Finanzen

Adidas-Aktie: Ergebnis enttäuscht

Die Adidas-Aktie gerät nach den Quartalszahlen massiv unter Druck, obwohl der Sportartikelhersteller seine Umsatzprognose anhebt. Höhere Kosten und ein enttäuschendes operatives Ergebnis überschatten das Wachstum und reißen auch die Puma-Aktie nach unten.
30.07.2026 11:18
Lesezeit: 3 min
Adidas-Aktie: Ergebnis enttäuscht
Adidas-Aktie verliert Luft - auf dem Foto der Schuh "adidas Adizero Prime X Evo Unisex". (Foto: dpa) Foto: Daniel Karmann

Adidas-Aktie: Kurs gerät nach Quartalszahlen unter Druck

Eine enttäuschende Ergebnisentwicklung hat die Aktien von Adidas <DE000A1EWWW0> am Donnerstag deutlich zurückgeworfen. Am Vormittag rutschten sie mit 149,60 Euro auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Damals hatten sie sich aus ihrem im Februar 2025 eingeleiteten Abwärtstrend befreit und bis Mitte Juli zunächst kräftig erholt.



Von dieser Kurserholung haben sie nun mehr als die Hälfte eingebüßt. Zuletzt verloren sie als abgeschlagenes Schlusslicht im leicht schwächeren Dax <DE0008469008> 16,8 Prozent auf 151,70 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 10 Prozent zu Buche. Die im MDax <DE0008467416> notierten Papiere des Konkurrenten Puma <DE0006969603> konnten sich der negativen Stimmung nicht entziehen und sanken um 3,4 Prozent.

Höhere Kosten: Ergebnis bleibt hinter Erwartungen zurück

Adidas erhöhte zwar die Umsatzprognose, doch höhere Kosten bremsten die Ergebnisentwicklung. Im Fokus stehe eine beachtliche Erhöhung der operativen Aufwendungen, welche die Schätzungen deutlich übertroffen hätten, kommentierte Analyst James Grzinic von Jefferies in einer ersten Reaktion. Die starke Wachstumsdynamik im zweiten Quartal rücke dadurch etwas in den Hintergrund.

Marketingausgaben: Analysten sehen durchwachsene Zahlen

Wegen gestiegener Marketingausgaben habe Adidas beim operativen Ergebnis (Ebit) die Erwartungen klar verfehlt, schrieb Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC. Das Zahlenwerk bezeichnete er insgesamt als durchwachsen.

Adidas-Aktie im Detail:

Der Sportartikelhersteller Adidas hat im zweiten Quartal dank der Fußball-Weltmeisterschaft ein starkes Wachstum erzielt. Das Unternehmen, das mit Spanien und Argentinien beide Finalisten ausrüstete, verkaufte mehr Trikots und Bälle als zuvor. In der Folge hob Adidas seine Umsatzprognose an. Gleichzeitig investierte der Konzern jedoch deutlich mehr in Marketing. Zudem belasteten höhere Kosten für Fracht, Beschaffung und US-Zölle die Ergebnisentwicklung, die hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Die Adidas-Aktie sackte vorbörslich am Donnerstag auf der Handelsplattform Tradegate um fast acht Prozent ab.

Eigene Verkaufskanäle sorgen für Wachstum

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 13 Prozent auf rund 6,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte. Währungsbereinigt erzielte Adidas einen Prozentpunkt mehr Wachstum. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage in den eigenen Verkaufskanälen. Im Großhandel fiel das Plus dagegen erneut deutlich schwächer aus, insbesondere in Europa. Neben dem Fußballgeschäft zeigte sich auch das Running-Segment robust. Für die Adidas-Aktie standen jedoch vor allem die Gewinnentwicklung und die Kosten im Fokus.

Adidas-Aktie: Umsatzprognose steigt

Adidas erhöhte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr leicht und rechnet nun mit einem währungsbereinigten Wachstum von neun bis zehn Prozent. Bislang hatte das Management um Konzernchef Björn Gulden ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Höhere Kosten drücken auf das Ergebnis

Während der Umsatz die Erwartungen übertraf, blieb die Ergebnisentwicklung hinter den Schätzungen der Analysten zurück. Im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft gab Adidas über 200 Millionen Euro mehr für Marketing aus. Hinzu kamen höhere Fracht- und Beschaffungskosten sowie gestiegene US-Zölle. Für unrechtmäßig erhobene Zölle erhielt Adidas die erste "geringe Rückerstattung". Das Betriebsergebnis legte insgesamt um fünf Prozent auf 574 Millionen Euro zu. Analysten hatten allerdings mit mehr gerechnet. Entsprechend geriet die Adidas-Aktie nach den Quartalszahlen unter Druck.

Adidas-Aktie: Ergebnisprognose bleibt unverändert

Die Ergebnisprognose bestätigte Adidas und erwartet für 2026 weiterhin ein Betriebsergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro. Analysten haben jedoch bereits 2,4 Milliarden Euro auf dem Zettel.

Wechsel im Finanzressort

Zudem kommt es zu einem Wechsel im Finanzressort. Der langjährige Finanzvorstand Harm Ohlmeyer wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern, wie das Unternehmen separat mitteilte. Er war seit fast 30 Jahren bei Adidas tätig und seit 2017 Finanzvorstand des Unternehmens. Seine Nachfolgerin wird Birgit Kretschmer. Sie werde mit Wirkung zum 1. September in den Vorstand berufen und übernehme das Amt zum Ende des Jahres, hieß es. Kretschmer verfügt über insgesamt eine 25-jährige Erfahrung bei Adidas. In den vergangenen sechs Jahren war sie Finanzchefin des Modehändlers C&A und kehrt im September zu Adidas zurück.

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