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Sicherheit gegen Übergriffe: Regensburg berät über „Lady-Zonen“ in Bussen

Lesezeit: 2 min
19.01.2016 17:08
Der Regensburger Stadtrat diskutiert über die Einrichtung separater Bereiche für Frauen in öffentlichen Bussen. Der Grund sind Bürger-Berichte von Übergriffen aus dem vergangenen Jahr.
Sicherheit gegen Übergriffe: Regensburg berät über „Lady-Zonen“ in Bussen

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Auf Initiative des Regensburger Stadtratsmitglieds Christian Janele von den Christlich-Sozialen Bürgern (CSB) beschäftigt sich der Stadtplanungsausschuss derzeit mit der Einrichtung so genannter „Lady-Zonen“. Der Lokalpolitiker hatte bereits im November 2015 einen entsprechenden Antrag gestellt. Noch ist nichts entschieden, von verschiedenen Seiten wird jedoch Skepsis an seinem Vorschlag laut.

Auf Facebook publik wurde das Ansinnen Janeles bereits am 19. November 2015. Mittels einer Fotomontage wurde dort gezeigt, wie das Ganze in der Praxis aussehen könnte:

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Posted by CSB Christlich-Soziale Bürger in Regensburg on Donnerstag, 19. November 2015

Janele hat mit seinem Antrag vom 18. November 2015 auf Gespräche mit Bürgern reagiert, die im Herbst 2015 geführt wurden. Es gebe Ängste, wie die Tochter oder die Frau abends oder nachts sicher nach Hause kämen, berichtet die Zeitung Die Welt. Auch Senioren fühlten sich unsicher. Abhilfe schaffen sollen demnach spezielle, mit Markierungen ausgewiesene Frauen-Bereiche in ÖPNV-Bussen, die ein Viertel bis ein Drittel der Fläche ausmachen und die abends und nachts gültig wären. Gedacht werde auch „Frauen-Taxis“, die von Frauen gesteuert und von der Stadt bezuschusst würden, heißt es weiter.

Am 15. Januar 2016 bekräftige Janele nun seine Forderung auf Facebook. Dort schreibt er:

„Gerade nach Übergriffen auf Frauen, könnte die Stadt Regensburg ein wichtiges Signal, besonders an die Frauen senden, dass wir uns ernsthaft Gedanken um ihre Sicherheit machen. (…) Zudem können Senioren so ermutigt werden, unbesorgter und mehr am öffentlichen Leben teilzuhaben. Teure Überwachungskameras dagegen verhindern kein Unglück.“

Der Regensburger Verkehrsverbund (RVV) reagiert auf den Vorschlag zurückhaltend. „Dazu besteht grundsätzlich keine Notwendigkeit, wir haben an dieser Stelle keine Probleme“, zitiert die Welt Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein. Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen begrüßt solche Maßnahmen grundsätzlich. Sprecherin Katja Grieger weist jedoch darauf hin:

„Studien belegen ganz eindeutig, dass die allermeisten Übergriffe im sozialen Nahraum stattfinden und der Tatort oft die Wohnung ist. Es braucht eine gesellschaftliche Gesamtstrategie gegen sexualisierte Gewalt, egal wo sie stattfindet.“

Ähnlich äußerst sich auch Petra Siegrün, Leiterin des Frauennotrufs, gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung: „Ganz grundsätzlich ist es ein guter Gedanke, sich damit auseinanderzusetzen, dass Frauen mehr für ihre Sicherheit tun müssen als Männer. Aber: Mit Frauentaxis und Frauenzonen wird kein grundsätzliches Problem gelöst.“ Es sei nicht erstrebenswert, dass Frauen ihr Verhalten anpassen müssen, um sich sicherer zu fühlen. „Eigentlich müsste man immer sagen: Der Täter muss sich ändern, nicht die Betroffenen.“ Manfred Kirschenhofer vom Weißen Ring, der sich um Kriminalitätsopfer und Gewaltprävention kümmert, sagt dem Blatt: „Viel sinnvoller wäre es, Personal zu haben, das gegen Täter einschreitet.“ Und auch die Polizei stellt heraus, dass es in der Stadt keine „No-Go-Areas“ gebe. „Frauen können sich in Regensburg sicher fühlen und überall hingehen“, so Peter Hofmann von der Inspektion Nord zur Zeitung. Wenn Frauen eine Situation als bedrohlich erleben würden, sei die 110 die richtige Wahl.

Kritisch betrachtet wird das Ansinnen der lokalen Abspaltung der CSU auch andernorts. So kommentiert der Kölner Stadtanzeiger: „Ob die Einrichtung von Schutzzonen im Fall der Fälle tatsächlich für mehr Sicherheit sorgt, scheint fraglich. Eher drängt sich der Verdacht von hektischem Aktionismus auf.“

Der Regensburger Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Wohnungsfragen beschäftigt sich an diesem Dienstag, den 19. Januar, mit dem Antrag. Die Entscheidung der Stadt steht aktuell noch aus.

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