Dank nationaler Banken: Griechenland wird kurzfristige Bonds zu günstigeren Zinsen los

Griechenland emittierte am Dienstag kurzfristige Anleihen mit einer Laufzeit von sechs Monaten und musste etwas weniger hohe Renditen dafür zahlen. Da meist die griechischen Banken diese Art der Anleihen kaufen, ist der gesunkene Zinssatz aber kein wirklicher Maßstab. Der griechische Staat ist auf die nationalen Banken angewiesen. Mithilfe der Ausgabe kurzfristiger Anleihen will die Regierung fällige Zahlungen refinanzieren.

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Die Aussetzung der nächsten Tranche an Griechenland hat dazu geführt, dass sich die griechische Regierung entschieden hat, in diesem Monat zusätzliche so genannte T-bills zu emittieren. Damit soll versucht werden, die fälligen Schulden bis zum Erhalt der nächsten Finanzhilfe durch die internationalen Gläubiger zu finanzieren (3,2 Milliarden Euro werden fällig – hier). Zudem besteht die Gefahr, dass der IWF seine Zahlungen zunächst einstellen wird (wenn die europäischen Gläubiger Griechenland nicht einen Teil der Schulden erlassen – hier).

Am Dienstag emittierte nun Griechenland zunächst 6-monatige Anleihen in Höhe von 812,5 Millionen Euro. Die erreichten Zinssätze lagen bei 4,68 Prozent und damit etwas niedriger als bei der letzten Auktion dieser Art (4,7 Prozent). Die leicht gesunkenen Zinssätze und die erfolgreiche Auktion sind jedoch kein wirklicher Bewertungsmaßstab im herkömmlichen Sinne. Die T-bills werden überwiegend von griechischen Banken gekauft, die den Staat auf diese Art und Weise unterstützen.

Auf diese Unterstützung ist Griechenland auch in den kommenden Tagen angewiesen. Bis zu 6 Milliarden Euro will das Land allein in dieser Woche durch die Auktion der kurzfristigen Anleihen einnehmen. Die kurzfristigen T-bills sind derzeit die einzige Möglichkeit für Griechenland, sich am Markt Geld zu beschaffen.

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