Finanzen

Dax schließt erstmals seit Februar über 13.000 Punkten

Lesezeit: 2 min
20.07.2020 14:55  Aktualisiert: 20.07.2020 14:55
Der Dax schließt am Montag erstmals seit Februar wieder über der Marke von 13.000 Punkten. Anleger rechnen offenbar mit einem positiven Ausgang des EU-Gipfels.
Dax schließt erstmals seit Februar über 13.000 Punkten
Händler im Handelssaal der Börse in Frankfurt. (Foto: dpa)
Foto: Boris Roessler

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In der Hoffnung auf eine Beilegung des Streits über den geplanten Corona-Wiederaufbaufonds auf dem EU-Sondergipfel greifen Europas Anleger zu. Auch ermutigende Daten aus Impfstoffstudien kamen gut an. Der Dax knackte am Montag die Marke von 13.000 Punkten und schloss mit 13.046,92 Zählern ein Prozent fester. Der EuroStoxx50 legte 0,7 Prozent zu auf 3390,09 Zähler. Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte am Montag auf eine Einigung am vierten Gipfeltag. In der Nacht sei ein Rahmen für eine mögliche Einigung erarbeitet worden, sagte sie. "Das ist ein Fortschritt und gibt Hoffnung." Die Gespräche sollten am Abend fortgesetzt werden.

Die Hoffnung auf eine Einigung ließ den Euro zeitweise mit 1,1467 Dollar auf den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten klettern. "Der Euro hat wegen der Aussicht gewonnen, dass sie bei diesem Treffen zu einer Lösung kommen", sagte Marshall Gittler, Leiter Investment Research der BDSwiss-Gruppe. Auch an den Anleihemärkten wurden die signalisierten Fortschritte beim Ringen um den billionenschweren Finanzrahmen der EU positiv aufgenommen. Der Risikoaufschlag für italienische Bonds zu den richtungsweisenden deutschen Bundesanleihen fiel auf 161 Basispunkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende März.

Gesprächsthema bleibe zudem die schwelende Thematik rund um das Coronavirus, sagte Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus. Derzeit überwiege die Hoffnung auf einen Impfstoff oder ein wirksames Medikament. Ermutigende Signale kamen dabei gleich von zwei Kandidaten: Sowohl AstraZeneca als auch BioNTec und Pfizer meldeten, dass ihre Impfstoffe sicher seien und eine Reaktion des Immunsystems auslösten. Mike Ryan, Experte bei der Weltgesundheitsorganisation WHO, sprach von "guten Nachrichten". Die Aktien von BioNTech gewannen bis zu knapp 13 Prozent, die Pfizer-Titel knapp vier Prozent, die Aktien von AstraZeneca schlossen 1,2 Prozent fester.

PHILIPS-AKTIEN GEFRAGT - IMPFSTOFF-GESCHÄFT HILFT BIONTECH

Auch Unternehmenszahlen sorgten teilweise für Rückenwind. So legten die Anteilsscheine von Philips 5,3 Prozent zu, nachdem der niederländische Medizintechnikkonzern ein Plus bei den Neuaufträgen von 27 Prozent eingeheimst hat. "Das starke Wachstum des Auftragseingangs ist ein positiver Indikator dafür, dass Philips nach Abklingen der Pandemie gut aufgestellt bleibt", schreiben die Analysten von Bernstein Research.

Dagegen büßten die Papiere von Marks & Spencer 0,3 Prozent ein. Die britische Kaufhauskette belastete ein Bericht von Sky News, demzufolge die Ankündigung des Abbaus Hunderter Arbeitsplätze bevorsteht. Die Aktien der Bank Julius Bär gaben drei Prozent nach. Anlegern schlug auf den Magen, dass sich das verwaltete Vermögen des Schweizer Finanzinstituts seit Jahresende um sechs Prozent verringert hat.

Der größte Verlierer im Dax war erneut Wirecard mit Kursverlusten von 21,6 Prozent. Der Finanzausschuss des Bundestages will in einer Sondersitzung am Mittwoch nächster Woche über den milliardenschweren Bilanzskandal bei dem Zahlungsabwickler beraten. Darauf verständigten sich am Montag die Obleute der Bundestagsfraktionen in einer Telefonkonferenz, wie die Nachrichtenagentur Reuters von Teilnehmern erfuhr.


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Sind auf Ausschluss aus globalem Zahlungsnetzwerk Swift vorbereitet

Die russische Regierung ist eigenen Angaben zufolge auf einen möglichen Ausschluss aus dem weltweit wichtigsten Zahlungsnetzwerk...

DWN
Politik
Politik China entsendet 5.000 Soldaten in den Iran

China wird 5.000 Soldaten in den Iran entsenden, um seine dortigen Investitionen zu schützen. Die Truppen-Verlegung muss vor dem...

DWN
Finanzen
Finanzen Extreme Märkte werden viele in Panik versetzen, aber wenige sehr reich machen

Banken und Politik fürchten sowohl Inflation als auch Deflation, wenn diese zu stark werden. Doch verhindern können sie beide letztlich...

DWN
Deutschland
Deutschland Europa erlebte den kältesten April seit 2003

Der zurückliegende April war in ganz Europa der kühlste April seit 2003. Glaubt man den Weinbauern, ist auch der Mai bislang auffallend...

DWN
Deutschland
Deutschland AKTUELL: Wegen Halbleiter-Knappheit: Bereitet jetzt auch BMW Produktionsstopps vor?

Der Konzern bestätigt es zwar nicht - aber glaubhaften Informationen zufolge bereitet sich BMW darauf vor, Bänder vorübergehend...

DWN
Politik
Politik In Kolumbien droht ein Umsturz, doch das wäre gut für Europa

Die Massenproteste in Kolumbien könnten früher oder später zum Umsturz der aktuellen Regierung führen. Aus europäischer und deutscher...

DWN
Deutschland
Deutschland Ifo-Institut: Elektro-Offensive vernichtet jede dritte Stelle in der deutschen Automobilindustrie

Etwa jeder dritte Arbeitsplatz wird hierzulande durch den von der Politik vorangetriebenen Feldzug gegen Benziner und Diesel-Autos...