AfD-Fraktion Berlin wird rechtsextremen Kandidaten los

Die AfD-Fraktion in Berlin hat einen wegen seiner rechtsextremen Vergangenheit auffälligen, direkten Kandidaten dazu bewegen können, auf seine Mitgliedschaft in der Fraktion zu verzichten. Unklar ist, ob Kay Nerstheimer auch aus der Partei ausgeschlossen wird.

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Die AfD-Bundesvorsitzende, Frauke Petry (r), und der Berliner AfD-Spitzenkandidat, Georg Pazderski. (Foto: dpa)

Die AfD-Bundesvorsitzende, Frauke Petry (r), und der Berliner AfD-Spitzenkandidat, Georg Pazderski. (Foto: dpa)

Drei Tage nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat sich die AfD-Fraktion konstituiert – ohne den umstrittenen Direktkandidaten Kay Nerstheimer, wie die dpa berichtet. Der Lichtenberger Abgeordnete habe schriftlich auf seinen Platz verzichtet, erklärte der Vize-Landesvorsitzende Hugh Bronson am Mittwochabend. Nerstheimer werde voraussichtlich als fraktionsloser Abgeordneter ins Parlament gehen. Er ist umstritten, weil er 2012 Mitglied der «German Defence League» war, die als rechtsextremistisch gilt.

Zu einem möglichen Parteiausschlussverfahren gegen Nerstheimer machte Bronson keine Angaben. Nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» will sich der AfD-Bundesvorstand bei seiner nächsten Sitzung im Oktober mit dem Fall befassen. Vorstandsmitglied Alice Weidel sagte der Zeitung (Donnerstag), Äußerungen wie die von Nerstheimer schwächten die AfD. «Sollten wir derartiges Gedankengut in der Partei dulden, bekommen wir ein veritables Glaubwürdigkeitsproblem.»

Die AfD, die bei der Abgeordnetenhauswahl 14,2 Prozent der Stimmen erhielt, wählte ihren Landesvorsitzenden Georg Pazderski zum Vorsitzenden. Sie umfasst 24 Abgeordnete. Die AfD ist bundesweit nunmehr in 10 der 16 Landtage vertreten.

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