Rating-Agenturen erwägen Herabstufung der Türkei

Die beiden amerikanischen Ratingagenturen Moody’s und Fitch werden die Kreditwürdigkeit der Türkei überprüfen. Diese befindet sich bei beiden Institutionen bereits nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Eine Herabstufung könnte die bestehende Unsicherheit bei Investoren zusätzlich verstärken.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Nach dem Putschversuch in der Türkei droht dem Land die Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Die US-Ratingagentur Moody’s erklärte am Montag, die derzeitige Note von Baa3 werde überprüft. Konkurrent Fitch will die Bewertung von derzeit BBB- ebenfalls überprüfen. Die Türkei liegt bei beiden Ratingagenturen schon jetzt nur noch eine Stufe über Ramschniveau.

„Obwohl der Putsch gescheitert ist, hält Moody’s das Geschehen für eine Spiegelung breiterer politischer Herausforderungen, und die Kreditrisiken bleiben erhöht“, erklärte das Unternehmen. „Die jüngste Zunahme an politischer Unsicherheit im Inland und speziell der Putschversuch“ könnten das Wirtschaftswachstum in der Türkei beeinträchtigen. Außerdem sei das Land Wirtschaftsreformen langsamer angegangen als erwartet.

Fitch erklärte, der gescheiterte Putschversuch und das anschließende harte Vorgehen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen mutmaßliche Verschwörer „zeigen politische Risiken für das Kreditprofil des Staates auf“. Ob dies zu einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit führe, hänge auch davon ab, ob das weitere Vorgehen der Regierung „politische Gräben vertieft“.

Eine Gruppe von Militärs hatte in der Nacht zum Samstag versucht, die Macht in der Türkei zu übernehmen. Nach der Niederschlagung des Umsturzversuchs kündigte Präsident Erdogan ein hartes Vorgehen gegen die Putschisten sowie die „Säuberung“ der Armee an. Inzwischen wurden nach Regierungsangaben mehr als 7500 Verdächtige festgenommen.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick