Deutschland

In der Corona-Krise: Kommunen erhöhen Hundesteuer deutlich

Die Deutschen müssen sich in zahlreichen Kommunen auf eine deutliche Erhöhung der Hundesteuer einstellen.
21.02.2021 14:01
Lesezeit: 2 min

Die deutschen Kommunen suchen nach Wegen, um ihre Einnahmen zu erhöhen. Dabei greifen sie auf eine Erhöhung der Hundesteuer zurück.

Die „SZ“ berichtet: „Mit einem Antrag der Grünen-Fraktion zur Erhöhung der Hundesteuer für so genannte Kampfhunde und der gesamten Hundesteuersatzung wird sich der Finanzausschuss des Freisinger Stadtrats in seiner Sitzung am kommenden Montag, 22. Februar um 17 Uhr befassen.“

Merkur Online“ wörtlich: „Nach Einsparmöglichkeiten im corona-geschwächten Haushalt suchten die Mitglieder des Planungs- und Finanzausschusses in ihrer Sitzung am Donnerstag. Im Ausgabenbereich fanden sie wenig. Lieber wollen sie mehr Einnahmen generieren. Und da will Icking bei der Hundesteuer kräftig zuschlagen. Die bisher – im Vergleich zu anderen Kommunen zugegeben sehr moderaten – 25 Euro jährlich pro Zamperl sollen auf 80 Euro klettern.“

„Für mehr Steuereinnahmen schrauben einige Gemeinden derzeit auch die Hundesteuer nach oben. Bei Hundebesitzern verursacht das Frust“, so die „Bietigheimer Zeitung“.

Die „Badische Neueste Nachrichten“ führt aus: „Die Erhöhung der Hundesteuer trifft Tierbesitzer in Gernsbach hart. Ihr Ärger ist verständlich – nicht aber mancher Wut-Kommentar auf Facebook, kommentiert Adrian Mahler.“

Die „SVZ“ berichtet: „Grambow: Gemeinde erhöht Hundesteuer deutlich.“

„Seit 2004 und damit letztmals vor 17 Jahren wurden in der Elsenztalgemeinde die Beträge der Hundesteuer nicht mehr angepasst. Daher war nun eine Erhöhung durchaus vertretbar, wie Kämmerin Eva-Maria Rother in zurückliegender Sitzung des Gemeinderats meinte. Zumal die Steigerung eher moderat ausfiel, für den Ersthund etwa nun jährlich 96 statt 80 Euro zu berappen sind. Das sah das Gremium auch so und stimmte bei einer Gegenstimme der bereits im Verwaltungsausschuss vorberatenen Erhöhung sowie der Einführung einer Kampfhundesteuer zu“, so die „Rhein-Neckar-Zeitung“.

Das Bundesfinanzministerium teilt mit: “Die an die Aufnahme eines Hundes in einen Haushalt oder Wirtschaftsbetrieb im Gemeindegebiet anknüpfende Hundesteuer ist eine örtliche Aufwandsteuer im Sinne des Art. 105 Abs. 2a Satz 1 Grundgesetz unabhängig davon, ob und in welchem Umfang sich der Hund auch außerhalb des Gemeindegebietes aufhält (Beschluss des BVerwG vom 25.04.2013 - 9 B 41/12 -). Die Hundesteuer gehört zu den herkömmlichen Aufwandsteuern, weil das Halten eines Hundes über die Befriedigung des allgemeinen Lebensbedarfs hinausgeht und einen Aufwand erfordert. Örtlich ist eine Aufwandsteuer dann, wenn sie an örtliche Gegebenheiten, vor allem die Belegenheit einer Sache oder einen Vorgang im Gemeindegebiet, anknüpft und es wegen der Begrenztheit der unmittelbaren Wirkungen der Steuer auf das Gemeindegebiet nicht zu einem die Wirtschaftseinheit berührenden Steuergefälle kommen kann. Es kommt also nicht auf den jeweiligen tatsächlichen Aufenthaltsort des Hundes an, sondern darauf, wo er in den Haushalt aufgenommen und damit der Aufwand im steuerrechtlichen Sinn betrieben wird. Mit der Hundesteuer werden vornehmlich ordnungspolitische Ziele verfolgt. Sie soll z. B. dazu beitragen, die Zahl der Hunde zu begrenzen.”

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Der Europäische Online-Glücksspielmarkt: Wachstum, Regulierung Und Konsolidierung 2026

Wenige Branchen wachsen in Europa derzeit so beständig wie das Online-Glücksspiel, und noch weniger tun das bei einem derart...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-Aktie vor dem Mega-IPO: SpaceX könnte die Euphorie zerstören
14.08.2026

Anthropic wächst rasant und könnte mit seinem Börsengang neue Maßstäbe setzen. Doch die Milliardenbewertung steht auf einem...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 38: Die Woche im Rückblick – KW 33
14.08.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Finanzen
Finanzen Unser neues Magazin ist da: Die neuen Geldmacher – wie Fintechs klassische Banken herausfordern
14.08.2026

Kaum ein Bereich entwickelt sich derzeit so rasant wie das Finanzwesen. Zwischen Innovation, Regulierung und wachsendem Wettbewerb...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neues Büro für OpenAI: Warum der ChatGPT-Konzern beim KI-Ausbau auf Berlin setzt
14.08.2026

Deutschland zählt für OpenAI zu den bedeutendsten Wachstumsmärkten. Nun plant der ChatGPT-Entwickler den nächsten Expansionsschritt und...

DWN
Panorama
Panorama Vier Buchempfehlungen für die Liege: Was Entscheider diesen Sommer unbedingt lesen sollten
14.08.2026

Das Tablet ist geladen, der Sonnenschirm steht, die E-Mails dürfen warten. Wir haben vier Wirtschaftsbuch-Empfehlungen für Sie, die den...

DWN
Politik
Politik Wirtschaft: Russlands Kriegswirtschaft bringt den zivilen Sektor an seine Grenzen
14.08.2026

Russland steckt immer mehr Geld, Arbeitskräfte und Kredite in den Krieg, während der zivile Teil der Wirtschaft zurückfällt. Hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: Insolvenzen bei Firmen sinken erstmals seit Februar
14.08.2026

Deutschlands Pleitewelle zeigt erstmals seit Monaten ein kleines Zeichen der Entspannung. Doch hinter dem Rückgang im Mai verbirgt sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Talanx-Aktie: Versicherer hebt nach Rekordgewinn im ersten Halbjahr Gewinnprognose an
14.08.2026

Nach dem ersten Halbjahr setzt Talanx die Messlatte höher: Der Gewinn erreicht einen Rekord, auch weil die Belastung durch Großschäden...