Deutschland

Deutschland: Demenzerkrankungen steigen dramatisch an

In Deutschland leben derzeit 1,8 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis zum Jahr 2050 wird es einen drastischen Anstieg geben.
23.02.2020 14:25
Lesezeit: 1 min
Deutschland: Demenzerkrankungen steigen dramatisch an
Deutschland wird zu einem Altersheim. (Foto: dpa) Foto: Jens Kalaene

Die Zahl der Menschen mit Demenz in Deutschland wird neuen Schätzungen zufolge bis 2050 erheblich steigen. Während 2018 knapp 1,6 Millionen Menschen in der Bundesrepublik mit einer Demenzerkrankung lebten (1,9 Prozent der Bevölkerung), gehen die Experten von Alzheimer Europe von einem Anstieg auf 2,7 Millionen im Jahr 2050 aus (3,4 Prozent). Das geht aus einem neuen Bericht hervor, den der Dachverband nationaler Alzheimer-Gesellschaften in Brüssel vorstellte. Deutschland liegt mit dieser erwarteten Entwicklung im europaweiten Trend.

Die gute Nachricht: Über die meisten Altersgruppen hinweg erkrankten weniger Männer und auch Frauen an Demenz als noch in vorherigen Hochrechnungen erwartet: Der neuen Schätzung zufolge europaweit etwa eine Million Menschen weniger. "Es ist vielversprechend zu sehen, dass gesündere Lebensstile, bessere Bildung und eine verbesserte Kontrolle von kardiovaskulären Risikofaktoren einen Effekt auf die Häufigkeit von Demenz zu haben scheinen", sagte der Direktor von Alzheimer Europe, Jean Georges, laut Mitteilung.

Allerdings führten das Bevölkerungswachstum in Europa und der demografische Wandel mit immer mehr alten Menschen in vielen europäischen Ländern - wie auch in Deutschland - dazu, dass die Zahl der Demenzkranken insgesamt weiterhin stark ansteigt. Europaweit werde sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 den Prognosen zufolge verdoppeln. Speziell für Deutschland sei der steigende Anteil von Menschen über 65 Jahren an der Bevölkerung ein Schlüsselfaktor, dabei insbesondere der Anteil von Menschen, die über 85 Jahre alt sind: Bis 2050 werden dies den Schätzungen zufolge mehr als doppelt so viele sein wie 2018.

Die erwartete Zahl demenzkranker Menschen werde die Gesundheitssysteme weiter unter Druck setzen, sagte Georges. "Wenn Menschen mit Demenz, deren Familien und Pfleger die hochwertige und individuelle Pflege, die sie benötigen, bekommen sollen, müssen Regierungen ihre Gesundheits- und Pflegesysteme darauf einstellen und mehr in die Forschung zur Behandlung und Prävention von Demenz investieren."

Datenbasis des Berichts waren den Angaben zufolge die aktuellsten Demenz-Studien verschiedener Forschungsgruppen mit den verfügbaren Daten zur Bevölkerung der einzelnen europäischen Länder und den jeweiligen Projektionen für 2025 und 2050.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien steigen kräftig, während die Ölpreise sinken
21.09.2026

Ein ereignisreicher Handelstag bringt überraschende Bewegungen in die globalen Finanzmärkte.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
21.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...

DWN
Politik
Politik Blackrock-Vize: Europa braucht vier Schlüssel gegen die USA-Abhängigkeit
21.09.2026

Philipp Hildebrand, Vizechef von Blackrock und früherer Schweizer Notenbankchef, sieht in der KI-Entwicklung eine historische Chance. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nestlé Russland: Kreml übernimmt Kontrolle über deutsche Beteiligungen
21.09.2026

Putin greift erneut auf das Vermögen eines westlichen Großkonzerns zu. Diesmal trifft es Nestlé und auch Beteiligungen der Nestlé...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ruhestand vorbereiten: Warum Männer nach der Karriere in die Krise geraten
21.09.2026

34 Jahre lang bestimmte der Terminkalender sein Leben. Dann war Anders Kretzschmar plötzlich Rentner und musste erst lernen, selbst über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Holyvolt: Was das Batterie-Startup von Elon Musk gelernt hat
21.09.2026

Holyvolt will schaffen, woran andere Batterieprojekte gescheitert sind: Produktion skalieren, Kosten beherrschen und zugleich eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Umfrage: Bürokratie ist Standortproblem Nummer eins in Deutschland
21.09.2026

Bürokratie gilt für deutsche Unternehmen als größtes Standortproblem und übertrifft Energie- sowie Arbeitskosten deutlich. Eine...

DWN
Politik
Politik AfD vorn, CDU draußen: Wie es jetzt in Mecklenburg-Vorpommern weitergeht
21.09.2026

Ein dramatischer Wahlabend stellt Mecklenburg-Vorpommern politisch neu auf. Während AfD und SPD das Rennen bestimmen, entscheiden...