil an jedem Tag und an jeder Tankstelle vollständig beim Kunden ankommt. Um das zu beurteilen, wären Vergleiche mit einem belastbaren Verlauf der Rohöl-, Großhandels- und Nachbarlandpreise notwendig.

DWN hatte bereits Anfang Oktober über die zunächst deutliche Entlastung und anschließende Preisanstiege berichtet. Die neue Oktoberbilanz erlaubt nun erstmals einen Blick auf den gesamten Monat statt auf die ersten Tage nach Beginn der Steuersenkung.

Was die Zahlen für Pendler und Betriebe bedeuten

Die Unterschiede wirken bei größeren Fahrleistungen erheblich. Wer 60 Liter Diesel zum vorläufigen Marktwert von 2,239 Euro tankt, bezahlt rechnerisch 134,34 Euro. Eine Preisdifferenz von zehn Cent je Liter macht bei derselben Menge sechs Euro aus. Für einen Betrieb mit mehreren Fahrzeugen und regelmäßigen Tankvorgängen summieren sich selbst kleine Unterschiede im Laufe des Monats. Das Beispiel vergleicht nur unterschiedliche Dieselpreise und unterstellt keine Austauschbarkeit von Diesel und Benzin.

Für Transportunternehmen, Handwerksbetriebe und Lieferdienste ist der Literpreis zudem Teil der laufenden Kalkulation. Er kann sich auf Tourenplanung, Angebotspreise und Margen auswirken. Wie stark einzelne Unternehmen betroffen sind, hängt jedoch von Verbrauch, Verträgen und möglichen Preisgleitklauseln ab.

Günstiger tanken: Nicht nur auf den Monatspreis achten

Die monatlichen Durchschnittswerte helfen bei der Einordnung, nicht aber bei der Wahl einer bestimmten Tankstelle. Vor Ort können sich Preise deutlich unterscheiden. Der ADAC rät dazu, Tankstellenpreise zu vergleichen und nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken. Seit April sind Preiserhöhungen an deutschen Tankstellen grundsätzlich nur einmal täglich zur Mittagszeit erlaubt; Preissenkungen bleiben auch später möglich.

Wer größere Mengen tankt, sollte die aktuellen Preise vor der Fahrt prüfen. Der günstigste Zeitpunkt kann je nach Standort und Wettbewerb unterschiedlich ausfallen. Beim Sparen zählt der tatsächlich gezahlte Preis, nicht die bundesweite Durchschnittszahl vom Vortag.

Spritpreis: Tankrabatt bringt Entlastung, Entwarnung gibt es keine

Die neue Oktoberbilanz zeigt eine Entlastung beim Tanken, aber keinen grundlegenden Rückgang der Belastung. Diesel kostete im Monatsmittel weiterhin deutlich mehr als zwei Euro und blieb teurer als Super E10. Anfang November weisen die verfügbaren Marktdaten ebenfalls auf einen großen Preisabstand hin.

Der befristete Tankrabatt hat die Zapfsäulenpreise im Oktober gedämpft, seine vollständige Weitergabe lässt sich aus einem Monatsdurchschnitt allein jedoch nicht ableiten. Für Pendler und Betriebe zählen neben Steuerregeln die Rohölmärkte, die Nachfrage nach Heizöl und die Preise vor Ort. Wer sparen möchte, sollte aktuelle Preise vergleichen und möglichst günstige Zeitpunkte wählen, statt auf Durchschnittswerte zu vertrauen.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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