Finanzen

Ausverkauf von Tech-Aktien: Südkoreas Börse bricht ein

Der Ausverkauf von Tech-Aktien in den USA belastet auch die Börsen in Asien. Besonders betroffen ist der südkoreanische Aktienmarkt. In Seoul muss der Handel kurzzeitig ausgesetzt werden.
06.11.2026 10:23
Lesezeit: 2 min
Ausverkauf von Tech-Aktien: Südkoreas Börse bricht ein
Der Leitindex Kospi im Frühhandel brach um bis zu fast neun Prozent ein und rutschte erstmals seit Februar unter die Marke von 5.000 Punkten. (Foto: Lee Jin-man/AP/dpa)

Ausverkauf von Tech-Aktien: Südkoreas Börse bricht ein

Die südkoreanische Börse ist im Zuge eines weltweiten Ausverkaufs von Tech-Aktien deutlich unter Druck geraten. So brach der Leitindex Kospi im Frühhandel um bis zu fast neun Prozent ein und rutschte erstmals seit Februar unter die Marke von 5.000 Punkten.

Zuletzt konnte der Kospi das Minus etwas reduzieren, verlor aber immer noch sechs Prozent auf 5.060 Punkte. Damit ist der Index im bisherigen Jahresverlauf immer noch gut 20 Prozent im Plus. Seit dem Rekordhoch von fast 9.400 Punkten im Juni ging es aber um fast die Hälfte nach unten.

Chip-Werte geben deutlich nach

Die Wertpapiere der Speicherchip-Produzenten SK Hynix und Samsung gaben deutlich nach. Beide Papiere hatten im Sommer für den Boom am südkoreanischen Aktienmarkt gesorgt. Besonders deutlich wird das beim Blick auf die SK-Hynix-Aktie. Das Papier hatte im Juni zeitweise mehr als 3 Millionen Won gekostet. Nach dem Minus von elf Prozent am Freitag sind es nur noch rund 1,1 Millionen Won - also fast zwei Drittel weniger als im Sommer. Im Vergleich zu Ende 2025 ist das aber immer noch ein Plus von mehr als 70 Prozent.

Bei Samsung sieht die Entwicklung ähnlich aus. Die Ausschläge sind allerdings nicht ganz so heftig wie bei SK Hynix. Dank der im Jahresverlauf immer noch deutlichen Gewinne zählen beide Unternehmen inzwischen zu den wertvollsten Techkonzernen außerhalb der Vereinigten Staaten. So kommt Samsung auf einen Börsenwert von umgerechnet rund 800 Milliarden Dollar und SK Hynix auf circa 600 Milliarden Dollar.

Anleger reagieren auf Verluste an der Wall Street

Wegen der heftigen Kursverluste am Morgen hatte die Börse in Seoul den Handel für 20 Minuten ausgesetzt. Ein sogenannter Circuit Breaker soll verhindern, dass Panikverkäufe den Markt weiter destabilisieren. Die Regierung berief ein Notfalltreffen mit Vertretern der Finanzaufsichtsbehörden sowie der Zentralbank ein. Finanzminister Lee Hyoung Il betonte danach, die wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Landes seien solide. Die Behörden seien zudem bereit, bei einer weiteren Verschärfung der Volatilität - also weiteren starken Kursschwankungen - zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen.

Die Anleger reagierten auf die Verluste an der Wall Street, wo Sorgen über die künftige Entwicklung der Investitionen in Künstliche Intelligenz die Kurse belasteten. Hintergrund ist der Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen, der Befürchtungen über eine mögliche Verlangsamung des Ausbaus von Rechenzentren verstärkte. Wegen ihres hohen Finanzierungsbedarfs sowie potenzieller Umweltschäden stößt der Ausbau neuer Rechenzentren in den Vereinigten Staaten zunehmend auf Widerstand.

Gefahr steigender Ölpreise

Zudem verwiesen Experten als Grund für die Kurseinbrüche auch auf die Gefahr steigender Ölpreise, nachdem iranischen Angaben zufolge erneut mehrere Tanker in der Straße von Hormus beschädigt worden waren. Südkorea ist als energiearmes Industrieland stark auf Ölimporte aus dem Nahen Osten angewiesen. Gleichzeitig ist seine Börse wegen des hohen Gewichts der Halbleiterbranche besonders anfällig für Schwankungen im KI-Sektor.

Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank im Frühhandel um rund 6,5 Prozent. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong fiel kurz nach Handelsstart um rund 1,3 Prozent, während der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen um etwa 1,7 Prozent nachgab.

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