Unternehmen

US-Türken investieren in Sachsen, wollen Flugzeuge bauen

Ein türkisch-amerikanisches Unternehmen wird in Leipzig Regionalflugzeuge bauen lassen. Es sollen 250 Arbeitsplätze entstehen. Das Unternehmen ist ein Zulieferer des US-Militärs.
29.09.2019 20:09
Lesezeit: 1 min
US-Türken investieren in Sachsen, wollen Flugzeuge bauen
Der Wirtschaftsminister von Sachsen, Martin Dulig (SPD/ l)), und Dave Jackson, Chef der "328 Support Services GmbH", in einer Dornier 328 auf dem Flughafen Leipzig-Halle. Foto: Jan Woitas

.

Das US-Luftfahrtunternehmen Sierra Nevada Corporation (SNC), das sich im Besitz des türkisch-amerikanischen Ehepaars Fatih und Eren Özmen befindet, wird gemeinsam mit ihrer bayrischen Tochter 328 Support Services Regionalflugzeuge des Typs D328Neu in Sachsen herstellen. Im Detail geht es um die Endfertigung von Flugzeugen in Leipzig. Seit dem Ende der DDR entsteht somit erstmals eine Fertigung von Flugzeugen in Ostdeutschland. Ab dem Jahr 2020 sollen insgesamt 80 Millionen in Infrastruktur, Maschinen und Produktionshallen investiert werden, so ntv. Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig sagte am Tag der Unterzeichnung der Absichtserklärung, dass “dies ein besonderer Tag für die sächsische und die deutsche Luftfahrt insgesamt” sei.

Dem Luftfahrtportal airliners.de zufolge sollen dadurch in Leipzig 250 Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Portal führt aus: “In Bayern sollen die Entwicklung, Prototypenfertigung und Flugtests der neuen Version stattfinden, wofür weitere 120 Stellen im Engineering- und Technik-Segment geschaffen werden. Auch der weltweite Support für die D328-Flotte soll wie bisher in Oberpfaffenhofen beheimatet sein. Darauf aufbauend soll durch die neue Tochtergesellschaft DRA GmbH die Endfertigung der D328Neu am Flughafen Leipzig/Halle erfolgen.”

Für die Entwicklung der D328Neu wird die Bundesregierung 125 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die ersten produzierten Flugzeuge sollen zunächst über konventionelle Triebwerke verfügen, um dann anschließend wahlweise auf den Hybrid-Antrieb aufgerüstet zu werden.

Die Sierra Nevada Corporation ist ein elektronischer Systemzulieferer der Nasa, des US-Militärs und der privaten Luftfahrt- und Raumfahrtbranche. Das Ehepaar Fatih und Eren Özmen kam Anfang der 1980er Jahre in die USA, um an US-Universitäten zu studieren. Fatih Özmen hatte zuvor in der Türkei studiert und wurde während seiner Jugend nationaler Radchampion. Im Besitz des Ehepaars befinden sich zahlreiche Technologieunternehmen mit Sitzen in den USA, Großbritannien, der Türkei und Deutschland. Die Zahl der Beschäftigten der SNC beläuft sich auf rund 4.000.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Twitch, Kick & Co. die Unterhaltungsbranche prägen

Das Bild der Unterhaltungsbranche hat sich dramatisch gewandelt. Dabei wurde aus einer Einbahnstraße eine Autobahn mit unzähligen Spuren...

 

DWN
Politik
Politik Begeht Amerika gerade wirtschaftlichen Selbstmord?
02.06.2026

Die USA galten über Jahrzehnte als Motor der Weltwirtschaft, doch unter Trump geraten genau jene Kräfte unter Druck, die ihren Aufstieg...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum auf 3,2 Prozent
02.06.2026

Der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges treibt die Verbraucherpreise im Euroraum weiter nach oben. Damit wächst der Druck auf die...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic attackiert Europas Banken mit sechs Prozent Zinsen
02.06.2026

Sechs Prozent Zinsen, Brad Pitt im Werbespot und ein deutscher Anbieter, der in Polen plötzlich klassische Banken herausfordert. Trade...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit schnappt sich offenbar mehr als 30 Prozent von Commerzbank
02.06.2026

Unicredit kommt ihrem Ziel bei der Commerzbank einen entscheidenden Schritt näher. Mit dem Überschreiten der 30-Prozent-Marke stärkt die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mythos Fachkräftemangel beendet: Deutschlands Arbeitsmarkt bricht langfristig ein
02.06.2026

Schwache Frühjahrsbelebung, keine Trendumkehr: Der deutsche Arbeitsmarkt kippt langfristig in eine neue Massenarbeitslosigkeit. Warum es...

DWN
Politik
Politik Nukleare Abschreckung wird zur Machtprobe für Europa
02.06.2026

Norwegen rückt an Frankreichs Atomschirm heran, und plötzlich wirkt Europas Sicherheitsarchitektur weniger stabil als lange behauptet....

DWN
Finanzen
Finanzen Konsumdruck im Alltag: Wie Sparen dennoch funktionieren kann
02.06.2026

Ob online oder im Alltag: Konsumreize lauern überall und machen es schwer, den Überblick über die eigenen Ausgaben zu behalten. Wer...

DWN
Panorama
Panorama Kölner Dom kostet ab Juli zwölf Euro Eintritt
02.06.2026

Alles wird teurer. Selbst der Kölner Dom kostet ab Juli nun zwölf Euro Eintritt. Warum das so ist - und welche Ausnahmen gelten.