Unternehmen

Frankreich: Fussball-Millionäre sollen Reichen-Steuer zahlen

Lesezeit: 1 min
03.04.2013 12:34
Einmal eine gute Idee von Francois Hollande: Er will die Fußball-Millionäre mit der Reichensteuer belegen. Die Clubs sehen bereits den Weltuntergang heraufziehen und bedrohen Hollande mit dem Ausschluss aus der VIP-Loge.
Frankreich: Fussball-Millionäre sollen Reichen-Steuer zahlen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Präsident Hollande fabriziert viel sozialistischen Unsinn, der die Wirtschaft schwer belasten kann. Zuletzt schlug er vor, mittelständische Unternehmen massiv besteuern zu wollen (mehr hier).

So unsinnig diese Steuer für das produzierende Gewerbe ist, so nützlich könnte ein anderer Nebeneffekt sein: Die Steuer würde nämlich auch die französischen Millionäre im unproduktivsten Gewerbe des Landes betreffen - dem Profi-Fussball.

„Die neue Steuer wird die Mannschaften der ersten Liga 82 Millionen Euro kosten“, zitiert Bloomberg ein Statement der französischen Fußball-Liga. Bei diesen Kosten werde Frankreich seine besten Spieler verlieren, und die Regierung ihre besten Steuerzahler. Bisher zahlen die Top-Spieler ab einem Jahreseinkommen von 500.000 Euro nur einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent.

Mindestens 12 Spieler von Paris St. Germain, Frankreichs reichstem Fußball-Club, verdienen mehr als eine Million Euro pro Jahr und wären somit von Hollandes neuer Steuer betroffen, darunter der Schwede Zlatan Ibrahimovic mit 15 Millionen Euro und der italienische Trainer Carlo Ancelotti mit 12 Millionen Euro.

Die Filmstars Gerard Depardieu (mehr hier) und Brigitte Bardot (hier) haben Frankreich bereits verlassen. Die Fußballer könnten nun die nächsten Franzosen sein, die vor den Sozialisten ins Ausland fliehen.

Das würde dem französischen Fussball indes guttun: Die Nationalmannschaft hatte bei der Fußball-WM in Südafrika ein schauerliches Bild der Dekadenz abgeliefert. Wegen der vielen Legionäre aus allen Teilen der Welt kommt der Nachwuchs zu kurz. Der Fussball verkommt auf diesem Weg zum globalen VIP-Entertainment, für das die Reichen in der Tat gar nicht genug Steuern zahlen können.

Es ist allerdings zu erwarten, dass Hollande eher einknickt, wenn ihm die UEFA den Zutritt zur VIP-Loge verwehrt als wenn ein Verband mittelständischer Unternehmen ihm die dröge Ankündigung des Massen-Bankrotts überreicht.

 

 


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Politik
Politik ​​​​​​​„Russland kann weder bezwungen noch eingeschüchtert werden.“
20.04.2024

Sergej J. Netschajew, Botschfter der Russischen Föderation in Deutschland, äußert sich im Gespräch mit den Deutschen...

DWN
Politik
Politik EU-Austritt für Deutschland? Der Wissenschaftliche Dienst gibt Aufschluss!
20.04.2024

Seit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) gibt es auch in Deutschland Diskussionen um einen möglichen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Öl- und Gasförderer am Tiefpunkt – jetzt soll Geothermie die Branche retten
20.04.2024

Die Öl- und Gasförderung in Deutschland sinkt immer weiter – ohne Fracking wird sich daran wohl auch nichts ändern. Die Bohr-Industrie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DWN-Interview: Absicherung von Unternehmen – worauf kommt es an?
20.04.2024

Kleine und mittelständische Unternehmen sind sich ihrer Risiken oft nicht bewusst. Der Studienautor und Versicherungsexperte Daniel Dewiki...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Erdbeer-Saison in Deutschland beginnt - hartes Geschäft mit süßen Früchten
20.04.2024

Geschützt unter Folientunneln sind in Deutschland die ersten Erdbeeren der Saison gereift. Bisher zeichnet sich eine gute Ernte ab - doch...

DWN
Politik
Politik Einigung auf Solarpaket - das sind die Neuerungen
20.04.2024

Ein Maßnahmenpaket soll den Ausbau der Solarenergie in Deutschland beschleunigen. Es geht vor allem um weniger Bürokratie. Einen Bonus...

DWN
Technologie
Technologie Der Chefredakteur kommentiert: Kleiner Blackout - kein neuer Strom mehr in Oranienburg! Echt jetzt?
19.04.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Städtereisen neu entdeckt: Easyjet läutet Renaissance der Rollkoffer ein
19.04.2024

Vor genau 20 Jahren eroberte Easyjet mit seinen günstigen Flügen das Festland der EU. Der Start in Berlin-Schönefeld begann...