Schwacher Dollar: Investoren setzen auf chinesischen Yuan

Die jüngste Aufwertung gegenüber dem Dollar unterstützt die Internationalisierung des chinesischen Yuan.

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Der Kurs der chinesischen Landeswährung Renminbi (Yuan) zum US-Dollar ist auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren gestiegen. Am Dienstag mussten für einen Dollar rund 6,41 Yuan bezahlt werden. Im vergangenen Jahr betrug die Aufwertung 6,8 Prozent, wie der englischsprachige Dienst von Reuters berichtet. Dies war die stärkste Aufwertung seit dem Jahr 2008. Schätzungen der China International Capital Corporation zufolge wird der Wechselkurs im laufenden Jahr weiter unter die Marke von 6,3 Dollar absinken.

Die Stärke des Yuan unterstützt die von der Regierung in Peking angestrebte Internationalisierung der Landeswährung, welche in erster Linie als weltweit akzeptierte Handelswährung positioniert werden soll und die in den vergangenen beiden Jahren aufgrund der Abwertung sowie der damit zusammenhängenden Kapitalflucht aus China ins Stocken geraten war.

Reuters zufolge deutet die Begebung einer Yuan-Anleihe durch die indische Infrastrukturfirma IL&FS Anfang des Jahres jedoch eine Trendwende an. Es war der erste Verkauf einer hochverzinslichen Anleihe in Yuan im Ausland seit mehr als einem Jahr.

„Diese Ausgabe eines hochverzinsten ‚Dim Sum-Bonds‘ ist ein Zeichen dafür, dass sich der internationale Yuan-Markt zu erholen beginnt, nachdem er zwei Jahre auf dem Rückzug war. Negative Faktoren, die den Prozess der Internationalisierung behinderten wie etwa die Abwertungstendenz wurden aus dem Weg geräumt und jetzt ist es an der Zeit, dass der Prozess wieder Schwung aufnimmt“, wird ein Analyst der Citic Bank in Hongkong zitiert.

Unterstützt wird der Kurs des Yuan derzeit insbesondere durch das breit angelegte Infrastruktur-Programm einer neuen Seidenstraße („One Belt, One Road“), welches den eurasischen Doppelkontinent von China aus erschließen soll. Investoren erwarten, dass es im Zuge der Bautätigkeiten zur Ausgabe weiterer Yuan-Anleihe kommen könnte.

Die kürzlich veröffentlichte Mitteilung der Bundesbank, fortan einen Teil ihrer Devisenreserven in Yuan umzuschichten, passen zur These einer stärkeren Internationalisierung.

Die Internationalisierung des Yuan ist ein langfristig angelegtes Projekt der chinesischen Regierung. „Wir werden den Gezeiten folgen. Wir werden die Angelegenheit nicht zu zwanghaft vorantreiben. Dies wird ein langfristiger Prozess sein“, sagt ein von Reuters namentlich nicht genannter Insider zitiert.

Die gestiegene Relevanz des Yuan macht sich auch in den wirtschaftlichen Kennzahlen der chinesischen Sonderwirtschaftszone Hongkong bemerkbar, welche für die Volksrepublik noch immer die Funktion eines Verbindungszentrums mit den internationalen Finanzmärkten einnimmt. Die in Hongkong verwalteten Yuan-Einlagen stiegen im November auf 559 Milliarden Yuan und damit auf den höchsten Stand seit November 2016, während der Umfang der Zahlungsabwicklungen in Yuan zwischen Hongkong und China derzeit ein 17-Monats-Hoch erreicht hat.

Die chinesische Zentralbank erleichterte es Unternehmen in China zudem kürzlich, Zahlungen mit dem Ausland in Yuan abzuwickeln. Auch die Vorschriften für ausländische Investoren, welche Direktinvestitionen in China abwickeln wollen, wurden gelockert.

Die gegenwärtige Stärke des Yuan ist teilweise in der Schwäche des Dollar begründet. Der Kurs des US-Dollar-Index, welcher den Kurs des Dollar zu mehreren wichtigen Währungen darstellt, war in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Wert seit Dezember 2014 gefallen. Auf Sicht eines Jahres ist der Chart des US-Dollar Index um 10,6 Prozent abgerutscht. Allein über den Zeitraum von vier Wochen hinweg verringerte sich der Kurs um 3,7 Prozent.