Syrien: Türkei setzt Spionage-Drohnen über US-Truppen ein

 

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02.02.2018 23:15
Die Türkei setzt offenbar Spionage-Drohnen über der syrischen Stadt Manbidsch ein. Dort befinden sich neben den Kurden-Milizen auch US-amerikanische und französische Truppen.
Syrien: Türkei setzt Spionage-Drohnen über US-Truppen ein

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Am 2. Februar 2018 meldete die Pressestelle des türkischen Generalstabs, dass die türkische Luftwaffe am Freitag sechs Waffen-Depots und Bunker der Kurden-Milizen der PKK/YPG und der Terror-Miliz ISIS zerstört hat. Dabei wurden zwölf Mitglieder der PKK/YPG und von ISIS getötet. Seit Beginn der „Operation Olivenzweig” wurden 823 Mitglieder der PKK/YPG und der Terror-Miliz ISIS getötet (Stand: 2. Februar), so der Generalstab.

Am 30. und 31. Januar hatte der Generalstab eine Liste und Fotos mit Waffen veröffentlicht, die im Verlauf der „Operation Olivenzweig” den Kurden-Milizen und ISIS entwendet wurden. Dazu gehört eine Flugabwehr-Waffe (MANPADS) des Typs S-18, vier Panzerabwehrwaffen des Typs RPG-7, vier Kalaschnikows, zwei PKT-Maschinengewehre, ein Scharfschützengewehr, drei Handfeuerwaffen, eine Panzerabwehrmine, zwei Handgranaten, zwei Ferngläser, zwei Funkgeräte, 15 Waffenmagazine und zahlreiche leichte Waffen, berichtet die Hürriyet.

Die Kurden-Milizen sind sich sicher, dass die „Operation Olivenzweig” sich nicht bis in die Stadt Manbidsch, wo französische und US-amerikanische Truppen stationiert sind, erstrecken wird. Schiar Gherde, hochrangiges Mitglied des Militärrats von Manbidsch, der von den Kurden-Milizen dominiert wird, sagte den New York Times, die Amerikaner hätten ihnen versprochen, dass sie die Türken nicht nach Manbidsch lassen werden. „Die Amerikaner kommen oft hierher. Wir wissen, dass wir uns auf sie verlassen können, weil sie uns das versprochen haben”, so Gherde. Doch nach Angaben des Blatts setzen die Türken bereits Spionage-Drohnen über Manbidsch ein.

Der Sprecher des türkischen Präsidialamts, Ibrahim Kalın, hat am Freitag seine Kritik an den US-Waffenlieferungen an die Kurden-Milizen wiederholt. ISIS sei offiziell fast besiegt, doch die Waffenlieferungen an die Kurden-Milizen würden trotzdem weiterlaufen. Es sei mittlerweile völlig unklar, welche wahren Ziele Washington in Syrien verfolge.

Die Zeitung Birgün zitiert Kalın: „Die CIA stuft die PYD (politischer Arm der syrischen Kurden-Milizen, Anm. d. Red.) als den syrischen Arm der PKK ein. Nach einem Bericht von Amnesty International vertreibt die PYD die Zivilbevölkerung aus jenen Gebieten, die von ihr eingenommen wurde und begeht Kriegsverbrechen. Die PYD und ihr bewaffneter Arm, die YPG, propagieren, sie seien die Vertreter der Kurden. Doch es befinden sich hunderttausende syrische Kurden in der Türkei, die vor der YPG geflohen sind.”

Die Nachrichtenagentur Anadolu hat einen Bericht veröffentlicht, wonach das türkische Militär und ihre Verbündeten mehrere Tunnelsysteme der Kurden-Milizen gefunden haben. Einer der Tunnel soll 50 Meter lang sein und sich sechs Meter unter dem Erdboden befinden. Die Tunnel werden für den Nachschub von Waffen und Bomben genutzt. Die Agentur veröffentlichte auch Bildmaterial, das aus dem Tunnel stammen soll.

