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Unabhängige Querdenker gesucht!

Kooperation
05.10.2020 15:00
Lesezeit: 3 min
Unabhängige Querdenker gesucht!
Investitionen erfordern Nervenstärke, aber auch Mut zur Langeweile. Denn sie erhöht die eigenen Erfolgschancen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa Foto: Frank Rumpenhorst

Bei fast jeder Diskussion rund um die Geldanlage werden oft die persönlichen Zielvorstellungen vollkommen ausgeblendet. Investieren ist ein extrem persönliches Unterfangen. Wir alle arbeiten hart für unser Geld und wir investieren nicht nur um des Investierens willen. Am Ende eines jeden Anlageprozesses werden persönliche Ziele anvisiert, die unsere Lebensqualität langfristig verbessern sollen.

Welche sind die eigenen, langfristigen Ziele?

Soll genug Geld für den Ruhestand vorhanden sein? Geht es um die vollkommene finanzielle Freiheit? Sollen die Studiengebühren die Kinder bezahlt werden können? Oder will man die Welt bereisen?

Bevor sich Investoren in das „Abenteuer“ des wertorientierten Anlegens (engl. „Value Investing“) stürzen, sollten sie Folgendes verstehen:

1. Es wird unmöglich sein, rationale Investitionsentscheidungen zu treffen, wenn der derzeitige Lebensstil vom eigenen Erfolg an der Börse abhängt. Auf kurze Sicht können alle Investitionen, insbesondere auch Aktien, sehr unbeständig sein. Dazu braucht es mentale Stärke: Im Laufe der eigenen Aktionärskarriere werden einige der Investments um rund 70 Prozent im Preis fallen. Wohlgemerkt: im Preis, nicht im Wert, wenn der Anleger seine Hausaufgaben ordentlich gemacht hat.

Die Volatilität an den Börsen ist nichts für schwache Nerven.

Daher sollten Investoren das Unterfangen Börse nur mit einer sehr langfristigen Denkweise starten. Sollte der aktuelle Lebensstil bei Kursschwankungen in Gefahr geraten, werden sie nicht in der Lage sein, sachlich begründete Investitionsentscheidungen zu treffen und Chancen, die „Mr. Market“ bietet, zu nutzen.

Irrationalitäten am Markt werden die wichtigsten Werttreiber für den eigenen Vermögensaufbau mit Aktien sein. Nur wenn der Investor überzeugt ist von „seinem Unternehmen“, dabeibleibt und sogar nachkauft, wenn viele andere verkaufen, können selbst Preisnachlässe genutzt und Geld an der Börse verdienen werden. Wenn Investoren jedoch schwache Nerven haben und verkaufen, wenn es hektisch wird, werden sie Verluste erleiden.

Die eigenen Investments müssen unabhängig sein vom gegenwärtigen Lebensstil. Nur so kann der nötige Mit aufgebracht werden, die Schnäppchen, die „Mr. Market“ bietet, auch wahrzunehmen.

Die besten Ergebnisse werden Investoren erzielen in Zeiten, in denen alle anderen panisch verkaufen.

2. Angehende „Value Investor“ müssen Querdenker sein, im Englischen „Contrarian“. Oft werden sie sich genau gegensätzlich zu vielen anderen Anlegern verhalten müssen, um Rendite zu machen. Sie werden sich zurückhalten, wenn Euphorie an den Märkten herrscht. Und sie werden kaufen müssen, wenn andere in Panik geraten. „Value Investoren“ müssen willens sein, unabhängig und selbstständig zu denken.

Die meisten Investoren lassen sich leicht beeinflussen.

Kurzfristige Ereignisse und Nachrichten bringen sie ins Trudeln und zuvor bewährte Analysen werfen sie dann in den Papierkorb.

Überschwänglich ist die Masse der Aktionäre in Zeiten des Wachstums. Hier genügt es einigen wenigen Trends zu folgen. Doch auf die Euphorie folgt stets die Angst. Auf die nachfolgende Rezessionspanik ist so sehr Verlass wie auf das „Amen“ in der Kirche. Ein echter Value Investor nutzt diese Herdenmentalität für sich aus.

Bereits diese beiden Punkte bedeuten eine schwere emotionale Bürde. Aber Investoren werden diese nicht allein tragen müssen. Mit dem Börsenbrief Der Privatinvestor werden wir Ihnen helfen, die Marktirrationalitäten auszunutzen und der Anleger-Herde ein Schnippchen zu schlagen.

3. Value Investing ist meist langweilig. Investoren werden sehr viel recherchieren und vor allem oft „Nein“ sagen. Sie werden in den Medien zahlreiche Investmenttipps finden. Doch nur wenige von diesen werden sich als echte Chancen herausstellen. Sie werden starke Unternehmen finden, die jedoch viel zu teuer am Markt gehandelt werden. Sie werden warten müssen, bis der Preis gefallen ist und erst dann einsteigen. Das kann frustrierend sein. Doch gleichzeitig werden diese Anleger klare Maßstäbe und Kriterien haben, an denen sie ihre Entscheidungen orientieren können. Das ist viel wert in einer Finanzwelt, die Tag für Tag verrückter erscheint.

Eines Tages wird „Mr. Market“ diesen Investoren folgen und den wahren Wert einer Aktie erkennen, die sie viele Monate zuvor bereits richtig bewertet haben. Doch es kann lange dauern.

Es ist äußerst wichtig zu wissen, wer man selbst ist und wie man tickt, bevor man irgendeine Art von Investition tätigt. Denn man wird nicht lange gegen das eigene, persönliche Naturell agieren können. Eines Tages schlägt das wahre Ich zurück.

Hier geht’s direkt zum Börsenbrief.


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