Politik

Studie: Europäer haben Angst vor Migranten und Flüchtlingen

Lesezeit: 1 min
12.07.2016 01:15
Eine US-Studie zeigt: Die Europäer haben mehrheitlich Angst vor Flüchtlingen und Migranten. In ganz Europa fürchtet eine Mehrheit einen Anstieg des Terrors. In Osteuropa sehen viele Bürger ihre Arbeitsplätze gefährdet. In Deutschland und Schweden ist diese Sorge allerdings nicht dominant.
Studie: Europäer haben Angst vor Migranten und Flüchtlingen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Eine Mehrheit der Europäer fürchtet einer Studie zufolge, dass durch den Flüchtlingsandrang die Gefahr terroristischer Attentate steigt. Zugleich äußerten viele Befragte die Angst, dass die Neuankömmlinge ihnen "Jobs und Sozialleistungen wegnehmen" könnten, wie aus einer Untersuchung des Pew Research Center hervorgeht. Besonders stark sind diese Ansichten in Ungarn und Polen verbreitet, die jedoch im vergangenen Jahr verhältnismäßig wenig Flüchtlinge aufgenommen haben.

In acht von zehn EU-Ländern, die insgesamt 80 Prozent der europäischen Bevölkerung repräsentieren, erklärten mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Ankunft der Flüchtlinge die Wahrscheinlichkeit einer "terroristischen Gefahr" in ihrem Land erhöhe. Besonders groß war die Sorge in Ungarn (76 Prozent) und Polen (71 Prozent), deren Regierungen äußerst restriktiv bei der Aufnahme von Flüchtlingen sind.

Bei den Deutschen äußerten 61 Prozent diese Sorge. In Frankreich, das im vergangenen Jahr von zwei verheerenden islamistischen Anschlägen getroffen worden war, glaubt dagegen die Hälfte (51 Prozent) nicht an eine erhöhte Terrorgefahr aufgrund der ankommenden Flüchtlinge.

Insgesamt gebe es aber in den Köpfen der Europäer eine "sehr klare Verbindung" zwischen "der Flüchtlingskrise und der Terrorgefahr", schrieb das Pew Research Center in seiner am Dienstag veröffentlichten Studie. So stünden die stark angestiegenen Flüchtlingszahlen auch im Mittelpunkt der Anti-Einwanderungs-Rhetorik rechtsgerichteter Parteien.

Der Studie zufolge empfindet in sieben von zehn Ländern eine Mehrheit die Flüchtlinge aber als auch "Last", da sie "unsere Jobs und Sozialleistungen wegnehmen". 82 Prozent der Befragten äußerten diese Ansicht in Ungarn, 75 Prozent in Polen und 72 Prozent in Griechenland.

In Deutschland und Schweden dagegen, die im vergangenen Jahr besonders viele Flüchtlinge aufgenommen haben, herrscht diese Meinung nicht vor. So fürchten 59 Prozent der Befragten in Deutschland aufgrund des Flüchtlingsandrangs nicht um ihre Arbeitsplätze. Vielmehr erklärte in Deutschland und Schweden die Mehrheit, die Neuankömmlinge würden ihre Nationen kraft ihrer Arbeit und Talente stärker machen.

Das Pew Research Center befragte für die Untersuchung 11.494 Menschen zwischen Anfang April und Mitte Mai. Die Studie wurde in Deutschland, Frankreich, Italien, Griechenland, Großbritannien, den Niederlanden, Polen, Schweden, Spanien und Ungarn geführt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Biden sieht Russland als Feind - und wird Waffen an die Ukraine liefern

DWN-Kolumnist Ronald Barazon analysiert die zukünftige Außenpolitik der USA unter ihrem neuen Präsidenten Joe Biden.

DWN
Politik
Politik VIRUS-TICKER: In diesem Jahr wird es für Westdeutsche keine Renten-Erhöhung geben

Im Folgenden lesen Sie den Virus-Ticker von Sonnabend, 23. Januar, den wir für Sie selbstverständlich laufend aktualisieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Es wird knallen: In der Euro-Zone erhebt sich ein großer Berg aus faulen Krediten

In der Euro-Zone werden zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen aufgrund der Corona-Krise untergehen. Das Problem ist nur, dass...

DWN
Technologie
Technologie ZEITREISEN, TEIL 1: Zurück in die Zukunft und vorwärts in die Vergangenheit

Zeitreisen sind Stand heute nur ein beliebter Stoff in der Science-Fiction. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen „Jeder vierte Selbstständige von Berufsunfähigkeit betroffen“

Selbstständige müssen noch mehr als Angestellte eine Berufsunfähigkeit fürchten, da sie in der Regel wenig Anspruch auf staatliche...

DWN
Politik
Politik Serbien verbietet den Verkauf von T-Shirts, die den Genozid von Srebrenica feiern

Die serbische Regierung hat den Verkauf von T-Shirts verboten, die den Genozid von Srebrenica feiern. Im Juli 1995 hatten...

DWN
Politik
Politik Corona-Lockdown: Wie aus einer angeblichen „Fake News“ bittere Realität wurde

Am 14. März 2020 teilte das Bundesgesundheitsministerium mit: „! Achtung Fake News ! Es wird behauptet und rasch verbreitet, das...

DWN
Deutschland
Deutschland Wirtschaftsweise: Gefahr von Insolvenzen mit Dominoeffekten ist groß

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm sieht die Pläne der Bundesregierung kritisch, die Insolvenzmeldepflichten für coronageplagte Betriebe...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nicht normal: Am Tag des „Sturms auf das Kapitol“ gab es Kursgewinne an den US-Börsen

Wenn von einem „Sturm auf das Parlament“, einem „Sturm auf das Kapitol“ oder einem „Putschversuch“ die Rede ist, krachen die...

DWN
Politik
Politik Ursprung des Corona-Virus: China zeigt mit dem Finger auf „Fort Detrick“ in den USA

Das chinesische Außenministerium fordert, dass das US-Biolabor „Fort Detrick“ geöffnet wird, um den Ursprung des Corona-Virus...

DWN
Technologie
Technologie Durchbruch: Uni Bayreuth entwickelt neue Theorie zur Entstehung des Sonnensystems

Forscher der Uni Bayreuth haben gemeinsamen mit Forschern der University of Oxford, der LMU München, der ETH und der Universität Zürich...

DWN
Politik
Politik Handlanger fremder Interessen: Die Wissenschaften auf Irrwegen

Nicht nur die Geisteswissenschaften, sondern längst auch die Naturwissenschaften bringen der Menschheit keine Fortschritte mehr, sondern...

DWN
Technologie
Technologie Wissenschaftler von Elite-Uni warnen vor Lockdown: Massive Folgeschäden wahrscheinlich - doch Studie wird ignoriert

Eine Gruppe von Professoren einer der weltbesten Universitäten kommt in einer am 5. Januar dieses Jahres veröffentlichten Studie zu dem...

DWN
Politik
Politik Jetzt geht's wieder los: Syrien-Krieg nimmt an Fahrt auf

In Syrien kommt es erneut zu beunruhigenden Entwicklungen. Die Terror-Milizen IS und HTS sind wieder zurück. Die Lage in Idlib steht vor...