Freie Syrische Armee (FSA)

RFS Media, das das Medienorgan der Freien Syrischen Armee (FSA) ist, berichtet, dass die Kurden-Milizen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die Wohnviertel in Azaz und Marea nördlich von Aleppo mit Mörsergranaten und schweren Maschinengewehren angegriffen haben sollen. Der Angriff habe nur das öffentliche Eigentum beschädigt. Die türkische Artillerie im ländlichen Afrin nördlich von Aleppo habe auf den Angriff reagiert, indem sie Stellungen und Lager der Kurden-Milizen mit Artilleriegeschossen ins Visier nahm.

Weiterhin soll es am Donnerstag zu schweren Gefechten zwischen der FSA und der Kurden-Milizen im Bulbul-Distrikt von Afrin gekommen sein. Nach Angaben von RFS Media wurde dabei eine unbekannte Anzahl von Kurden-Milizen sowie 14 FSA-Kämpfer getötet. Die FSA soll die Ortschaft Zaghra eingenommen haben. Ebenso soll es der FSA gelungen sein, die Stadt Ali Kar in Bulbul einzunehmen, so RFS Media.

Kurden-Milizen

Die PKK-nahe Nachrichtenagentur ANF meldet in einer Mitteilung, dass am Donnerstag Verbände der kurdischen „Syrischen Demokratischen Kräfte” (SDF), die von den USA unterstützt werden, im Dorf Zare bei Afrin 20 türkische Soldaten und Mitglieder der Freien Syrischen Armee (FSA) getötet hätten. Offenbar handelte es sich dabei um einen Überfall der SDF, da die ANF das Wort „Eylem” benutzt. Dies bedeutet übersetzt „Aktion” und kann nicht als direktes Gefecht auf einem offenen Gelände oder als ein Häuserkampf eingestuft werden.

Seit Beginn der „Operation Olivenzweig” sollen die Kurden-Milizen nach Angaben von ANF insgesamt 473 türkische Soldaten und verbündete Milizen getötet haben (Stand: 2. Februar).

Syrische Armee (SAA)

Die syrische Armee (SAA) hat am Donnerstag und Freitag im Südosten von Idlib sechs Dörfer von der Söldner-Truppe Hayat Tahrir al-Scham befreit, die die Nachfolgeorganisation der al-Nusra-Front ist, berichtet die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA. Die SAA erlangte die Kontrolle über die Dörfer al-Mshirfa, al-Twihna, al-Husseinia, Tal al-Sultan, Mas'ada, Tal Kharta, Jabal al-Tawil und Tal Kalba.

Im Süden von Aleppo konnte die SAA die Dörfer Waseita Sharqieh und Waseita Gharbieh, al-Twiem, Tel Jeineh, al-Enaneh, Tel al-Fakhar, Tel al-Aqareb, al-Wasiteh, Um al-Karamel, al-Fakhar, Telti al-Hassan und Atshana Gharbieh befreien.

Im Nordosten von Hama konnte die SAA drei Dörfer befreien. Die Gefechte gegen Verbände der Terror-Miliz ISIS endeten damit, dass die Dörfer Abeen, Jeb Zreiq, Abu Khanadeq Ghanoubi und Mazra'et al-Aw befreit wurden.

In den befreiten Dörfern begann die SAA damit, ihre technischen Einheiten einzusetzen, um Minenräumungen vorzunehmen. ISIS und weitere Söldner hinterlassen Minen auf den Straßen und in den Häusern, aus denen sie sich zurückziehen.

Obwohl die syrische Regierung die türkische Operation im Norden Syriens kritisiert, hat sie bisher alle Schritte der Türken billigend in Kauf genommen. Hinzu kam, dass die SAA in den vergangenen zwei Tagen die Straßen bei Az-Zahra und Nubl südlich von Afrin blockiert habe. Az-Zahra und Nubl wurden von den Kurden-Milizen als Nachschubrouten genutzt, um in Afrin gegen das türkische Militär zu kämpfen.

Vor einer Woche hatten die Kurden-Milizen von der syrischen Regierung gefordert, in Afrin gegen das türkische Militär vorzugehen, berichtet die BBC. Die syrische Regierung hatte als Bedingung eine vollständige Übergabe der Kontrolle von Afrin an die SAA gefordert, berichtet das Magazin TIME. Die Kurden-Milizen lehnten dies ab. Eine Einigung kam nicht zustande.

 


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