Finanzen

Energiepreise verzeichnen stärksten Anstieg in der vergangenen Dekade

Bei den Preisen für Energie wurde zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 der stärkste Anstieg seit zehn Jahren verzeichnet.
09.02.2021 16:16
Aktualisiert: 09.02.2021 16:16
Lesezeit: 2 min
Energiepreise verzeichnen stärksten Anstieg in der vergangenen Dekade
Glühbirnen leuchten. (Foto: dpa) Foto: Jochen Lübke

Der durch den schweren Wintereinbruch gestiegene Energiebedarf treibt die Strompreise. In Deutschland verteuert sich Strom zur Lieferung am folgenden Tag um 77 Prozent auf 64,75 Euro je Megawattstunde (MWh). In Frankreich steigt der Preis um 63 Prozent auf 66 Euro.

Deutlicher Anstieg der Energiekosten

Auch für die Haushalte in Deutschland sind die Energiepreise zu Beginn des neuen Jahres kräftig gestiegen. Von Dezember auf Januar haben die durchschnittlichen Kosten für Heizung, Strom und Kraftstoffe nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox um knapp 7 Prozent zugelegt. Das sei der stärkste Anstieg innerhalb eines Monats in den vergangenen zehn Jahren, heißt es in der Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die gesamten Energiekosten für einen Musterhaushalt lagen demnach im Dezember 2020 bei 3429 Euro pro Jahr. Im Januar 2021 habe die gleiche Menge Energie bereits 3665 Euro gekostet. Das entspreche einer Preissteigerung von 6,9 Prozent innerhalb eines Monats. Preistreiber seien vor allem das Auslaufen der befristeten Mehrwertsteuersenkung, die Einführung der Sondersteuer auf das Naturgas Kohlenstoffdioxid sowie gestiegene Großhandelspreise. Sie seien im Zuge der Corona-Pandemie zunächst deutlich in den Keller gesackt und zögen nun wieder an.

Im Vergleich zum Dezember 2020 verteuerte sich laut Verivox Heizöl um 12 Prozent und Gas um 5 Prozent. Da mehr Haushalte mit Gas als mit Heizöl heizen, seien die Heizkosten im mengengewichteten Durchschnitt um 7,2 Prozent gestiegen. An der Tankstelle hätten sich die Durchschnittskosten um 10 Prozent erhöht. Benzin habe sich im Monatsvergleich um 9,8 Prozent verteuert, Diesel um 11,2 Prozent. Im Durchschnitt ergebe das ein Plus von 10,2 Prozent. Beim Strom ergebe sich ein Plus von 2,5 Prozent.

Auf Jahressicht sind die Energiekosten der Haushalte allerdings gesunken. Das Statistische Bundesamt hat auf der Basis vorläufiger Zahlen für Januar 2021 im Vergleich zum Januar 2020 bei Haushaltsenergie und Kraftstoffen ein Minus von 2,3 Prozent ermittelt.

Beim Heizen kam hinzu, dass der Januar 2021 vergleichsweise kalt war. Der Heizbedarf war nach Angaben des Internetportals Check24 deshalb um 17 Prozent höher als im Januar 2020. Die Kosten für einen Haushalt mit Gasheizung seien deshalb um 18 Prozent gestiegen. Wer mit Öl heize, habe wegen der im Vergleich zum Januar des Vorjahres niedrigeren Preise 0,8 Prozent gespart, heißt es in der Analyse.

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